
England eliminiert Gastgeber Mexiko in einem 3:2-Krimi im Estadio Azteca und erreicht das WM-Viertelfinale
Jude Bellinghams Doppelpack in der ersten Halbzeit und ein Elfmeter von Harry Kane schickten England ins Viertelfinale und beendeten Mexikos perfekte Serie vor einer tobenden Azteca-Kulisse.
Vorbereitung von Unwettern und Sicherheitsängsten überschattet
Ein heftiges Gewitter über Mexiko-Stadt zwang die Organisatoren, den Anpfiff um eine Stunde zu verschieben – eine Wiederholung des Musters aus Mexikos vorherigem Spiel gegen Ecuador. Blitzschutzprotokolle hielten die Spieler vom Platz und die Journalisten im Medienzentrum fest. Zuvor hatte der mexikanische Fußballverband erwogen, den Anpfiff auf den Mittag vorzuverlegen, doch beide Mannschaften lehnten ab. Das Wetter trug zu einer bereits angespannten Atmosphäre bei: 7.500 Polizisten wurden rund um das Estadio Azteca eingesetzt, etwa einer pro zehn Fans, nachdem vier Menschen bei Feierlichkeiten nach dem Ecuador-Sieg ums Leben gekommen waren. Die Behörden legten eine Obergrenze von 25.000 Personen am Engel-der-Unabhängigkeit-Denkmal fest und richteten entlang des Paseo de la Reforma zusätzliche Fan-Zonen ein.
Gastgeber versuchen, England vor dem Anpfiff zu verunsichern
Mexikanische Anhänger versammelten sich Stunden vor dem Spiel vor dem Teamhotel Englands im Stadtteil Santa Fe, bewaffnet mit Lautsprechern, Trompeten und Feuerwerk – eine traditionelle lateinamerikanische „Serenade“, die die Gegner um den Schlaf bringen soll. Cheftrainer Thomas Tuchel winkte die Störung gelassen ab.
Wir beginnen das Spiel um 18 Uhr Ortszeit. Wenn wir also ein paar Stunden Schlaf verpassen, holen wir das später am Morgen nach.
England hatte versucht, den Standort des Hotels geheim zu halten, aber die Fans fanden ihn trotzdem. Die Höhenlage des Estadio Azteca, rund 2.200 Meter über dem Meeresspiegel, war eine weitere Sorge; Sportmediziner warnten, dass die dünnere Luft die Ermüdung beschleunigen könnte. Stürmer Marcus Rashford betonte, dass die Mannschaft vorbereitet sei.
Für uns macht es keinen Unterschied, wie wir uns auf das Spiel vorbereiten. Wir müssen konzentriert und für alles bereit sein. Das ist eine unserer Stärken.
Bellingham trifft zweimal innerhalb von sechs Minuten
Die Partie entzündete sich in der 36. Minute, als Bukayo Saka auf Bellingham flankte und dieser per Kopf traf. Zwei Minuten später führte ein Fehlpass von Gilberto Mora dazu, dass Bellingham mit Kane kombinierte und seinen zweiten Treffer erzielte. Mexiko antwortete umgehend: Eine Standardsituation wurde von Ezri Konsa abgefälscht und fiel Julian Quinones vor die Füße, der in der 42. Minute zum 2:1-Pausenstand einschlug.
England übersteht rote Karte und späten Elfmeter
Jarell Quansah wurde in der 53. Minute des Feldes verwiesen, England spielte nur noch zu zehnt. Statt einzubrechen, bauten sie die Führung sieben Minuten später aus, als Kane einen Elfmeter zum 3:1 verwandelte. Mexiko gab nicht auf und bekam in der 89. Minute selbst einen Strafstoß zugesprochen, den Raul Jimenez verwandelte. Die Gastgeber drängten auf den Ausgleich, doch England hielt den 3:2-Sieg fest.
- Anpfiff wegen Gewittern rund um das Estadio Azteca um eine Stunde verzögert.
- Jude Bellingham köpft England nach Flanke von Bukayo Saka in Führung.
- Bellingham erzielt seinen zweiten Treffer nach einem Fehler von Gilberto Mora und einem Doppelpass mit Harry Kane.
- Julian Quinones verkürzt für Mexiko aus kurzer Distanz nach einer abgefälschten Standardsituation.
- Jarell Quansah sieht die rote Karte, England nur noch zu zehnt.
- Harry Kane verwandelt einen Elfmeter und stellt Englands Zwei-Tore-Vorsprung wieder her.
- Raul Jimenez trifft per spätem Elfmeter für Mexiko, doch England hält durch.
Mexikos perfekte Serie endet; Norwegen wartet auf England
Mexiko war mit einer makellosen Bilanz in das Spiel gegangen: drei Gruppensiege, sechs Tore erzielt und keines kassiert, gefolgt von einem 2:0-Sieg gegen Ecuador. Englands Weg war holpriger gewesen: Nach einer wenig überzeugenden Gruppenphase hatten sie sich mit zwei späten Kane-Toren gegen die DR Kongo durchgesetzt. Das Ergebnis beschert ein Viertelfinale gegen Norwegen, das Brasilien am selben Tag mit 2:1 besiegte.

