
Deutschland einigt sich auf 2,5 Milliarden Euro Steuersenkung bei Kraftstoffen und Preisobergrenze für 2027
Die deutsche Bundesregierung und die Länder werden die Preise für Benzin und Diesel vom 1. Oktober bis Dezember 2026 um 17 Cent pro Liter senken und gleichzeitig eine Kraftstoffpreisobergrenze für 2027 vorbereiten.
Struktur der Kraftstoffsteuerermäßigung
Die deutsche Bundesregierung und die Bundesländer einigten sich am 18. September darauf, die Steuern auf Benzin und Diesel um 17 Cent pro Liter zu senken. Das Entlastungspaket tritt am 1. Oktober in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2026. Die Preissenkung kombiniert eine Senkung der Bundesenergiesteuer um 14 Cent mit einem damit verbundenen Rückgang der Mehrwertsteuer um 3 Cent aufgrund des niedrigeren Vorsteuerpreises.
Die gesamten fiskalischen Kosten der Ermäßigung werden auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Nach der Finanzierungsvereinbarung teilen sich der Bund und die Länder die Last zu gleichen Teilen, wobei die Länder 1,25 Milliarden Euro bereitstellen. Bundeskanzler Friedrich Merz bestätigte das Paket in den sozialen Medien nach Konsultationen zwischen der konservativen CDU/CSU, der Sozialdemokratischen Partei (SPD) und den Ministerpräsidenten der Länder.
Hohe Ölpreise sind eine Belastung für unser Land. Gemeinsam mit den Bundesländern werden wir eine Steuersenkung von rund 17 Cent pro Liter Benzin und Diesel einführen.
- Senkung der Energiesteuer
- 14 Cent/l
- Mehrwertsteuersenkung
- 3 Cent/l
Kraftstoffpreisobergrenze für 2027
Neben der Steuersenkung im vierten Quartal einigte sich die Koalition darauf, bis zum 1. Januar 2027 eine gesetzliche Kraftstoffpreisobergrenze einzuführen. Der Mechanismus orientiert sich an Systemen in Belgien und Luxemburg, wo der Staat tägliche Höchstpreise für Benzin und Diesel festlegt. Die deutschen Behörden werden die Preisobergrenze durch Berechnung der internationalen Rohölpreisentwicklung, der Raffinerie- und Transportkosten, der Vertriebskosten und der zulässigen Händlermargen ermitteln.
Die Einführung der Preisobergrenze folgt auf langjähriges Engagement der SPD, des kleineren Koalitionspartners. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte sich zuvor gegen gesetzliche Obergrenzen für Zapfsäulenpreise gewehrt. Das Bundeskanzleramt bestätigte, dass formelle Gespräche mit der Öl- und Kraftstoffvertriebsbranche beginnen werden, um den täglichen Höchstpreismechanismus abzuschließen.
Die Versorgungssicherheit muss gewährleistet sein. Überhöhte, missbräuchliche Preise müssen verhindert werden.
Globale Marktstörungen und gezielte Hilfen
Das Maßnahmenpaket reagiert auf anhaltende Turbulenzen auf den Energiemärkten, die durch den Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran verursacht wurden, der den kommerziellen Transit durch die Straße von Hormus unterbrach. Der Druck auf die Kraftstoffversorgung verstärkte sich durch die Kämpfe zwischen den jemenitischen Huthi-Kräften und Saudi-Arabien. Deutschland hatte bereits zwischen Anfang Mai und Ende Juni 2026 eine ähnliche vorübergehende Kraftstoffsubvention gewährt, um den anfänglichen Preisschock abzufedern.
Zusätzlich zu den Zapfsäulenrabatten bereitet das Bundeskabinett einen Verwaltungsmechanismus vor, um direkte, einkommensgestaffelte finanzielle Transfers an Haushalte und Unternehmen zu leisten, die am stärksten von Energiekosten betroffen sind. Die Bundesregierung unterstützt zudem Maßnahmen der Europäischen Union gegen Ölkonzerngewinne, darunter Übergewinnsteuern, die mit denen vergleichbar sind, die während der europäischen Energiekrise 2022 eingesetzt wurden.
Koalitionspolitik und Landtagswahlen
Die Einigung wurde am Freitagabend, dem 18. September, zwei Tage vor den Landtagswahlen in Berlin und im nordöstlichen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern erzielt. Die Christlich Demokratische Union von Merz sah sich schwierigen Umfragewerten und dem möglichen Verlust des Berliner Bürgermeisteramtes gegenüber, nachdem die Alternative für Deutschland (AfD) am 6. September die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewonnen hatte.
Merz hatte am 15. September ein schnelles Eingreifen der Regierung versprochen, als die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen stiegen. Bei der Verteidigung des Finanzpakets stellte Merz fest, dass die autobahnabhängigen Pendler trotz angespannter öffentlicher Haushalte ihre finanziellen Grenzen erreicht hätten.
Es sind gute Nachrichten. Die Koalition hat gehandelt.
- Vorübergehende Kraftstoffermäßigung läuft in ganz Deutschland bis Juni
- AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
- Friedrich Merz verspricht schnelles Regierungshandeln bei steigenden Zapfsäulenpreisen
- Bundeskoalition und Länder einigen sich auf 2,5 Milliarden Euro Entlastungspaket
- 17-Cent-Kraftstoffsteuersenkung tritt in Kraft
- Gesetzliche Kraftstoffpreisobergrenze soll in Kraft treten


