
USA gewähren verurteiltem brasilianischen Politiker Eduardo Bolsonaro Green Card im Zollkonflikt
Die USA gewährten Eduardo Bolsonaro, einem ehemaligen brasilianischen Abgeordneten, der wegen Nötigung verurteilt wurde, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung, während Washington und Brasília über einen 25-prozentigen Zoll auf brasilianische Waren aneinandergeraten.
Verurteilung und Ausreise
Eduardo Bolsonaro, ehemaliger Bundesabgeordneter, dessen Mandat entzogen wurde, wurde vom Obersten Bundesgericht Brasiliens (STF) wegen Nötigung im Rahmen eines Gerichtsverfahrens verurteilt. Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten. Die Verurteilung erfolgte nach der Verurteilung seines Vaters, des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, wegen eines Putschversuchs. Eduardo zog sich im Februar 2025, bevor die rechtlichen Verfahren gegen ihn abgeschlossen waren, in die Vereinigten Staaten zurück.
Green Card im Zollkonflikt
Am 20. Juli 2026 gewährte die US-Regierung Eduardo Bolsonaro eine Green Card, die ihm einen dauerhaften Aufenthaltsstatus und das Recht, ohne besondere Genehmigung zu leben, zu arbeiten und zu studieren, verleiht. Die Entscheidung fällt in eine Zeit erhöhter diplomatischer Spannungen zwischen dem Weißen Haus und dem Palácio do Planalto. Die Vereinigten Staaten haben kürzlich die Zölle auf brasilianische Produkte um 25 % erhöht, ein Schritt, der nach Schätzungen von ApexBrasil brasilianische Exporte im Wert von 6,28 Milliarden Euro betreffen wird.
Einfluss in Washington
Seit seiner Ankunft in den USA hat Eduardo seine Beziehungen zu amerikanischen Politikern und Beamten vertieft. Sein Einsatz war maßgeblich für die Anwendung des Global Magnitsky Act gegen brasilianische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Der emblematischste Fall ist der des Obersten Richters Alexandre de Moraes, der Ermittlungen und Prozesse gegen die Familie Bolsonaro beaufsichtigt hat. Der Magnitsky Act, ursprünglich unter der Obama-Regierung erlassen, um russische Beamte zu sanktionieren, die in den Tod des Anwalts Sergei Magnitsky verwickelt waren, wurde 2016 auf globale Anwendung ausgeweitet. Er erlaubt den USA nun, Vermögenssperren und Einreiseverbote gegen ausländische Personen wegen Menschenrechtsverletzungen oder erheblicher Korruption zu verhängen.
Er wird durch die amerikanische Verfassung geschützt.
Paulo Figueiredo, ein Freund und Verbündeter der Familie Bolsonaro in den Vereinigten Staaten, sagte der Folha de S. Paulo, dass der Antrag auf eine Green Card mindestens vor einem Jahr gestellt worden sei. Er argumentierte, dass jeder künftige Versuch, Eduardo zu verfolgen oder zu zensieren, im gleichen Licht gesehen werden könnte wie die Handlungen, die bereits zu US-Sanktionen gegen Brasilien geführt hätten.
Jede Verfolgungs- oder Zensurmaßnahme gegen ihn könnte in den gleichen Kontext fallen wie die Maßnahmen, die bereits zu US-Sanktionen gegen Brasilien geführt haben.
Auslieferung unwahrscheinlich
Richter des Obersten Bundesgerichts Brasiliens halten die Auslieferung von Eduardo Bolsonaro für eine entfernte Möglichkeit, so die Folha de S. Paulo. Ihre Einschätzung gründet sich auf die langjährige Unterstützung der Trump-Administration für die Familie Bolsonaro. Da nun ein dauerhafter Aufenthaltsstatus gesichert ist, würde jeder brasilianische Auslieferungsantrag in den Vereinigten Staaten auf erhebliche rechtliche und politische Hürden stoßen.

