
Erdogan beschenkt NATO-Führungskräfte mit personalisierten Revolvern und Munition – diplomatische Verwirrung
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan überreichte jedem NATO-Staatsoberhaupt auf dem Ankara-Gipfel einen personalisierten Revolver und Munition. Dies zwang Regierungen in ganz Europa dazu, Zoll-, Polizei- und Rechtshürden zu überwinden, um mit diesem ungewöhnlichen diplomatischen Geschenk umzugehen.
Das Geschenk
Beim NATO-Gipfel in Ankara überreichte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan jedem der 32 alliierten Führungskräfte einen türkischen Revolver des Modells Gumusay.357 Magnum, ein Vintage-Modell, graviert mit dem Namen des Empfängers. Das Geschenk kam in einer Holzkiste mit der türkischen Flagge und dem NATO-Logo, begleitet von sechs Kugeln und einer Notiz, die die Waffe von Exportkontrollen befreite. Erdogans Geste sollte die wachsende türkische Rüstungsindustrie präsentieren, die in den letzten Jahren stark expandiert ist.
Führungskräfte überrascht
Das ungewöhnliche Präsens überraschte viele Delegationen. Der britische Premierminister Keir Starmer, der zusammen mit seinem Revolver 500 Schuss Munition erhielt, ließ die Waffe in der Türkei zurück, da sie nicht den britischen Waffenimportgesetzen entsprach. Der belgische Premierminister Bart De Wever entdeckte den Revolver und scharfe Munition erst nach der Landung am Flughafen Melsbroek in seinem Gepäck; er übergab sie sofort der Flughafenpolizei zur Verwahrung. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz ließ seinen Revolver bei der deutschen Botschaft in Ankara für den späteren Transport nach Berlin, wo er in die staatliche Geschenkesammlung aufgenommen wird.
Heute Morgen habe ich festgestellt, dass er uns getäuscht hat – er verkauft uns Schrott anstatt etwas Wertvolles.
Ein logistisches Rätsel
Andere Führungskräfte bemühten sich um Einhaltung der nationalen Gesetze. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa ließen ihre Waffen unter strengen Vorsichtsmaßnahmen von belgischen Sicherheitskräften einsammeln; von der Leyen plant, ihren Revolver nach der Deaktivierung einem Militärmuseum zu spenden. Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni ließ den Revolver von autorisierten Personen in Ankara in Gewahrsam nehmen und bei der Rückkehr nach Rom registrieren. Der portugiesische Premierminister Luís Montenegro übergab seinen Revolver der PSP-Polizei zur Prüfung. Der polnische Präsident Karol Nawrockis Revolver kam sicher an, aber der Vorfall rief Erinnerungen an ein Ereignis von 2022 wach, als ein Polizeichef ein Granatwerfer-Geschenk aus der Ukraine in sein Büro brachte und es explodierte.
Politische Folgen
Das Geschenk zog scharfe Kritik auf sich. Der italienische Grünen-Chef Angelo Bonelli forderte Transparenz von der Regierung Meloni und bezeichnete den Revolver als Symbol einer NATO, die Schusswaffen als Gadgets verteilt. NATO-Generalsekretär Mark Rutte konnte das Geschenk nicht annehmen, obwohl ein Sprecher sagte, er sei für die Geste dankbar. Die niederländische und die schwedische Regierung lehnten die Waffen ab oder planten, sie zu neutralisieren. Erdogans Versuch, die Türkei als Waffenlieferanten zu präsentieren, schien nach hinten loszugehen, da das diplomatische Fauxpas die Tagesordnung des Gipfels überschattete.
Ein geladener Revolver, graviert mit dem Namen, an jeden anwesenden Führer überreicht, ist keine diplomatische Folklore. Es ist das plastische Bild einer NATO, die vorgibt, Frieden zu garantieren, während sie Schusswaffen als Gadgets unter Staatschefs verteilt.


