Bayerischer Fischereipräsident tritt zurück, um Absetzung wegen autokratischen Führungsstils zuvorzukommen
Axel Bartelt ist mit sofortiger Wirkung als Präsident des Landesfischereiverbandes Bayern zurückgetreten, nachdem ihn sieben Bezirksverbände des autokratischen Führungsstils beschuldigt und auf einer außerordentlichen Sitzung in München seine Abberufung beantragt hatten.
Interne Spannungen kochen über
Die sieben bayerischen Bezirksfischereiverbände reichten Mitte Juni einen Antrag auf eine außerordentliche Generalversammlung zur Abberufung des Präsidenten ein. Das Dokument warf Axel Bartelt einen „autokratischen Führungsstil“ und Entscheidungsschwäche vor und stellte fest, dass eine konstruktive Zusammenarbeit nicht mehr möglich sei. Es beschrieb ein stark belastetes Verhältnis zu den Vizepräsidenten und ein sich verschlechterndes Arbeitsklima.
Der Verband lehnte es damals ab, auf die Einzelheiten einzugehen.
Der LFV Bayern äußert sich grundsätzlich nicht zu internen Abläufen und Personalangelegenheiten der Geschäftsstelle, einschließlich Ergebnissen von Mitarbeiterbefragungen.
Chronologie der Krise
- Ordentliche Generalversammlung in Kronach erreicht keine Beschlussfähigkeit
- Sieben Bezirkspräsidenten reichen Antrag auf außerordentliche Sitzung zur Abberufung Bartelts ein
- Außerordentliche Generalversammlung angesetzt; Bartelt tritt zuvor zurück
Rücktritt vor der Samstagsabstimmung
Axel Bartelt trat am Morgen des 25. Juli 2026 mit sofortiger Wirkung zurück, Stunden bevor die außerordentliche Sitzung um 10:30 Uhr in München beginnen sollte. Der Schritt kam einer geplanten Entscheidung über seine mögliche Abberufung zuvor, die als Tagesordnungspunkt 13 vorgesehen war. Bartelt sagte dem Münchner Merkur/tz:
Das ist der letzte Dienst, den ich dem Landesfischereiverband erweisen kann.
Der Rücktritt wurde laut einer Stellungnahme des Landesfischereiverbandes vom Vorstand und den Delegierten der Bezirksverbände einhellig begrüßt.
Interimsleitung und Weg bis 2027
Die beiden Vizepräsidenten Willi Ruff und Alfred Stier werden den Verband führen, bis auf der ordentlichen Generalversammlung 2027 ein neuer Präsident gewählt wird. Sie sind zudem damit beauftragt, eine grundlegende Neuorganisation der Verbandsgremien einzuleiten. Die außerordentliche Sitzung musste noch über eine mögliche Interimsvertretung sowie weitere anstehende Geschäfte entscheiden, da die ordentliche Generalversammlung am 13. Juni 2026 in Kronach nicht beschlussfähig gewesen war.


