
Mitsotakis stellt auf der Internationalen Messe Thessaloniki ein 2,2 Milliarden Euro schweres Wirtschaftspaket vor
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kündigte ein 2,2 Milliarden Euro schweres Fiskalpaket für 2027 an, das Steuersenkungen für Unternehmen, Rentenerhöhungen und gezielte Entlastungen für ländliche Gebiete vorsieht.
Mehrjährige Steuerentlastungen und Unternehmensanreize
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis stellte am Samstag auf der Internationalen Messe Thessaloniki ein 2,2 Milliarden Euro schweres Wirtschaftsunterstützungspaket für 2027 vor. Die Regierung strukturierte die Steuer- und Sozialmaßnahmen über einen vierjährigen Umsetzungshorizont bis 2029. Nach den überarbeiteten Steuerregeln erhalten Selbstständige ab dem Steuerjahr 2026 Ermäßigungen bei der Pauschalsteuer, wobei Zuschläge in Bezug auf Umsatz und Lohnsumme entfallen. Die Pauschalsteuerkriterien sinken um 50 % für Berufstätige in Orten mit weniger als 2.000 Einwohnern, wobei die Schwelle in Westmakedonien auf 2.200 Einwohner festgelegt ist. Beispielsweise spart ein etabliertes Gastronomieunternehmen mit fünf Angestellten und einer jährlichen Lohnsumme von 105.000 Euro jährlich 2.534 Euro. Die Steuervorauszahlungen für Selbstständige sinken im Steuerjahr 2027 von 55 % auf 50 %. Für Unternehmen sinken die Vorauszahlungen ab 2028 jährlich um 5 %, bis sie 50 % erreichen, gegenüber dem derzeitigen Satz von 80 %. Außerdem endet die regionale Unternehmensabgabe im Steuerjahr 2026, während in Attika die Gebühr 2028 um 50 % sinkt und 2029 vollständig abgeschafft wird. Ein Einzelhandelsunternehmen in Thessaloniki, das zuvor 1.600 Euro zahlte, wird ab 2027 keine Abgabe mehr zahlen.
- Regionale Unternehmensabgabe endet und Pauschalsteuerkriterien für Selbstständige sinken
- Jährliche Rentnerunterstützung steigt auf 400 Euro netto für Personen über 65
- Vorauszahlungssteuersatz für Selbstständige sinkt von 55% auf 50%
- Attika-Unternehmensabgabe sinkt um 50% und Vorauszahlungen für Unternehmen beginnen zu sinken
- Attika-Unternehmensabgabe abgeschafft und Reform der Vorauszahlungen für Unternehmen abgeschlossen
Unterstützung für Rentner, Löhne und kleine Unternehmen
Das Paket führt direkte finanzielle Anpassungen für Rentner ein, indem die dauerhafte jährliche Unterstützungszahlung ab November 2026 um 100 Euro auf 400 Euro netto erhöht wird. Die staatlichen Anspruchskriterien werden ausgeweitet, um alle Rentner über 65 Jahre im ganzen Land zu erfassen. Die Regierung bestätigte außerdem Pläne, den nationalen Mindestlohn auf 1.000 Euro anzuheben und die Sozialversicherungsbeiträge zu senken. Kleine und mittlere Unternehmen erhalten eine gezielte Liquidität durch 1,5 Milliarden Euro, die vom Aufbaufonds an die Hellenic Development Bank überwiesen werden. Die Bank wird 1,1 Milliarden Euro für Direktdarlehen an Unternehmen und 400 Millionen Euro für die Unterlegung von Kreditgarantieinstrumenten bereitstellen. Weitere Bestandteile des Plans sind gestaffelte Reformen der Grundsteuer (ENFIA), Stromrechnungszuschüsse und ein neues Sparkonzept für Kinder.
- Direktdarlehen
- 1100 €M
- Garantieinstrumente
- 400 €M
Politische Debatte und Forderungen der Opposition
Regierungsvertreter verteidigten in nationalen Fernsehinterviews die fiskalische Nachhaltigkeit der angekündigten Maßnahmen. Der stellvertretende Arbeitsminister Kostas Karagkounis betonte, dass die Finanzierung aus dem Wirtschaftswachstum und nicht aus zusätzlichen Steuern stammt.
Die Regierung geht sehr gezielt vor, um durch Wachstum und nicht durch Steuererhöhungen fiskalischen Spielraum zu finden, um diese Dividende an die Gesellschaft zurückzugeben.
Oppositionsparteien kritisierten das Programm der Regierung und bezeichneten die Ankündigungen als politische Heuchelei und Imagepflege. PASOK-Sprecher Kostas Tsoukalas erklärte, dass der fiskalische Rahmen Spitzenverdiener und Finanzkonzerne unterbesteuere und den Bürgern nur begrenzte Entlastung biete.
Das Problem des Landes ist, dass die wirklich Mächtigen nicht zahlen. Die Gelder, die eine besondere Steuerbefreiung genießen, die Banken, die Oligopole, die Energie.
PASOK schlug die Einführung eines dauerhaften Mechanismus zur Besteuerung von Übergewinnen vor, die von Geschäftsbanken, Energieversorgern und Raffinerien erzielt werden. Parteichef Nikos Androulakis bereitet die Ausarbeitung der Initiative vor. Die Oppositionspartei ELAS forderte weitere Schritte, darunter Mehrwertsteuersenkungen auf Grundverbrauchsgüter und die vollständige Abschaffung der Steuervorauszahlungen.


