
Frankreichs Gas-Benchmark steigt im Oktober um 6,3 % auf 182,88 Euro pro MWh
Frankreichs Energieregulierungsbehörde kündigte eine Erhöhung des Referenzgaspreises um 6,3 % ab dem 1. Oktober an, was die monatlichen Rechnungen von rund sechs Millionen Haushalten um schätzungsweise 5,28 Euro erhöht.
Anpassung des Oktober-Referenzpreises
Die französische Energieregulierungskommission (CRE) gab am Donnerstag, den 10. September 2026, bekannt, dass der Referenzverkaufspreis für Gas am 1. Oktober 2026 um 6,3 % steigen wird. Die Anpassung erhöht den durchschnittlichen Referenzsatz, bekannt als Prix Repère de Vente de Gaz (PRVG), auf 182,88 Euro pro Megawattstunde inklusive aller Steuern. Die Regulierungsbehörde erklärte, dass die bevorstehende Anpassung die direkte Folge der im August gegenüber Juli gestiegenen Großhandelspreise für Gas sei.
Die Erhöhung um 6,3 % betrifft rund sechs Millionen Haushalte in Frankreich, die variable Tarife abgeschlossen haben, die direkt an den monatlichen Referenzindex gekoppelt sind. Diese Verbraucher machen etwa 60 % aller privaten Gasabonnenten im Land aus. Nach Berechnungen der CRE wird die Tarifänderung den indexierten Haushalten im Oktober durchschnittlich 5,28 Euro inklusive Steuern auf die monatlichen Energierechnungen hinzufügen. Privatkunden mit Festpreisverträgen sind von dieser Entscheidung nicht betroffen.
Sommerschwankungen und Marktrolle
Die geplante Oktobererhöhung ist die jüngste Veränderung in einer turbulenten Phase für die französischen Einzelhandelsgaspreise in der zweiten Jahreshälfte 2026. Der Referenzpreis stieg im Juli um 7,4 %, verzeichnete im August einen leichten Rückgang von 0,8 % und kletterte im September um 5,6 %, bevor diese jüngste Ankündigung von 6,3 % erfolgte.
- 2026-07
- 7.4 %
- 2026-08
- -0.8 %
- 2026-09
- 5.6 %
- 2026-10
- 6.3 %
Der PRVG dient als offizieller Marktindikator, der monatlich von der CRE veröffentlicht wird, um sowohl Anbieter als auch private Verbraucher zu leiten. Eingeführt nach der formellen Abschaffung der staatlich regulierten Gastarife im Jahr 2023, fungiert die Kennzahl als transparenter Preisreferenzwert, um kommerziellen Anbietern bei der Kalibrierung ihrer Einzelhandelstarife zu helfen und Haushalten einen zuverlässigen Maßstab zum Vergleich von Angeboten zu bieten.
Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus
Der Preisanstieg auf den Großhandelsmärkten spiegelt Angebotsschocks wider, die mit dem militärischen Konflikt im Nahen Osten zusammenhängen, der am 28. Februar 2026 mit einer Offensive der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran begann. Als Reaktion auf die Offensive verhängte Teheran eine Blockade der Straße von Hormus. Die Wasserstraße ist ein wichtiger Transitkorridor, durch den normalerweise etwa 20 % der weltweiten Erdölversorgung und 20 % der globalen Exporte von Flüssigerdgas (LNG) transportiert werden.
Nicolas Goldberg, ein Energiesektor-Spezialist bei Colombus Consulting und Terra Nova, beschrieb den grundlegenden Markttreiber hinter den jüngsten französischen Tarifanpassungen.
Dieser Anstieg ist fast ausschließlich auf den Krieg und die blockierten Gaslieferwege zurückzuführen.
Eskalation auf dem europäischen Großhandelsmarkt
Die Schließung der Seeroute im Persischen Golf hat energieimportierende Länder gezwungen, auf den globalen Märkten um alternative LNG-Lieferungen zu konkurrieren. Diese Verknappung des Angebots hat zu anhaltenden Preissteigerungen an den Großhandelsplätzen auf dem gesamten Kontinent geführt. An der niederländischen Title Transfer Facility (TTF)-Börse, die als europäischer Referenzpunkt für die Erdgaspreisbildung dient, stiegen die Kontrakte von 31,470 Euro pro MWh am 27. Februar 2026 auf 81,910 Euro pro MWh für Oktober-2026-Lieferkontrakte.
- 2026-02-27
- 31.47 €/MWh
- Oktober-2026-Kontrakte
- 81.91 €/MWh
Die auf den internationalen Börsen verzeichneten Großhandelssteigerungen fließen direkt in die regulatorische Formel ein, die von der CRE verwendet wird, um den französischen Einzelhandelsreferenzindex zu Beginn jedes Kalendermonats neu zu berechnen.


