Spanien und Argentinien stehen vor WM-Finalduell: Messi gegen Yamal und La Roja's ungeschlagene Serie
Titelverteidiger Argentinien, angeführt vom 39-jährigen Lionel Messi, trifft am Sonntag im WM-Finale 2026 in New Jersey auf Europameister Spanien – beide Teams jagen die Geschichte.
Das Finalpaar
Das WM-Finale am Sonntag in New Jersey bringt Titelverteidiger Argentinien und Europameister Spanien zusammen – ein Aufeinandertreffen, das ursprünglich für die Finalissima früher in diesem Jahr geplant war, bevor US-israelische Angriffe auf den Iran dessen Absage erzwangen. Nun geht es um noch viel mehr. Argentinien, voller Leidenschaft und Feuer, jagt den zweiten Titel in Folge, angeführt vom 39-jährigen Lionel Messi. Spanien, seit 37 Spielen ungeschlagen und im Turnier nur ein Gegentor kassiert, geht als Favorit der Buchmacher ins Rennen – mit einem Stil, der auf Kontrolle und Präzision beruht.
Argentiniens steiniger Weg
Argentiniens Kampagne war weniger eine glatte Titelverteidigung als eine Pilgerreise durch Leiden. Lionel Scalonis Mannschaft, von der 17 der 26 Spieler bereits 2022 triumphierten, erreichte das Finale auf die harte Tour: ein Sieg nach Verlängerung gegen Kap Verde, dann nervenaufreibende Aufholjagden gegen Ägypten und England. Der 2:1-Halbfinalsieg gegen England, den Xavi und Javier Mascherano gemeinsam verfolgten, ließ selbst Messis ehemalige Teamkollegen kaum fassen, was sie da sahen.
- Argentinien besiegt Kap Verde in der Verlängerung
- Argentinien dreht Rückstand und besiegt Ägypten
- Argentinien bezwingt England nach erneuter Aufholjagd mit 2:1
Spaniens ruhige Kontrolle
Spanien wirkte wie eine Mannschaft, die Druck als eine bereits vereinbarte Besprechung behandelt. Unter Luis de la Fuente agieren sie mit einer fast unheimlichen Gelassenheit. Der Trainer scherzte am Freitag, seine einzige Nervosität gelte dem Helikopterflug zurück ins Teamhotel. Rodri, der Ballon-d'Or-Gewinner und Kapitän, sagte, Spanien sei „eine sehr abgerundete Mannschaft“, die den eigenen Strafraum, den des Gegners und das Mittelfeld kontrolliere. Er erwartet einen körperlich harten Kampf, möchte aber, dass sein Team keine Provokationen beachtet und sein Spiel durchsetzt.
Messi und Yamal: Vergangenheit und Zukunft
Das Finale ist reich an Barça-Geschichte. Messi, der glanzvollste Export der Jugendakademie, trifft auf Lamine Yamal, den 19-jährigen Stürmer, der in seiner Kindheit im Rocafonda-Viertel von Mataró zu ihm aufsah. Ein virales Foto des Baby-Yamal mit Messi hat die Fantasie beflügelt. Yamals Großmutter, Fatima Nasraoui, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, sie wolle, dass Spanien gewinnt, und werde laut schreien, wenn er ein Tor erzielt. Xavi, der Yamal bei Barcelona sein Profidebüt gab, sagte, es sei „unglaublich“, Messi mit 39 Jahren zu sehen, und nannte ihn „den Besten der Geschichte“.
Was sie sagten
Mascherano ging noch weiter und sagte, Messi scheine immer noch die Fernbedienung für die größte Bühne des Fußballs zu halten.
Ich denke, er zeigt immer noch, dass er der Herr des Spiels ist. Er hat den Ball, und er trifft manchmal die Entscheidungen, dass er das Spiel gewinnen wird, und das kann er auch tun.
Scaloni, gefragt, wie sein Team nach dem Gewinn der Trophäe hungrig bleibt, wies auf die Fans hin. „Du siehst deine Leute, wie sie feiern, wie glücklich sie sind, das berührt dich, es ist unmöglich, dass es dein Herz nicht anrührt“, sagte er. Torhüter Emiliano Martínez fügte hinzu, dass es „sehr viel bedeutet“, die Fans um 2 Uhr morgens bei kaltem argentinischem Wetter feiern zu sehen.
De la Fuente, der einst einen Jugend-Messi nach Auswechslung seines Bewachers in 15 Minuten vier Tore erzielen sah, schloss eine Manndeckung diesmal aus. „Wir müssen wachsam sein und besondere Aufmerksamkeit schenken, selbstverständlich“, sagte er. Er wehrte sich auch vehement gegen die Andeutung, Argentinien könnte zu trickreichen Taktiken greifen, nannte Scaloni einen engen Freund und sagte, er habe „nichts als Bewunderung“ für die südamerikanischen Meister.
Das taktische Duell
Rodri erwartet ein Spiel, das anders ist als alles, was Spanien bisher erlebt hat, er beschreibt es als „körperlicher“ und fordert Anpassungsfähigkeit. Er warnte, dass Argentinien weit mehr als nur Messi sei, und wies auf ihren kämpferischen Charakter und ihre Fähigkeit hin, aus schwierigen Situationen zurückzukommen. Spanien müsse durchgängig zu sich selbst stehen, sagte er, und gleichzeitig ein sehr wachsames Auge auf den 39-Jährigen haben, der nach Mascheranos Worten „anders, völlig anders“ bleibt. Das Finale wird auch eine verlängerte Halbzeitpause für eine Star-Show beinhalten, eine logistische Wendung, auf die beide Lager vorbereitet sind.


