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Kurz gefasst

  • Von 25 Personen, die am Montag, 19. Oktober, einem Richter vorgeführt wurden, wurden 18 verurteilt, mit Haftstrafen von vier bis zehn Monaten und Bewährungsstrafen von acht bis 24 Monaten.

  • Am Dienstag, 20. Oktober, wurden in Paris rund 70 Fälle verhandelt, überwiegend gegen junge Männer; etwa die Hälfte der Festnahmen betraf Eigentumsdelikte, rund 10 % Gewalt gegen Beamte.

  • Offizielle, in der Berichterstattung zitierte Zahlen nennen landesweit 2.397 Festnahmen und 997 verletzte Sicherheitskräfte; die Pariser Staatsanwaltschaft meldete 855 Festnahmen.

  • Premierminister Sébastien Lecornu kündigte einen massiven Polizeieinsatz für den 24. Oktober an, für den die Gelbwesten-Bewegung einen zweiten Aktionstag ausgerufen hat; auch Soldaten der Operation Sentinelle sollen eingesetzt werden.

  • Innenminister Laurent Nuñez räumte das Polizeiversagen ein und bot Emmanuel Macron seinen Rücktritt an, der ihn ablehnte.

ParisLyonLimoges
Paris, Lyon, Limoges · Frankreich

Erste Schnellverfahrensurteile

Gerichte in mehreren französischen Städten haben begonnen, erste Urteile in beschleunigten Verfahren nach den Plünderungen und Krawallen vom Samstag, 17. Oktober, zu fällen. In Lyon wurden am Montag, 19. Oktober, 25 Personen einem Richter vorgeführt, darunter 21 Erwachsene und vier Minderjährige; 18 von ihnen wurden verurteilt. Die Strafen reichten von vier bis zehn Monaten Haft bis zu Bewährungsstrafen von acht bis 24 Monaten. Fünf Personen wurde zudem der Aufenthalt im Département Rhône untersagt, teils für zwei bis drei Jahre; die meisten von ihnen waren nicht vorbestraft. In Paris wurden am Dienstag, 20. Oktober, rund 70 Fälle verhandelt. Die verfügbare Berichterstattung ergibt noch kein einheitliches Bild der Ereignisse, und die bisherigen Urteile fallen insgesamt mild aus, oft weil die Beweislage dünn ist.

Wer festgenommen wurde

Fast alle bisherigen Angeklagten sind junge Männer, viele von ihnen in Ausbildung, im Studium oder bereits berufstätig, und nur wenige sind vorbestraft. Viele wurden mit mutmaßlich gestohlenem Gut auf der Straße oder beim Verlassen eines Geschäfts gefasst. In Paris betraf etwa die Hälfte der Festnahmen Eigentumsdelikte und rund 10 % Gewalt gegen Beamte. Offizielle, in der Berichterstattung zitierte Zahlen nennen landesweit 2.397 Festnahmen und 997 verletzte Sicherheitskräfte. Die Pariser Staatsanwaltschaft meldete 855 Festnahmen, 557 Personen kamen in Polizeigewahrsam. Die Proteste hatten als Schüler- und Studentenbewegung wegen maroder Klassenzimmer und Lehrermangels begonnen, später schlossen sich Eltern und Gewerkschaften an.

Festnahmen nach den Unruhen vom 17. Oktober in FrankreichFestnahmen
Landesweit (offizielle Zahlen)2.397
Paris (Staatsanwaltschaft)855
Landesweit (offizielle Zahlen)
2397 Festnahmen
Paris (Staatsanwaltschaft)
855 Festnahmen

Daten aus dem Artikeltext

Wie die Regierung reagierte

Am Samstag verlor die Polizei an vielen Orten die Kontrolle, und die Behörden hatten die Zahl der Demonstranten unterschätzt, so die Darstellung der Neuen Zürcher Zeitung. Innenminister Laurent Nuñez, früher Polizeipräfekt von Paris, räumte das Versagen ein und bot Präsident Emmanuel Macron seinen Rücktritt an. Macron lehnte ab, und der Élysée-Palast erklärte, die Führung der Sicherheitskräfte müsse in einer angespannten Lage erhalten bleiben. Am Dienstag kündigte Premierminister Sébastien Lecornu einen massiven Polizeieinsatz für den 24. Oktober an, für den die Gelbwesten-Bewegung zu einem zweiten Mobilisierungstag aufgerufen hat. Auch Soldaten der Operation Sentinelle sollen eingesetzt werden. Diese Anti-Terror-Mission war im Frühjahr 2019 mobilisiert worden, um während der Unruhen der Gilets Jaunes öffentliche Gebäude zu schützen, und Nuñez sagte, sie verschaffe der Polizei mehr Kräfte und mehr Flexibilität gegen Randalierer und Plünderer. In Limoges wurde am Dienstag ein 34-Jähriger in der Nähe der Stadt festgenommen, weil er verdächtigt wird, an der Brandstiftung am historischen Rathaus beteiligt gewesen zu sein, dessen Glockenturm eingestürzt ist.

Ausländischer Einfluss und Narrative im Netz

Österreich erklärt, es habe Hinweise auf ausländische Einflussnahme auf die Unruhen in Frankreich erhalten. Nach einer Kabinettssitzung in Wien am Mittwoch, 21. Oktober, sagte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, Wien sei in dieser Sache mit dem französischen Außenministerium in Kontakt.

„Aus mehreren Richtungen sind relevante Hinweise eingegangen.“

Beate Meinl-Reisinger, Österreichische Außenministerin

Eine in der Berichterstattung zitierte neue Studie besagt, dass pro-kremlnahe Netzwerke die öffentliche Unzufriedenheit genutzt hätten, um Stimmung gegen die Hilfe für die Ukraine zu machen. Im Netz ist eine Frau, die vor einem Pariser Supermarkt Plünderer aufzuhalten versuchte, zum Ziel von Spott und Falschbehauptungen geworden. Laut dem Faktencheck-Portal Lakmusz wurde ein Beitrag, der sie als Migrationsaktivistin bezeichnete, mehr als 1.000 Mal geteilt, und es kursieren Deepfakes, die sie als Gaza-Aktivistin zeigen. Ihre Identität ist unbekannt, und keine dieser Behauptungen wurde verifiziert.

Dieser Artikel gehört zu einem Strang

Europäische Demokratien und Populismus

Was sich seit diesem Eintrag geändert hat:

  1. 21.10EPPO durchsuchte Büros der Patriots for Europe im Europäischen Parlament im Rahmen von EU-Geldermittlungen
  2. 21.10Französische Gerichte sprachen erste Schnellverfahrensurteile bei Ausschreitungen; Gelbwesten-Protest für den 24. Oktober angesetzt
  3. 21.10Weidel soll AfD-Vorschläge zur Reduzierung der EU-Befugnisse vorstellen
Strang öffnen

Weiter in der heutigen Ausgabe

PHP-Sicherheitslücke legt europäische Behörden- und Kommunalwebsites lahmFinnland, das niederländische Nationale Cyber-Sicherheitszentrum und 20 von 21 Kommunalwebsites in Zuidoost-Brabant waren am Mittwoch, dem 21. Oktober, offline, weil zwei kritische PHP-Schwachstellen weite Teile des Webs vor einem geplanten Patch gefährdeten.Digital · vor 3 Min.
Heutiger Brief · 5 Min. zum AnhörenRussland lässt Stephen Hubbard bei Witkoff-Besuch freiLive · 5 ThemenUkraine-Friedensgespräche in Miami

Quellen und Kontext

  • N-tvvor 1 Std.Eilverfahren wegen Plünderungen: Das sind die ersten Strafen nach den Krawallen in Frankreich
  • Neue Zürcher Zeitungvor 1 Std.Regierung Lecornu unter Druck: Wer ist schuld an den Gewaltexzessen in Frankreich?
  • Blick.chvor 1 Std.Frankreich: Linksextreme, Migranten oder Kriminelle?
  • der Standardvor 3 Std.Österreich sieht Anzeichen für ausländische Einflüsse bei Unruhen in Frankreich
Sébastien Lecornu
Französischer Premierminister, der den Polizeieinsatz für den 24. Oktober ankündigte
Laurent Nuñez
Französischer Innenminister, der nach dem Polizeiversagen seinen Rücktritt anbot
Emmanuel Macron
Französischer Präsident, der das Rücktrittsangebot von Innenminister Nuñez ablehnte
Beate Meinl-Reisinger
Österreichische Außenministerin, die sagte, Wien habe Hinweise auf ausländische Einflussnahme erhalten

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Veröffentlicht heute um 17:14.

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In diesem Text

  1. 1Erste SchnellverfahrensurteileErste Schnellverfahrensurteile
  2. 2Wer festgenommen wurdeWer festgenommen wurde
  3. 3Wie die Regierung reagierteWie die Regierung reagierte
  4. 4Ausländischer Einfluss und Narrative im NetzAusländischer Einfluss und Narrative im Netz

Auf Grundlage von Berichten von

N-tv, Neue Zürcher Zeitung, Blick.ch, der Standard, Süddeutsche Zeitung

Liste der Quellen
StrangEuropäische Demokratien und Populismus

Sicherheit · Paris, Lyon und Limoges

Französische Gerichte verhängen erste Schnellverfahrensurteile nach Krawallen und Plünderungen

Ein Gericht in Lyon verurteilte nach den Verhandlungen am Montag 18 Personen, in Paris wurden am Dienstag, 20. Oktober, rund 70 Fälle verhandelt. Die Polizei bereitet einen massiven Einsatz für eine für den 24. Oktober angekündigte Gelbwesten-Protestaktion vor.

Paris
Lyon
Limoges

Fragen zu diesem Text

KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, Neue Zürcher Zeitung, Blick.ch und weiteren Medien. Veröffentlicht heute um 17:14.

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