
Le Pen und Bardella verurteilen russische hybride Bedrohungen und Vermögensbeschlagnahmen in gemeinsamer Erklärung
Die Rassemblement-National-Führer Marine Le Pen und Jordan Bardella gaben nach einem Sicherheitsbriefing im Élysée-Palast eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie Moskau vor hybriden Angriffen und Unternehmensvermögensbeschlagnahmen warnten.
Gemeinsame Erklärung gegen Moskau
Die Führer des Rassemblement National, Marine Le Pen und Jordan Bardella, gaben am 19. September 2026 eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie Russland vor hybriden Operationen und Einschüchterungsversuchen gegenüber Frankreich warnten. Die Erklärung folgte auf Geheimdienstbriefings und diplomatische Warnungen bezüglich eskalierender verdeckter Aktionen in ganz Europa. Beide Politiker erklärten, dass ausländischer Druck die strategische Haltung des Landes oder seine Unterstützung für das Völkerrecht nicht ändern werde, und betonten, dass die französische Außenpolitik in Paris und nicht in Moskau entschieden werde.
Wir werden niemals dulden, dass eine ausländische Macht, in diesem Fall Russland, versucht, direkt oder indirekt die Politik unseres Landes durch Einschüchterung, Drohungen, Destabilisierung oder psychologischen Druck zu diktieren.
Briefing im Élysée-Palast
Die Erklärung folgte auf eine Zusammenkunft am 18. September 2026 im Élysée-Palast, bei der der französische Präsident Emmanuel Macron die Führer der politischen Parteien und der öffentlichen Verwaltung zusammenrief. Während der geschlossenen Sitzung legten die französischen Geheimdienste Bewertungen der internationalen Sicherheitslage vor und erläuterten die Risiken im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und dem Konflikt im Nahen Osten. Nach Abschluss des Briefings wandte sich der Präsident an die Presse zu den europäischen Verteidigungsherausforderungen.
In den letzten Wochen hat die Bedrohung für die europäischen Länder und Frankreich zugenommen, insbesondere die russische hybride Bedrohung.
Vertreter des Rassemblement National verwiesen auf europäische Geheimdienstwarnungen, darunter Warnungen der polnischen Behörden und einen Drohnenvorfall im August 2026 am Flughafen Leipzig, den deutsche Beamte auf russische Operationen zurückführten. Le Pen und Bardella stellten fest, dass die Bedrohung für die europäischen Gesellschaften hauptsächlich von hybriden Kampagnen ausgeht, die auf die öffentliche Meinung abzielen. Sie sprachen sich für Maßnahmen aus, die zur Stärkung der Sicherheit der strategischen Infrastruktur Frankreichs notwendig sind.
- Drohnenangriffe zielen auf den Flughafen Leipzig in Deutschland, von den Behörden Russland zugeschrieben.
- Der stellvertretende Vorsitzende des Rassemblement National, Louis Aliot, schlägt vor, die Finanzhilfe für die Ukraine zu kürzen.
- Präsident Emmanuel Macron beruft Parteiführer im Élysée-Palast zu einem Sicherheitsbriefing ein.
- Marine Le Pen und Jordan Bardella geben eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie russische Einmischung verurteilen.
Unternehmensbeschlagnahmen und hybride Bedrohungen
Die Parteiführer verwiesen insbesondere auf jüngste Entscheidungen Moskaus, die russischen Tochtergesellschaften und Vermögenswerte westlicher Unternehmen unter vorläufige staatliche Verwaltung zu stellen. Die Maßnahmen betrafen die französische Einzelhandelskette Auchan sowie den Schweizer Lebensmittelhersteller Nestlé. Le Pen und Bardella bezeichneten die Vermögensübernahmen als feindselige Handlungen, die den europäischen Unternehmensrechten und legitimen wirtschaftlichen Interessen direkten Schaden zufügen.
Keine Provokation, keine verdeckte Operation und keine destabilisierende Aktion kann Frankreich dazu bewegen, Russland bei der Erreichung seiner Kriegsziele in der Ukraine zu unterstützen.
Die gemeinsame Erklärung hielt fest, dass Frankreich sich zwar gegen ausländische Störungen verteidigen müsse, eine Verhandlungslösung des Konflikts jedoch weiterhin notwendig sei. Die Führer argumentierten, dass eine entschlossene Reaktion auf feindselige Operationen diplomatische Bemühungen zur Beendigung der Kämpfe in der Ukraine nicht ausschließe.
Innenpolitische Debatte und Präsidentschaftswahlkampf
Die Mitteilung umreißt die Grenzen zwischen externer Einmischung und innerdemokratischer Diskussion, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Präsidentschaftswahl. Le Pen und Bardella bekräftigten, dass die französischen Abgeordneten das Recht behalten, über Umfang und Bedingungen der an Kiew geleisteten Finanzhilfe sowie über die Wirksamkeit diplomatischer Kanäle zu debattieren. Anfang September 2026 schlug der stellvertretende Parteivorsitzende Louis Aliot vor, die Hilfe für die Ukraine möglicherweise einzustellen.
Marine Le Pen bereitet sich derzeit auf die Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 vor und liegt in den Meinungsumfragen vor dem ersten Wahlgang vorn. Die gemeinsame Erklärung geht auch auf historische Unterschiede innerhalb der Partei in Bezug auf Russland ein. Le Pen traf sich zuvor mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, und ihre Partei erhielt einen Kredit über 9,4 Millionen Euro von einer russisch-tschechischen Bank, der später zurückgezahlt wurde. Bardella hat Russland als direkte Bedrohung für Europa dargestellt, während Le Pen Waffenlieferungen unterstützt, aber zusätzliche Finanzhilfen ablehnt. Der Rassemblement National plant, sein vollständiges Programm vor Ende des Jahres zu veröffentlichen.


