
FC Zürich-Fans legen Schweizer Züge lahm und besetzen Bahnhof Bern vor dem Spiel gegen Sion
Die Schweizerischen Bundesbahnen haben am Samstag zwei Züge angehalten, nachdem FC Zürich-Anhänger die Bordalarme ausgelöst hatten, während Hunderte den Bahnhof Bern auf dem Weg zum Spiel gegen den FC Sion besetzten.
Störungen auf der Bahnstrecke Zürich–Bern
Mehrere hundert FC Zürich-Anhänger haben am Samstagnachmittag den Zugverkehr während ihrer Reise durch die Schweiz zum Spiel der Super League gegen den FC Sion gestört. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) teilten mit, dass reisende Fans die Notbremsen in einem Personenzug auf der Strecke zwischen Zürich und Bern betätigt hätten. Ein zweiter Zug kam im Hauptbahnhof Bern zum Stillstand, nachdem weitere Sicherheitsalarme ausgelöst wurden, woraufhin das Zugpersonal beide Züge gemäß den Sicherheitsvorschriften außer Betrieb nahm. Die SBB hatten im Voraus Reisehinweise veröffentlicht, in denen sie normale Fahrgäste vor stark überfüllten Waggons und betrieblichen Verspätungen auf den Hauptachsen warnten. Die Sperrungen unterbrachen die Bahnverbindungen zwischen den beiden Großstädten, sodass normale Passagiere und mitreisende Fans auf der Strecke in den Kanton Wallis aufgehalten wurden.
Besetzung und Rauchpetarden im Bahnhof Bern
Anhänger aus Zürich, darunter Ultras der Südkurve des Vereins, versammelten sich gegen 14:30 Uhr am Hauptbahnhof Bern, um nach Sion weiterzureisen. Gekleidet in einheitliche dunkelblaue Jacken, hellblaue Jeans und weiße Turnschuhe, besetzten Hunderte Fans die zentrale Schalterhalle, sangen Vereinslieder und zündeten blaue Rauchpetarden. Augenzeugen berichteten von dichtem Rauch, der rund um den zentralen Treffpunkt des Bahnhofs aufstieg, wobei Beobachter anmerkten, dass die Fans davon absahen, Seenotsignale zu zünden. Ein großes Polizeiaufgebot errichtete einen Sicherheitskordon um den zentralen Versammlungsbereich und forderte die Pendler auf, sich von den erhöhten Bahnhofsgalerien fernzuhalten, um Verletzungen zu vermeiden. Der Reiserückstau verschärfte sich, als der für 15:07 Uhr nach Sion geplante Zug einen technischen Defekt erlitt und mehrere hundert Fans auf den Bahnsteigen strandeten.
- Fans treffen am Bahnhof Bern ein und zünden Rauchpetarden in der Halle.
- Mehrere hundert Fans versammeln sich unter Polizeikordon am Treffpunkt des Bahnhofs.
- Der planmäßige Regionalzug nach Sion erleidet eine technische Störung, sodass Fans stranden.
- Neu angesetzter Anpfiff zwischen dem FC Sion und dem FC Zürich im Stade de Tourbillon.
- Ursprüngliche Anpfiffzeit, von den Behörden vorverlegt, um eine Rückkehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln am selben Tag zu ermöglichen.
Änderungen der Transportpolitik und neu angesetzter Anpfiff
Das Reisechaos folgt auf eine von den SBB umgesetzte Politikänderung bezüglich des Transports von Fußballfans für die laufende Saison. Die SBB gaben Ende Juli 2026 bekannt, dass sie keine Sonderzüge für Fans mehr außerhalb des regulären Fahrplanbetriebs anbieten würden, mit Verweis auf knappe Personalressourcen, Baustellen im Netz und erhöhte Betriebskosten. Ohne eigene Charterdienste mussten die Auswärtsfans reguläre planmäßige Züge nutzen, um das Stade de Tourbillon in Sion zu erreichen. Da die Fans ansonsten nach späten Spielen ohne Rückfahrmöglichkeiten im Wallis gestrandet wären, verlegten die Kantonsbehörden den Anpfiff des Spiels von 20:30 auf 18:00 Uhr. Die Terminanpassung sollte sicherstellen, dass die Zürcher Fans ihre Heimreise abschließen konnten, bevor die regulären Personenzüge für die Nacht ihren Betrieb einstellten.
Sicherheitsüberprüfungen und anhaltende Bahnstreitigkeiten
Die Stilllegungen vom Samstag folgen auf eine Reihe koordinierter Proteste von Fußballfans gegen die Reduzierung der Chartertransportdienste. Ende Juli 2026 störten Anhänger des Rivalen Grasshopper Club Zürich einen regulären Zug nach Lausanne, indem sie mindestens 15-mal die Notbremse zogen, in den Waggons rauchten und Informationsflyer an Fahrgäste verteilten, was die SBB zur Einreichung von Strafanzeigen veranlasste. Nach den Störungen in Bern bestätigten die SBB, dass die Sicherheitsverstöße zusammen mit der Polizei und den Lizenzbehörden formell betrieblich überprüft würden.
Das Bahnunternehmen verurteilt dieses Verhalten auf das Schärfste.
Ein SBB-Sprecher informierte die Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass die Bahnbetreiber das Sicherheitsaufgebot für die abendliche Rückfahrt anpassen würden, während die Bewertung möglicher Sachschäden am Bahnhof Bern noch im Gange sei.


