
Ehemann der italienischen Familienministerin im Vico-See vermisst nach Sprung von Boot – Suche durch nahezu Nullsicht erschwert
Luigi Cavallari, 84, verschwand am Samstag, nachdem er von einem Boot in den Vico-See nördlich von Rom gesprungen war. Seine Frau, Familienministerin Eugenia Roccella, war an Bord und schlug Alarm.
Der Vorfall
Am Samstagnachmittag befand sich Luigi Cavallari, 84, mit seiner Frau, der italienischen Familienministerin Eugenia Roccella, auf einem kleinen Boot auf dem Vico-See nördlich von Rom. Gegen 16:30 Uhr sprang er zum Schwimmen ins Wasser. Er tauchte kurz auf, sagte seiner Frau, dass ihm unwohl sei, aber das Boot trieb ab und er konnte nicht erreicht werden. Dann verschwand er unter der Wasseroberfläche. Die Ministerin schlug Alarm, und eine groß angelegte Suche begann.
Suchaktionen
Feuerwehr, Carabinieri, Guardia di Finanza und Staatspolizei durchsuchten den See ununterbrochen. Spezialtaucher aus Rom, Neapel und Florenz beteiligten sich an der Aktion, ebenso ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge mit Kameras und Sonar. Am Montag wurde eine hochmoderne Unterwasserdrohne aus Mailand eingesetzt, um die tiefsten Bereiche zu scannen. Es wurden Simulationen durchgeführt, um zu modellieren, wie Strömungen und Wind die Leiche bewegt haben könnten.
Es ist eine besonders schwierige Suche aufgrund der Bedingungen. Die Sicht ist knapp unter der Wasseroberfläche sehr schlecht und nimmt mit der Tiefe weiter ab, bis sie nahezu Null erreicht.
- Cavallari springt vom Boot, klagt über Unwohlsein, verschwindet
- Ministerin Roccella schlägt Alarm, Suche beginnt
- Spezialtaucher aus Neapel und Florenz treffen ein, Strömungssimulationen durchgeführt
- Unterwasserdrohne aus Mailand eingesetzt, Suche bei nahezu Nullsicht fortgesetzt
Ein gefährlicher See
Der Vico-See ist ein Vulkankratersee, bekannt für sein kaltes Wasser, schlammigen Boden, Algen und starke Strömungen. Die Wassertemperatur kann bis zu 15 Grad Celsius kälter sein als die Lufttemperatur, was ein Risiko für einen Kälteschock darstellt. Anwohner sagen, dass der See in den letzten 15 Jahren mindestens sechs Todesopfer gefordert hat. Ein Freiwilliger des Katastrophenschutzes beschrieb die Schwierigkeit, Leichen zu bergen: „In einem See wie diesem, mit so kaltem Wasser, springt man nicht hinein, und das Auffinden von Leichen ist fast unmöglich, es sei denn, sie treiben von selbst auf.“
Hypothese: Kälteschock
Die Lufttemperatur betrug am Samstag etwa 35 °C, das Seewasser war deutlich kälter. Der plötzliche Temperaturunterschied könnte einen Kälteschock ausgelöst haben, der zu einem starken Blutdruckanstieg, Krämpfen oder Schwindel führte. Dies könnte erklären, warum Cavallari, ein erfahrener Schwimmer, der mit dem See vertraut war, nicht über Wasser bleiben konnte. Die Hypothese wird von den Rettungskräften in Betracht gezogen.
Die Ministerin und ihr Ehemann
Eugenia Roccella, Ministerin für Familie, Geburtenrate und Chancengleichheit, war mit ihrem Ehemann seit 50 Jahren auf dem Boot. Das Paar besaß eine Villa weniger als einen Kilometer vom Ufer im Gebiet Fiorò entfernt. Der Bürgermeister von Ronciglione, Mario Mengoni, sprach sein Beileid aus und sagte, die Gemeinde stehe der Ministerin zur Verfügung. Die Suche konzentriert sich weiterhin auf den Bereich, in dem Cavallari zuletzt gesehen wurde.


