
Feuerlöschroboter bei munitionsbelastetem Waldbrand bei Traisen im Einsatz – Hunderte evakuiert
Ein ferngesteuerter Feuerlöschroboter wurde eingesetzt, um einen hartnäckigen Waldbrand bei Traisen zu bekämpfen, wo nicht explodierte Weltkriegsmunition es für Feuerwehrleute zu gefährlich macht, sich den Flammen zu nähern.
Gefährliche Bedingungen durch Kampfmittel
Der Waldbrand im Naturschutzgebiet Rotenfels bei Bad Kreuznach brach am Samstagnachmittag aus und breitete sich bei trockenen, heißen Bedingungen schnell aus. Das Gebiet ist übersät mit nicht explodierter Weltkriegsmunition, was eine akute Explosionsgefahr darstellt. Infolgedessen wurde ein ein Kilometer breiter Sicherheitsbereich eingerichtet und das nahe gelegene Dorf Traisen mit rund 650 Einwohnern am Sonntag komplett evakuiert.
Wir wollen das so schnell wie möglich ermöglichen.
Landrätin Dickes sagte, die Rückkehr der Bewohner bleibe ungewiss und der Einsatz könne Tage dauern. Am frühen Montag brachte ein Bus die Evakuierten kurz zurück in ihre Häuser, um vergessene Notwendigkeiten zu holen. Heiko Keller, ein Einwohner von Traisen, beschrieb die Dringlichkeit:
Ich musste am Samstagabend innerhalb von 15 Minuten raus.
- Brand bricht am Rotenfels bei Bad Kreuznach aus und breitet sich bei heißen, trockenen Bedingungen schnell aus.
- Traisen (650 Einwohner) wird wegen der Gefahr von Explosionen von Weltkriegsmunition vollständig evakuiert; 1 km Sicherheitszone eingerichtet.
- Löschroboter trifft aus Vechta ein; Evakuierte kehren kurz in ihre Häuser zurück; Regen in der Nacht entspannt die Lage.
Feuerlöschroboter aus Niedersachsen
Da Feuerwehrleute die munitionsbelastete Zone nicht betreten können, wurde ein speziell entwickelter Löschroboter aus dem Landkreis Vechta in Niedersachsen angefordert. Der Roboter traf am Montagmorgen auf einem Tieflader ein und wurde für den Einsatz vorbereitet. Er wird ferngesteuert von einer Kommandostation und bezieht Wasser durch einen Schlauch, der bis zu 800 Meter verlängert werden kann, zum Beispiel aus einem Tank oder einer Wasserkanone. Das System, das rund 2,8 Millionen Euro kostet, ist laut Landesbrandmeister Tom Riedel einzigartig in Deutschland. Kleinere Satelliteneinheiten der Feuerwehr Hanau in Hessen werden ebenfalls zur Unterstützung eingesetzt.
Regen bringt leichte Entlastung
Regen in der Nacht sorgte für eine gewisse Entlastung, dämpfte die Flammen und half, die Brandschneisen zu halten. Eine befürchtete Ausbreitung in Richtung eines Mobilfunkmastes und eines Kindergartens blieb aus. Riedel warnte jedoch:
Dutzende Feuerwehrfahrzeuge aus ganz Rheinland-Pfalz bleiben in Bereitschaft. In Sachsen wurde ein separater Waldbrand im Gebiet Gohrischheide, der am Samstag ausgebrochen war, mit Hilfe von Drohnen, Hubschraubern und 200 Feuerwehrleuten weitgehend gelöscht.Wir befürchten, dass das für heute erwartete warme und trockene Wetter in Kombination mit Wind die Flammen neu anfachen wird.
Politische Reaktion und künftige Vorsorge
Ministerpräsident Gordon Schnieder besuchte die Einsatzleitung und dankte den Einsatzkräften. Er sagte, der Vorfall zeige, dass Rheinland-Pfalz möglicherweise in eigene Roboterausrüstung für munitionsbelastete Standorte investieren müsse.
Er merkte an, dass das Land seine Fahrzeugflotte für Waldbrände kürzlich bereits aufgerüstet habe.Wir müssen unsere Fähigkeiten für die Zukunft stärken.

