
USA und Iran beginnen Friedensgespräche in der Schweiz, während Hormuz-Schließung angekündigt und Kämpfe im Libanon andauern
Spitzenvertreter der USA und des Iran versammelten sich am Sonntag im Bürgenstock-Resort bei Luzern, um ein dauerhaftes Friedensabkommen auszuhandeln, Tage nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens. Die Gespräche werden überschattet von Irans erneuter Schließung der Straße von Hormuz und anhaltenden Kämpfen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon.
Eröffnungsrunde der Gespräche
Spitzenunterhändler der USA und des Iran trafen sich am Sonntag im Bürgenstock-Resort oberhalb des Vierwaldstättersees zur ersten Runde direkter Friedensgespräche, nachdem ihr Treffen am Freitag wegen erneuter Zusammenstöße zwischen Israel und der Hisbollah abgesagt worden war. US-Vizepräsident JD Vance war am späten Samstag unterwegs, während Sondergesandter Steve Witkoff und der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, bereits vor Ort waren und sich um technische Fragen kümmerten. Die iranische Delegation unter der Leitung von Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghtschi traf am Samstagabend in der Schweiz ein. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif, Armeechef Marschall Syed Asim Munir und katarische Vertreter vermitteln.
Ich denke, wir werden hoffentlich Fortschritte in der Nuklearfrage erzielen und auch den Waffenstillstand im Libanon voranbringen. Das sind die beiden großen Themen, auf die wir uns meiner Meinung nach konzentrieren sollten.
Hormuz-Streit eskaliert
Am Samstag erklärte der Iran, er habe die Straße von Hormuz – durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird – erneut geschlossen, als Vergeltung für israelische Luftangriffe im Libanon. Das US-Militär widersprach dieser Darstellung. Das am Mittwoch unterzeichnete Rahmenabkommen sieht die Öffnung der Meerenge vor und untersagt dem Iran, während einer 60-tägigen Verhandlungsperiode Durchfahrtsgebühren zu verlangen. Präsident Donald Trump drohte auf Truth Social mit einer US-Maut, falls kein endgültiges Friedensabkommen zustande komme, und schrieb, Amerika könne dafür Gebühren erheben, dass es als „Schutzengel“ der Region fungiere.
Waffenstillstand im Libanon gefährdet
Das Rahmenabkommen verlangt ausdrücklich einen regionalen Waffenstillstand, auch im Libanon – eine Bedingung, auf der Teheran bestand. Doch die Feindseligkeiten zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz dauerten trotz einer am Freitag in Kraft getretenen Waffenruhe bis Samstag an. Libanesische Medien berichteten von mindestens 35 Toten bei israelischen Luftangriffen, und beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, die Feuerpause gebrochen zu haben. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, warnte, das gesamte Abkommen sei „in Gefahr“, wenn nicht alle Punkte erfüllt würden.
Das Rahmenabkommen ist in Gefahr, wenn nicht alle Punkte umgesetzt werden.
Das Rahmenabkommen und der Wiederaufbau
Das am Mittwoch unterzeichnete Rahmenabkommen, das nach monatelangen Konflikten begann, die Ende Februar mit US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran begannen, setzt eine 60-tägige Frist für einen endgültigen Frieden. Die Nuklearfrage steht im Mittelpunkt: Trump sagt, der Iran dürfe niemals Atomwaffen besitzen. Der Text sieht laut Spiegel Online außerdem einen Wiederaufbaufonds in Höhe von mindestens 300 Milliarden Dollar vor. Vorbereitende Gespräche fanden bereits am Samstag statt, nach dem ersten Plenum werden sich Arbeitsgruppen vermutlich mit technischen Dossiers befassen.
- Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran unterzeichnet.
- Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah beginnt; geplante Friedensgespräche verschoben.
- Iran kündigt Schließung der Straße von Hormuz an, USA bestreiten; Delegationen reisen in die Schweiz.
- Friedensgespräche beginnen im Bürgenstock-Resort, Luzern.
Vermittlerinitiative
Pakistan, das seit April als offizieller Vermittler fungiert, entsandte am Samstag Innenminister Mohsin Naqvi in den Iran, um mit Ghalibaf und Araghtschi zu sprechen. In der Schweiz sind unterdessen der pakistanische Premierminister Sharif und Armeechef Munir zusammen mit katarischen Gesandten anwesend. Israel ist nicht an den Gesprächen beteiligt.


