
Giannis Antetokounmpo enthüllt, dass ihn eine psychische Krise 2020 fast aus dem Basketball gedrängt hätte, und dankt Bruder Thanasis für die Rettung
NBA-Star Giannis Antetokounmpo, jetzt bei den Miami Heat, berichtete auf dem SNF Nostos 2026 Festival in Athen, dass er um 2020 mit psychischen Problemen kämpfte und fast den Basketball aufgegeben hätte, wobei er seinem Bruder Thanasis dankt, dass er ihn zurückgeholt hat.
Giannis Antetokounmpo gab während einer Diskussion auf dem SNF Nostos 2026 Festival der Stavros Niarchos Foundation am 27. Juni in Athen einen schonungslosen, persönlichen Einblick in seine psychischen Probleme. Die Legende der Milwaukee Bucks und neue Stürmer der Miami Heat beschrieb zwei entscheidende Tiefpunkte in seinem Leben: seine Kindheit, in der er die Kämpfe seiner Eltern miterlebte, und eine Krise um 2020, die ihn an den Rand des vollständigen Rückzugs aus dem Sport brachte.
Ein offenes Geständnis
Gemeinsam mit dem Olympia-Stabhochspringer Emmanouil Karalis und Stiftungspräsident Andreas Dracopoulos sprach Antetokounmpo offen über die Last des Ruhms und sein Unbehagen mit der Öffentlichkeit. „Ich mag Basketball wirklich, aber ich mag es nicht, berühmt zu sein. Ich bin eher introvertiert, während mein Bruder eher extrovertiert ist“, sagte er laut Berichterstattung. Seine ersten öffentlichen Äußerungen seit dem Sommertransfer nach Miami vermieden bewusst Themen rund um den Platz und konzentrierten sich stattdessen auf den persönlichen Druck, der seine Karriere fast beendet hätte.
Ich hatte eine enorme Last auf meinen Schultern. Mein Vater war gestorben, ich hatte gerade ein Kind bekommen, meine Mutter lebte bei mir, und ich musste für meinen Bruder wie eine Vaterfigur sein, weil wir gerade unseren Vater verloren hatten. Gleichzeitig musste ich einer der besten Athleten der Welt sein. Es gab so viel Druck, dass ich aufhören wollte.
Die Last der Erwartungen
Der zweimalige MVP beschrieb das Jahr 2020 als das Jahr, in dem alles zusammenkam. Der Verlust seines Vaters, die Geburt seines ersten Kindes, die Verantwortung, für seinen jüngeren Bruder eine Vaterfigur zu sein, und die unerbittliche Forderung, als Spitzensportler zu performen, schufen eine überwältigende Last. Er sagte dem Publikum, dass der Gedanke, den Basketball aufzugeben, ernst war, nicht nur ein flüchtiger Zweifel, und dass er in diesem Moment das Gefühl hatte, er sei „fertig“.
Ich wollte den Basketball verlassen. Das habe ich schon früher gesagt. Ich liebe Basketball, aber ich mag die Publicity nicht.
Brüderliches Eingreifen
Der Wendepunkt kam von seinem älteren Bruder Thanasis. Antetokounmpo schilderte lebhaft den Austausch, als er Thanasis sagte, dass er fertig sei. Thanasis, beschrieben als eine freigeistigere und extrovertiertere Persönlichkeit, reagierte mit unverblümter Ungläubigkeit.
Das zweite Mal, als ich das Gefühl hatte, mich zurückziehen zu wollen, und ich mir sagte: 'Ich bin fertig', sagte Thanasis: 'Du bist fertig? Was sagst du da, du Idiot?' Er ist eher ein Freigeist und sagte: 'Du bist fertig? Okay, lass uns gehen. Wenn du fertig bist, gehen wir so, wie wir gekommen sind, mit erhobenem Kopf.'
Thanasis' Angebot, gemeinsam zu gehen, stärkte paradoxerweise Giannis' Entschlossenheit. Antetokounmpo schrieb seinem Bruder einen großen Teil seines Erfolgs zu und betonte, dass Thanasis in seinen schwierigsten Momenten eine ständige Präsenz war.
Stärke finden
Von diesem Tiefpunkt aus, so Antetokounmpo, erkannte er, dass äußerer Druck ihm nicht die Freude am Spiel nehmen konnte. Er beschrieb die Erfahrung als transformativ, die ihn zu einem widerstandsfähigeren Menschen machte.
Ich erkannte, dass niemand mir die Freude an dem nehmen kann, was ich tue. Dieser Moment hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Ich bin unzerbrechlich. Ich wurde ein besserer Vater, ein besserer Ehemann, ein besserer Sohn und ein besserer Mensch.
Eine Botschaft der Widerstandsfähigkeit
Antetokounmpos Auftritt beim SNF Nostos 2026, seine erste große öffentliche Veranstaltung seit seinem Wechsel zu den Heat, wandte sich bewusst von der Erzählung seines Transfers ab, um sich auf die psychische Gesundheit zu konzentrieren. Er beendete seine Ausführungen mit der Feststellung, dass jetzt alles klarer sei und die Meinungen anderer nicht mehr das Gewicht hätten wie früher. Der Vortrag bekräftigte seine anhaltende Offenheit zum Thema psychische Gesundheit im Spitzensport und erntete Applaus von einem Publikum, das Karalis und Dracopoulos umfasste.


