
Brand auf Gastanker Gas Lisbon nach Drohnenangriff im Schwarzen Meer gelöscht – Ein Besatzungsmitglied tot, Betreten des Schiffs weiterhin unsicher
Ein 46-jähriger philippinischer Besatzungsmitglied starb an Verbrennungen und Lungenkomplikationen, nachdem drei Drohnen den unter liberianischer Flagge fahrenden LPG-Träger Gas Lisbon in der ausschließlichen Wirtschaftszone Rumäniens in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli getroffen hatten. Der Brand ist gelöscht, doch hohe Temperaturen verhindern einen sicheren Zugang zum Schiff.
Der Angriff
In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 2026 wurde der unter liberianischer Flagge fahrende LPG-Tanker Gas Lisbon nach Angaben der Besatzung von drei Drohnen getroffen, während er die ausschließliche Wirtschaftszone Rumäniens etwa 20 Seemeilen südöstlich von Sfântu Gheorghe durchquerte. Das Schiff transportierte über 3.790 Tonnen Propan von Alexandria, Ägypten, zum ukrainischen Hafen Reni. Die Explosionen verursachten schwere strukturelle Schäden und einen Brand, der den Aufbau erfasste. Alle 17 Besatzungsmitglieder flohen zum Bug und wurden anschließend von rumänischen Rettungsteams evakuiert.
Rettung und Opfer
Drei Seeleute wurden mit Verbrennungen zweiten und dritten Grades im Gesicht und an den oberen Gliedmaßen sowie multiplen Splitterverletzungen in das Kreiskrankenhaus Tulcea eingeliefert. Einer von ihnen, ein 46-jähriger philippinischer Staatsangehöriger, starb am 23. Juli an Lungenkomplikationen und Atemwegsverbrennungen. Der Krankenhausmanager Tudor Năstăsescu bestätigte, dass die beiden verbliebenen verletzten Besatzungsmitglieder in stabilem Zustand sind und weiterhin beobachtet werden. Die anderen 14 Seeleute wurden nach der Rettung in Sulina untergebracht.
- Unverletzt
- 14
- Verletzt (im Krankenhaus)
- 2
- Verstorben
- 1
Brand gelöscht, Rumpf bleibt zu heiß zum Betreten
Bis Mittwoch, den 22. Juli, ergab eine Luftaufnahme durch einen Hubschrauber der Generalinspektion der Luftfahrt des Innenministeriums mittels Wärmebildtechnik, dass die offenen Flammen erloschen waren, die Temperaturen im beschädigten Bereich jedoch weiterhin hoch waren. In einer Erklärung teilte die Abteilung für Notsituationen (DSU) mit, dass das Schiff immer noch zu gefährlich zum Betreten sei.
Der Brand ist nicht mehr mit offenen Flammen sichtbar, aber im betroffenen Bereich herrschen weiterhin hohe Temperaturen. Ein Zugang zum Schiff kann derzeit nicht sicher durchgeführt werden.
Die Behörden planten für Donnerstag, den 23. Juli, wetterabhängig einen weiteren Überflug, um die Lage neu zu bewerten und über die nächsten Schritte zu entscheiden.
Warum die Mehrzweckschiffe der IGSU nicht eingesetzt wurden
Die Generalinspektion für Notsituationen (IGSU) sah sich Fragen zu ihrer Entscheidung ausgesetzt, ihre beiden speziell gebauten Mehrzweckschiffe, ein Feuerlöschschiff (FI-FI) und eine Einheit zur Seenotrettung (SAR), nicht zum Unfallort zu entsenden. Die IGSU erklärte, dass keines der Schiffe voll einsatzfähig gewesen sei: Dem FI-FI-Schiff fehlte ein qualifizierter Kommandant, der die gesetzlichen Anforderungen von mindestens drei Jahren Erfahrung als Zweiter Offizier oder maritimer Bootskommandant erfüllte. Obwohl in den letzten zwei Jahren Absolventen der Marineakademie „Mircea cel Bătrân“ eingestellt worden waren, hatten sie noch nicht die erforderliche Dienstzeit erreicht. Erst vor wenigen Wochen wurde ein geeigneter Kommandant gefunden, und das FI-FI-Schiff absolvierte letzte Woche seine ersten Testfahrten.
Selbst wenn die Schiffe bereit gewesen wären, betonte die IGSU, dass ein direktes Eingreifen zu riskant gewesen wäre.
Ein solcher Einsatz wäre aufgrund der großen Risiken, einschließlich Explosionen, die das Leben der Rettungskräfte gefährden würden, weder angebracht noch gerechtfertigt gewesen. Die Priorität ist immer der Schutz des Lebens unseres Personals.
Die Behörde fügte hinzu, dass keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung oder Hinweise auf eine Meeresverschmutzung bestünden, die einen Feuerwehreinsatz durch rumänische Kräfte erfordern würden.
Politische Reaktionen
Präsident Nicușor Dan führte den Vorfall auf den Krieg Russlands in der Ukraine zurück. Die rumänische Schifffahrtsbehörde versicherte, dass die Küste und die Bevölkerung nicht in Gefahr seien. Die Freie Navigatoren-Gewerkschaft behauptete, der Tanker sei von zwei Raketen getroffen worden, aber die Besatzung selbst berichtete von drei Drohneneinschlägen. Die Diskrepanz wurde offiziell nicht geklärt.
- Gas Lisbon wird vor der rumänischen Küste von drei Drohnen getroffen, Brand bricht aus, Besatzung flieht zum Bug.
- Alle 17 Besatzungsmitglieder von ARSVOM gerettet; drei Verletzte ins Krankenhaus Tulcea gebracht.
- Luftaufnahme zeigt keine offenen Flammen; Rumpftemperaturen bleiben zu hoch zum Betreten. IGSU erklärt Nichteinsatz seiner Schiffe.
- Ein verletztes Besatzungsmitglied stirbt im Krankenhaus Tulcea. Neue Luftaufnahme für Donnerstag geplant.


