Die Welle begann Mitte September am Lycée Antoine-de-Saint-Exupéry in Créteil südöstlich von Paris, wo Lehrkräfte aus Protest gegen Stellenstreichungen und chronische Unterfinanzierung in den Streik traten. Schülerinnen und Schüler schlossen sich an, und der Protest breitete sich zunächst auf Paris und dann auf ganz Frankreich aus. Nach offiziellen Angaben beteiligten sich am Samstag, 17. Oktober, landesweit nicht weniger als 550.000 Menschen, und vermummte Personen mischten sich unter die Menge, um Gewalt zu verüben. Geschäfte wurden geplündert, Autos und Mülltonnen angezündet, und das Rathaus von Limoges, ein Gebäude aus dem Jahr 1883, brannte aus.
Die Behörden zählten 1.800 Festnahmen sowie mehr als 500 verletzte Polizeibeamte und Feuerwehrleute. ANSA bezifferte die Zahl der Festnahmen in seiner jüngsten Zählung auf mindestens 2.400. Handelsminister Serge Papin sagte, mindestens 3.000 Geschäfte seien beschädigt oder geplündert worden, während RTVE von mehr als 1.500 geplünderten Geschäften im ganzen Land berichtete.
Nach Angaben der Polizeipräfektur ist der Zutritt zur Place de la République und zum Viertel Les Halles von Montag, 19. Oktober, 23:00 Uhr, bis Dienstag, 20. Oktober, 6:00 Uhr verboten. In bestimmten Vierteln der Metropole sind Versammlungen und Demonstrationen ab 20:00 Uhr untersagt. Das Büro des Premierministers bestätigte gegenüber dpa, dass für Minderjährige in Lille, Douai, Wattignies und Denain am Montag und Dienstag von 20:00 bis 6:00 Uhr Ausgangssperren gelten, die nur Teile dieser Orte erfassen. Nizzas Bürgermeister Éric Ciotti kündigte eine Ausgangssperre für Minderjährige von 21:00 bis 6:00 Uhr im Stadtzentrum an, wo es am Wochenende die schwersten Zusammenstöße gab. Premierminister Sébastien Lecornu sagte, die Maßnahmen seien örtlich sehr begrenzt und zielten darauf ab, Menschen und von Plünderungen betroffene Geschäfte zu schützen.
In Belgien begannen am 1. Oktober Schulblockaden in Lüttich, es folgten ein landesweiter Streiktag und eine große Demonstration in Brüssel am 9. Oktober. Weitere Kundgebungen am 12. und 17. Oktober in beiden Städten führten zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei; die Beamten setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Proteste richten sich gegen Sparpläne der Regierung von rund 10 Milliarden Euro, darunter 500 Millionen Euro Kürzungen im frankophonen Bildungswesen bis 2029, höhere Studiengebühren und das Ende vergünstigter Bustickets für Jugendliche. Innenminister Bernard Quintin schrieb auf X, es würden alle notwendigen Mittel eingesetzt, um die Ordnung wiederherzustellen.
In Italien zogen am Freitag, 16. Oktober, Tausende Schülerinnen, Schüler und Studierende durch Rom, am Wochenende folgten Proteste in Mailand, Bologna, Brescia, Bergamo und Turin. In Mailand plünderten bei einer Kundgebung gegen Kriege und Inflation am Samstag, 17. Oktober, Vermummte Geschäfte und warfen Pflastersteine auf Bereitschaftspolizei. Nach Polizeiangaben wurden in Mailand mehr als 270 Jugendliche und junge Erwachsene festgenommen. Premierministerin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalt und kündigte eine Regierungssitzung zu dem Thema an.
Daten aus dem Artikeltext
In Spanien richtet sich die Wut auf die Wohnungsnot und folgte auf die Räumung der Wohnung einer 87-Jährigen; Demonstranten nannten das System „legalisierten Diebstahl“. Mieterverbände zogen durch Madrid und Barcelona, wo Demonstranten ein Camp an der Puerta del Sol errichteten und einen sofortigen Mietenstopp, ein Ende der Spekulation mit Touristinnen und Touristen sowie die Beschlagnahme leerstehender Wohnungen großer Fonds forderten. In Portugal zogen Tausende in Lissabon und Porto gegen den Verlust an Kaufkraft und einen Immobilienmarkt auf die Straße, der nur noch für ausländische Investoren bezahlbar ist und die Bewohner aus den Städten verdrängt. Auf dem Rossio-Platz in der Hauptstadt wurde ein dauerhaftes Protestcamp errichtet. In Albanien protestierten Studierende und Jugendliche in Tirana und anderen Städten gegen hohe Studienkosten und fehlende Arbeitsplätze für die junge Generation.
Von SRF News befragte Forschende führen die Ausbreitung auf gemeinsame Missstände zurück: Lebenshaltungskosten, Ungleichheit, Wohnungsmangel und das Gefühl junger Menschen, nicht gehört zu werden. Michelle Beyeler von der Universität Zürich warnte, Gewalt könne eine Bewegung ihre Botschaft kosten.
„Wenn diese Ausschreitungen überhandnehmen, geht die Substanz verloren.“
Nina-Kathrin Wienkoop von der Universität Göttingen sagte, soziale Medien hätten die Mobilisierung beschleunigt, was sie als neu bezeichnete.
„Wie schnell das jetzt geht, ist neu.“
Beyeler verwies darauf, dass Proteste in einem Land oft Demonstrationen in anderen Ländern inspirieren, und nannte Fridays for Future, das in Schweden begann. Beide Forscherinnen sagten, repressive Polizeiarbeit und fehlender Dialog könnten Unruhen eskalieren lassen. Die DW berichtete zudem über wachsenden Widerstand in Deutschland, den Niederlanden, Serbien und Irland.
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Pollar unterstützenRegierung · Paris, Créteil und Limoges
Proteste gegen Lebenshaltungskosten, Mieten und Kürzungen im Bildungswesen haben sich von Frankreich auf Spanien, Portugal, Italien, Belgien und Albanien ausgebreitet, in mehreren Städten kam es zu Plünderungen und Zusammenstößen. Die französischen Behörden reagierten auf die Ausschreitungen am Wochenende mit lokalen Ausgangssperren.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Deutsche Welle, RTVE.es, SRF News und weiteren Medien. Veröffentlicht .