
FIFA zahlt rund 4 Millionen Dollar für weitgehend leeres Büro im Trump Tower, berichtet die NYT
FIFA mietet mehr als sieben Jahre lang eine Suite im 17. Stock des Trump Tower in New York – insgesamt rund 4 Millionen Dollar. Die Räume stehen weitgehend leer, und der Deal nährt neue Vorwürfe gegen Gianni Infantino kurz vor einer Sitzung des FIFA-Rats am 15. Oktober in Zürich.
Der Mietvertrag
FIFA unterzeichnete einen Mietvertrag über mehr als sieben Jahre für eine Suite im 17. Stock des Trump Tower in New York im Wert von rund 4 Millionen Dollar, wie zwei direkt an dem Geschäft beteiligte Funktionäre und der New York Times vorliegende Dokumente berichten. Le Monde, das ebenfalls Buchhaltungsunterlagen einsehen konnte, errechnet die Miete auf 41.000 Dollar pro Monat und berichtet, dass die US-Tochter von FIFA sie seit Juni 2025 zahlt – ein Jahr vor der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko. Le Monde beschreibt ein Büro von etwa 450 Quadratmetern, während Der Standard etwa 465 Quadratmeter angibt. De Standaard zufolge, unter Berufung auf die New York Times, läuft der Vertrag bis 2032. Die New York Times berichtet, dass die Suite überwiegend leer steht, und Le Monde beschreibt sie als weitgehend ungenutzt.
- FIFA unterzeichnet einen Mietvertrag über mehr als sieben Jahre für die Suite im 17. Stock
- Die Mietzahlungen beginnen, ein Jahr vor der Weltmeisterschaft
- Der FIFA-Rat tagt in Zürich, wo die Enthüllungen voraussichtlich zur Sprache kommen
- Der Mietvertrag läuft bis zu diesem Jahr, so De Standaard unter Berufung auf die New York Times
Eröffnung und Nutzung des Büros
FIFA veranstaltete rund ein Jahr vor der Weltmeisterschaft eine Eröffnungsfeier für das Büro. Eric Trump, der Sohn des Präsidenten, sagte, die Organisation seiner Familie fühle sich „geehrt“, den Weltfußballverband beherbergen zu dürfen. Le Monde berichtet, dass die Trump Tower Commercial LLC, der das Gebäude gehört und die es verwaltet, von Eric Trump geführt wird. Laut Le Monde besichtigte FIFA vor der Wahl des Trump Tower für Repräsentationszwecke keine anderen Räumlichkeiten und holte keine konkurrierenden Angebote ein. Le Monde berichtet zudem, dass vier FIFA-Funktionäre den Vertrag paraphierten, darunter Generalsekretär Mattias Grafström. FIFA erklärte gegenüber Le Monde, der Mietvertrag sei nach den üblichen internen Verfahren unterzeichnet worden. Der Verband gibt an, die Räume würden für besondere Veranstaltungen und Treffen mit hochrangigen Gästen genutzt, unter anderem am Rande der UN-Generalversammlung, und man zahle einen marktüblichen Preis.
Verbindungen zu Trump
Die New York Times berichtet, Infantino habe den amerikanischen Präsidenten gelobt und ihm zu Ehren einen besonderen Friedenspreis geschaffen. Während der Weltmeisterschaft hob FIFA die Sperre von Folarin Balogun auf, einem Starstürmer der US-Nationalmannschaft, nach einem Telefonat zwischen Trump und Infantino – was Vorwürfe der Befangenheit und politischer Einflussnahme auslöste. Die Zeitung berichtet außerdem, hochrangige FIFA-Funktionäre hätten Bedenken geäußert, Räume in einem mit Trump verbundenen Gebäude in einem Bundesstaat mit hohen Steuern ohne klaren Bedarf anzumieten. Infantino steht zudem wegen geheimer Gespräche über den Verkauf eines Teils künftiger Turniere an einen privaten Fonds in der Kritik, der von dem Bruder von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner geführt wird. Der europäische Fußballverband drohte, wegen dieses Plans Strafanzeige zu stellen, und Infantino hat seinen Kritikern eine Schmutzkampagne vorgeworfen. Kritiker, so berichtet De Standaard, sehen den Mietvertrag im Trump Tower als Teil eines Musters, zu dem auch Verbindungen zu den Organisatoren der Weltmeisterschaften 2022, 2030 und 2034 in Katar, Marokko und Saudi-Arabien gehören.
Vorwürfe nicht deklarierter Zahlungen
The Times of London berichtet, Infantino habe einen Teil seiner Einkünfte als FIFA-Präsident nicht angegeben – ein „verstecktes zweites Gehalt“ von mehr als 1,5 Millionen Euro von einer amerikanischen Organisation, so De Standaard. Der Standard berichtet, Infantino habe 2024 zusätzlich zu seinem Gehalt 1,72 Millionen Dollar von der Weltmeisterschaftsorganisation erhalten, ohne dies offenzulegen. Le Temps nennt die Summe 1,76 Millionen Dollar. Die Berichte weichen bei der Höhe voneinander ab, und die Artikel gleichen die beiden Zahlen nicht miteinander ab. Le Temps und Ouest France stellen diese Gehaltsvorwürfe getrennt vom Büromietvertrag dar, obwohl beide Teil derselben Serie von Vorwürfen gegen Infantino sind.
Wie es weitergeht
Der FIFA-Rat tagt am Donnerstag, dem 15. Oktober, in Zürich. Ouest France berichtet, die neuen Enthüllungen dürften bei diesem Treffen zur Sprache kommen, und De Standaard beschreibt die Vorwürfe als sich verdichtend im Vorfeld des Treffens. Der Mietvertrag würde, sollte er wie berichtet laufen, bis 2032 bestehen bleiben.

