
Italienisches Gericht genehmigt schrittweise Wiedervereinigung für netzunabhängige Waldfamilie
Das Jugendgericht von L'Aquila hat einen gestaffelten Wiedervereinigungsplan für drei Kinder genehmigt, die aus einem netzunabhängigen Waldhaus in den Abruzzen in staatliche Obhut genommen wurden.
Gerichtsurteil und Wiedervereinigungsplan
Das Jugendgericht von L'Aquila hat am Dienstag einen gestaffelten Plan genehmigt, um drei Kinder mit ihren Eltern Catherine Birmingham und Nathan Trevallion wiederzuvereinen. Das Paar verlor im November 2025 das Sorgerecht, nachdem es die Minderjährigen netzunabhängig in einem Waldgrundstück in der Nähe von Palmoli ohne Strom oder fließendes Wasser aufgezogen hatte. Gemäß dem von Gerichtspräsidentin Angrisano unterzeichneten Dekret bleiben die Kinder vorübergehend in einer Wohneinrichtung in Vasto, während eine beaufsichtigte Rückkehr zu ihrer Familie beginnt.
Der Prozess wird schrittweise unter kontinuierlicher Überwachung durch die örtlichen Sozialdienste ausgeweitet. Laut Familienverteidiger Simone Pillon erlaubt die Entscheidung sofortige Tagesbesuche in Palmoli, gefolgt von Wochenendübernachtungen ab Oktober 2026, wenn die Berichte weiterhin günstig ausfallen.
Das Jugendgericht von L'Aquila hat sein Urteil bezüglich des Verteidigungsantrags vom 25. Juni gefällt. Das von Präsidentin Angrisano in ihren letzten Diensttagen in L'Aquila unterzeichnete Dekret korrigiert teilweise frühere Entscheidungen und sieht eine schrittweise Rückkehr der Minderjährigen zur Familie vor, mit sofortigen Tagesbesuchen in Palmoli und ab Oktober Wochenendübernachtungen bei der Familie.
Sorgerechtsstreit und Betreuung in der Gemeinschaft
Die Kinder, ein achtjähriges Mädchen und Zwillingsjungen, wurden am 20. November 2025 nach einem Pilzvergiftungsvorfall in Schutzobhut genommen. Die Behörden schritten aufgrund der Lebensbedingungen, Sicherheitsstandards und Defizite in der Bildung und sozialen Integration der Kinder ein. Birmingham wohnte zunächst zusammen mit ihren Kindern in der Einrichtung in Vasto, aber eine gerichtliche Anordnung vom 6. März 2026 verwies sie nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Personal der Unterkunft und Sozialarbeitern des Hauses.
Seit März hat Birmingham geschützte Besuche mit den Kindern in Gissi, während Trevallion regelmäßig von Palmoli nach Vasto für genehmigte Besuchszeiten reist. Ende April 2026 wies das Gericht einen Einspruch gegen Birminghams Ausschluss aus der Unterkunft ab. Pillon, ein Anwalt und ehemaliger Lega-Senator, der den Fall im Mai zusammen mit den Spezialisten Tonino Cantelmi und Martina Aiello übernahm, reichte am 25. Juni 2026 einen 99-seitigen Wiedervereinigungsantrag ein, gefolgt von einer formellen Erinnerung am 7. August.
- Behörden bringen drei Kinder nach Pilzvergiftungsvorfall in Vasto in Schutzobhut
- Gericht ordnet Entfernung der Mutter Catherine Birmingham aus der Wohneinrichtung in Vasto an
- Verteidiger Simone Pillon reicht 99-seitigen Wiedervereinigungsantrag beim Gericht von L'Aquila ein
- Verteidigung reicht formelle Erinnerung ein und bittet vor dem Schuljahr um eine Entscheidung
- Jugendgericht von L'Aquila genehmigt schrittweise, beaufsichtigte Familienwiedervereinigung
- Schulbeginn in der Gemeindeschule von Palmoli geplant
- Wochenendübernachtungen in Palmoli sollen bei positiven Bewertungen beginnen
Bildung und Einschulung in öffentliche Schulen
Eine zentrale Bedingung des gerichtlichen Wiedereingliederungsplans ist die Einschulung der Kinder in eine öffentliche Schule. Birmingham und Trevallion hatten zuvor Heimunterricht gewählt und lehnten formelle Schulbildung bis zum rechtlichen Eingreifen ab. Im Sommer absolvierten die Kinder Vorbereitungsstunden bei der pensionierten Lehrerin Lidia Camilla Vallarolo und bestanden Einstufungstests für den Eintritt in die zweite und vierte Grundschulklasse.
Die formelle Einschulung bleibt die Verantwortung des gerichtlich bestellten Vormunds, Maria Luisa Palladino. Der Unterricht beginnt am 14. September 2026 in Palmoli und am 16. September 2026 in Vasto. Palladino kann die Kinder nach Ablauf der Standardfristen durch verspätete Papierabgaben anmelden, während die Sozialdienste die Integration in die Klasse und die soziale Interaktion mit Gleichaltrigen bewerten.
Staatliche Prüfung und rechtliche Aufsicht
Der Rechtsstreit erregte Anfang 2026 in ganz Italien nationale Aufmerksamkeit. Senatspräsident Ignazio La Russa traf sich im März mit Birmingham und Trevallion, und Premierministerin Giorgia Meloni äußerte Bedenken hinsichtlich der Protokolle der Sozialdienste. Das Justizministerium entsandte nach der Entfernung der Mutter aus der Unterkunft ebenfalls Inspektoren zum Jugendgericht von L'Aquila. Sozialarbeiter werden nun jede Phase der Hausbesuche bewerten, bevor das Gericht die Gewährung des vollen Sorgerechts in Betracht zieht.


