FIFAs 10-Mrd.-USD-Private-Equity-Plan löst EU-Wettbewerbswarnung und breite Fußball-Kritik aus
Die FIFA kündigte einen Plan zur Gründung einer neuen Gesellschaft namens FIFA Forward Enterprise an, um noch in diesem Jahr bis zu 4,2 Mrd. USD von Minderheitsinvestoren einzusammeln und über 10 Mrd. USD für die Fußballentwicklung freizusetzen. Der Vorschlag stieß sofort auf scharfe Kritik von UEFA, Europäischer Union und großen Verbänden, die vor einer zersetzenden Kommerzialisierung und möglichen Interessenkonflikten warnten.
Die FIFA, ein gemeinnütziger Dachverband, gab am 28. Juli ihre Absicht bekannt, alle kommerziellen Rechte (Übertragung, Sponsoring, Ticketing und Lizenzierung) zusammen mit den Turnierbetrieben in eine neue Einheit namens FIFA Forward Enterprise (FFE) zu bündeln. Diese Einheit soll externen Minderheitsinvestoren eine Beteiligung von rund 20 % anbieten und im ersten Jahr 4,2 Mrd. USD einwerben. Alle Nettogewinne sollen in den Fußball reinvestiert werden, und die Organisation erklärt, dass die Struktur dazu beitragen werde, in den nächsten vier Jahren über ein neues FIFA Fast Forward Programme mehr als 10 Mrd. USD zu mobilisieren – weit mehr als die 2,7 Mrd. USD an Ausschüttungen, die zuvor für die Mitgliedsverbände zwischen 2027 und 2030 geplant waren. Die Investition würde keine Kontrolle gewähren; die FIFA würde eine Mehrheit im Vorstand behalten und die alleinige Autorität über Regeln, Wettbewerbe und den internationalen Spielkalender.
- FIFA kündigt Plan zur Gründung der FIFA Forward Enterprise an, um private Investitionen anzuziehen.
- EU-Kommissar Glenn Micallef twittert Verurteilung, warnt vor Wettbewerbsrecht und zersetzender Kommerzialisierung.
- UEFA bestätigt Notfallsitzung ihrer 55 Mitgliedsverbände angesichts weit verbreiteter europäischer Kritik.
Europäische Fußballverbände und EU lehnen ab
Die UEFA, die am Mittwoch eine Notfallschaltung mit ihren 55 Mitgliedsverbänden abhielt, bezeichnete den Vorschlag als eine Linie, die niemals überschritten werden dürfe. Der englische FA zeigte sich tief besorgt, während der Deutsche Fußball-Bund erklärte, das Projekt als einen regelrechten Angriff auf den Sport zu betrachten. Die französische Sportministerin Marina Ferrari bestätigte, dass die europäischen Fußballinstitutionen dringend tagten, um ihre Reaktion zu koordinieren.
Dies ist eine Linie, die die den Fußball regierenden Institutionen niemals überschreiten sollten.
Dies ist ein absoluter Angriff auf den Fußball.
EU warnt vor Wettbewerbsrecht und zersetzender Kommerzialisierung
Glenn Micallef, der EU-Kommissar für Sport, veröffentlichte am 29. Juli eine Reihe von Botschaften, die zwar keine sofortige Untersuchung einleiteten, aber eine gründliche Prüfung ankündigten. Der Kommissar warnte, dass die regulatorischen Befugnisse der FIFA in Verbindung mit privaten finanziellen Interessen tiefgreifende Fragen zu Governance, Unabhängigkeit und Interessenkonflikten aufwerfen, und fügte hinzu, dass die Europäische Kommission den Vorschlag wettbewerbsrechtlich prüfen werde. Er kritisierte direkt das Tempo der Monetarisierung und sagte, Fußball sei nicht amerikanischer Baseball und dürfe nicht als solcher behandelt werden.
Die unerbittliche Kommerzialisierung des Fußballs ist zersetzend geworden. Sie bedroht genau das, was Fußball zur beliebtesten Sportart der Welt gemacht hat.
Diese Vorschläge werfen wichtige Fragen zum Wettbewerbsrecht auf.
Weltweite Reaktion und Bedenken zum Verfahren
Concacaf und der Asiatische Fußballverband kritisierten die Ankündigung, weil sie öffentlich gemacht wurde, bevor die FIFA-Mitglieder unterrichtet worden waren. Der Präsident des Französischen Fußballverbandes, Philippe Diallo, sagte, der Plan werfe viele Fragen auf. Laut The Times unterstützt die US-Bank JP Morgan die FIFA-Initiative, obwohl die FIFA keine Finanzpartner genannt hat.
- Geplante Ausschüttungen an Mitglieder 2027–2030 (vor FFE)
- 2.7 Mrd. USD
- FFE-zugesagter Fonds über vier Jahre
- 10 Mrd. USD
Wie es weitergeht
Die UEFA wird noch in dieser Woche eine außerordentliche Sitzung einberufen, um eine gemeinsame europäische Haltung zu formulieren, während die Prüfung des Vorschlags durch die EU in Bezug auf wettbewerbsrechtliche Auswirkungen voraussichtlich bald beginnen wird. Es gibt keinen Zeitplan für den Start der FFE, und das Ausmaß des Widerstands in Europa deutet darauf hin, dass das Projekt auf erhebliche politische und rechtliche Hindernisse stoßen wird, bevor ein externer Investor einsteigen kann.

