Waldbrand in munitionsverseuchtem Gebiet zwingt deutsches Dorf zur Evakuierung – Explosionen erschweren Löscharbeiten
Ein Waldbrand in einem mit Blindgängern durchsetzten Waldgebiet hat die Evakuierung des gesamten Dorfes Traisen in Westdeutschland erzwungen. Feuerwehrleute können die munitionsbelastete Zone nicht betreten und bekämpfen die Flammen mit Wasserwerfern und Baumfällarbeiten.
Am Samstagnachmittag brach an einem Steilhang nahe Traisen, einem Dorf mit rund 650 Einwohnern im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland‑Pfalz, ein Waldbrand aus. Das Feuer breitete sich über ein ehemaliges militärisches Munitionsentsorgungsgelände aus und wurde von wiederholten Explosionen vergrabener Blindgänger begleitet.
Das Feuer und seine Gefahren
Das Gebiet ist ein Naturschutzgebiet, das einst als Munitionskippen genutzt wurde. Aufgrund der Kontamination können Feuerwehrleute Teile der Brandzone nicht gefahrlos betreten. Stattdessen schneiden sie Brandschneisen und setzen leistungsstarke Wasserwerfer ein, um den Brand zu halten. Die Explosionen dauerten bis Sonntag an; ein Kampfmittelräumtrupp wurde zur Gefahrenbewertung hinzugezogen.
- Samstagnachmittag: Waldbrand bricht an einem Steilhang nahe Traisen aus.
- Samstagabend: Erste Gebäude in unmittelbarer Brandnähe evakuiert.
- Nacht auf Sonntag: Entscheidung, alle Gebäude im Umkreis von 1 km zu räumen; Bewohner müssen bis 2 Uhr verlassen.
- Sonntagmorgen: Dorf fast vollständig leer; Arbeiten zum Schutz des Mobilfunkmasts und zur Brandeindämmung gehen weiter.
Evakuierung von Traisen
Am Samstagabend evakuierten die Einsatzkräfte zunächst einige Gebäude in unmittelbarer Brandnähe. In der Nacht wurde die Anordnung ausgeweitet: Bewohner im Umkreis von einem Kilometer mussten ihre Häuser bis 2 Uhr verlassen. Rund 650 Menschen waren betroffen, in einer Sporthalle im nahegelegenen Roxheim wurde eine Notunterkunft eingerichtet. Älteren, kranken Menschen und Müttern mit Kindern unter drei Jahren wurden Hotelzimmer angeboten. Am Sonntagmorgen war das Dorf fast leer; nur eine Familie weigerte sich zunächst zu gehen, die Polizei wurde hinzugezogen.
Wettlauf um den Mobilfunkmast
Die Löschkräfte konzentrierten sich auch auf den Schutz eines Telekommunikationsmasts im abgesperrten Gebiet. Der Mast ist ein kritischer Knotenpunkt für die Mobilfunkabdeckung im Landkreis Bad Kreuznach. Die Besatzungen benetzen ihn mit Wasser und fällen Bäume in seiner Umgebung, um einen Puffer zu schaffen.
Hitzewelle als Hintergrund
Der Brand in Traisen ist einer von mehreren großen Waldbränden, die am Wochenende ausbrachen, während eine Hitzewelle weite Teile Deutschlands erfasste. Im Bereich Gohrischheide an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg brannte ein weiterer munitionsbelasteter Wald. Dort äußerten die Einsatzkräfte besondere Besorgnis über vorhergesagte böige Winde, die Glutnester verwehen könnten. Dieser Brand war am Sonntagmorgen noch aktiv, obwohl er durch die Nachtarbeit auf einen einzigen abgeriegelten Sektor begrenzt werden konnte.


