
Autopsie bestätigt: Tania Terrin wurde erdrosselt – Ministerium prüft frühere Beschwerden gegen Dino Keber
Die forensische Analyse bestätigte, dass die 39-jährige Tania Terrin in Camponogara durch Strangulation starb, während das italienische Justizministerium eine Inspektion von vier früheren Anzeigen wegen häuslicher Gewalt gegen Dino Keber aus 24 Jahren prüft.
Autopsie bestätigt Todesursache
Gerichtsmediziner bestätigten, dass die 39-jährige Tania Terrin in der Nacht vom 15. auf den 16. August in ihrem Wohnhaus in Camponogara durch Strangulation starb. Professor Claudio Terranova von der Universität Padua führte die Untersuchung im Auftrag der Staatsanwaltschaft Venedig durch und stellte einen Bruch des Zungenbeins sowie Abschürfungen und Druckstellen am Hals fest. Die Ermittler wiesen darauf hin, dass das Verletzungsmuster auf gewaltsame manuelle Kompression hindeutet. Der Gerichtsmediziner hat 30 Tage Zeit, den umfassenden Autopsiebericht den Justizbehörden vorzulegen. Terrins Ex-Partner, der 43-jährige Dino Keber, nahm sich kurz nach der Tat in seinem Wohnhaus in Dolo durch Erhängen das Leben.
Ablauf der früheren Anzeigen wegen häuslicher Gewalt
Dem Mord ging ein dokumentiertes Muster körperlicher Gewalt über 24 Jahre voraus, das zu keiner strafrechtlichen Verurteilung führte. Am 4. März 2002 erstattete eine 16-jährige Partnerin Anzeige gegen Keber, nachdem sie mit einer 25-tägigen Krankenhausprognose behandelt worden war; der Fall wurde eingestellt, nachdem sie ihre Anzeige zurückzog. Eine zweite Partnerin erstattete 2010 Anzeige wegen Verletzungen, die einen 10-tägigen Krankenhausaufenthalt erforderten, und zog die Aussage später zurück. Eine dritte ehemalige Partnerin erlitt 2024 wiederholte Schläge, suchte dreimal die Notaufnahme auf und warnte Terrin anschließend am 20. April 2026 über soziale Medien vor Kebers Verhalten. Terrin selbst erstattete im April 2026 formelle Anzeige, nachdem sie berichtet hatte, dass Keber sie vier Tage zuvor in ein Schlafzimmer gestoßen und versucht hatte, sie zu erwürgen.
- Eine 16-jährige Partnerin erstattet Anzeige nach einer Krankenhausprognose von 25 Tagen; der Fall wird später nach Rücknahme eingestellt
- Eine zweite Partnerin meldet Gewalt mit einer Krankenhausprognose von 10 Tagen, zieht die Anzeige später zurück
- Eine dritte Partnerin erstattet Anzeige nach drei Notaufnahmen, zieht die Anzeige später zurück
- Tania Terrin meldet einen versuchten Strangulationsangriff bei den Carabinieri, was das Rote-Code-Protokoll auslöst
- Der Polizeipräsident von Venedig erlässt eine formelle Verwarnung gegen Dino Keber wegen eskalierender Gewalt
- Tania Terrin wird tot in Camponogara aufgefunden; Dino Keber begeht Suizid in Dolo
Behördliche Überprüfung und Schutzanordnungen
Nach Terrins Anzeige im April 2026 aktivierten die Behörden das italienische Schutzprotokoll „Roter Code“ und die Polizei richtete eine Überwachung vor ihrem Wohnhaus ein. Im Juni 2026 erließ der Polizeipräsident von Venedig eine formelle Verwarnung gegen Keber unter Berufung auf wiederholte Einschüchterungsakte und eskalierende körperliche Misshandlung. Der italienische Justizminister Carlo Nordio, der als Staatsanwalt die erste Anzeige gegen Keber aus dem Jahr 2002 in Venedig bearbeitet hatte, prüft, ob er ministerielle Inspektoren entsenden soll, um zu untersuchen, wie die Staatsanwaltschaft den Fall behandelt hat. Beamte des Justizministeriums erklärten, der Fall befinde sich noch in der administrativen Prüfung.
Der Fall wird in seiner Schwere geprüft, es wurde jedoch noch keine Initiative ergriffen.
Reaktion der Gemeinschaft und Forderungen nach Reformen
Terrins Mutter, Marinella Forner, kritisierte öffentlich das Fehlen physischer Sicherheitsvorkehrungen für Frauen, die gewalttätige Partner bei der Polizei anzeigen. Sie betonte, dass bestehende Schutzmaßnahmen die praktische Last des Ausweichens auf die Opfer abwälzten, anstatt die Tatverdächtigen einzuschränken.
Wenn sie Anzeige erstatten, müssen sie bereit sein, ihre Koffer zu packen und sich zu verstecken, das ist das Einzige, was sie retten kann.
Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, verbreitete Forners Appell auf sozialen Medien und stellte eine Verbindung zu breiteren Präventionsbemühungen her. In Camponogara versammelten sich rund 300 Einwohner zu einer öffentlichen Demonstration gegen geschlechtsspezifische Gewalt und hielten mit Trillerpfeifen, Schlüsseln und Klatschen eine kollektive Lärmminute ab.


