Wirtschaft · Berlin
Deutschland plant verpflichtende digitale Zahlungsmöglichkeiten für Einzelhändler und Restaurants bis 2027
Das Bundesfinanzministerium hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der stationäre Geschäfte und Restaurants ab 2027 verpflichtet, neben Bargeld mindestens eine digitale Zahlungsmöglichkeit anzubieten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Bayerischer Rundfunk, Frankfurter Allgemeine, ZEIT ONLINE und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Finanzminister Lars Klingbeil stellte einen Gesetzesentwurf vor, der stationäre Geschäfte und Restaurants ab 2027 zur Annahme mindestens einer digitalen Zahlungsmethode verpflichtet.
Das Finanzministerium strebt an, den Gesetzesentwurf noch vor Ende 2026 ins Kabinett zu bringen, wobei Mindestausgabebeträge und Kundenaufschläge verboten werden.
Zahlen der Bundesbank zeigen, dass 55 % der Transaktionen im letzten Jahr bargeldlos waren, wobei die Girocard die Händler 0,8 % des Umsatzes kostet, verglichen mit 2,3 % für Bargeld.
Ulrich Binnebößel vom Handelsverband kritisierte den Plan als bürokratisch, während Ramona Pop vom Verbraucherzentrale Bundesverband die Zahlungswahlfreiheit befürwortete.
Der vorgeschlagene Zahlungszwang
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil veröffentlichte Eckpunkte zur Verpflichtung des stationären Einzelhandels, der Restaurants und lokaler Dienstleister, ab 2027 mindestens eine digitale Zahlungsmethode anzubieten. Der Vorschlag setzt eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag zwischen den Unionsparteien und der SPD um. Im Rahmen des Konzepts beabsichtigt das Finanzministerium, noch vor Ende 2026 einen förmlichen Gesetzentwurf ins Kabinett einzubringen. Unternehmen haben die Freiheit, ihren bevorzugten digitalen Anbieter zu wählen, sofern mindestens ein europäisches Zahlungssystem in ihrem Angebot enthalten ist. Das geplante Gesetz verbietet Mindestausgabebeträge und untersagt jegliche zusätzlichen Aufschläge auf digitale Transaktionen.
„Wir wollen, dass Unternehmen überall dort, wo Waren und Dienstleistungen direkt vor Ort bezahlt werden, eine digitale Zahlungsmöglichkeit anbieten.“
Bargeldbeibehaltung und Ausnahmeregelungen
Die Bargeldannahme bleibt neben elektronischen Alternativen verpflichtend, um die Wahlfreiheit der Verbraucher an der Kasse zu erhalten. Spezifische Ausnahmen sind für nichtkommerzielle Einrichtungen geplant, darunter Amateursportvereine, gemeinnützige Verbände, Flohmärkte und Dorffeste. Das Ministerium prüft zudem mögliche Härtefallregelungen für kleine Händler mit technischen Hürden. Bundesbeamte erklärten, dass die Ausweitung der elektronischen Zahlungsakzeptanz Bemühungen zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Finanzkriminalität unterstütze, indem nachvollziehbare Transaktionsaufzeichnungen geschaffen werden. Nach geltendem deutschen Handelsrecht, wie Rechtsanwalt Christian Bereska ausführt, sind Händler nicht verpflichtet, Kartenzahlungen anzubieten, und Bargeld gilt als gesetzlicher Standard.
Transaktionskosten und Zahlungstrends
Laut Daten der Deutschen Bundesbank wurden im vergangenen Jahr 55 % der täglichen Transaktionen in Deutschland bargeldlos durchgeführt, davon entfielen 26 % auf Debitkarten und 10 % auf mobile Zahlungen oder Smartwatch-Zahlungen. Während Bargeld auf Einzeltransaktionsbasis mit 0,43 Euro die kostengünstigste Methode bleibt, kehren sich die relativen Kosten um, wenn sie am gesamten Geschäftsumsatz gemessen werden. Girocard-Transaktionen verursachen mit 0,8 % des Umsatzes die geringsten relativen Kosten für Händler, verglichen mit 2,1 % für Debitkarten, 2,3 % für Bargeldmanagement und 2,4 % für Kreditkarten. Eine Studie des EHI Retail Institute zeigt, dass Kartenzahlungen im vergangenen Jahr 65,1 % des deutschen Einzelhandelsumsatzes ausmachten, während Bargeld 32,3 % beitrug.
- Bargeld
- 0.43 €
- Girocard
- 0.6 €
- Debitkarten
- 0.69 €
- Kreditkarten
- 1 €
Daten aus dem Artikeltext
- Girocard
- 0.8 %
- Debitkarten
- 2.1 %
- Bargeld
- 2.3 %
- Kreditkarten
- 2.4 %
Daten aus dem Artikeltext
Branchenreaktionen und Verbraucherresonanz
Der Handelsverband Deutschland (HDE) äußerte sich ablehnend zu den verpflichtenden Regeln und argumentierte, dass gesetzliche Vorgaben unnötige Bürokratie schaffen und zusätzliche Betriebskosten für Unternehmen verursachen. Ulrich Binnebößel vom Verband warnte, dass die Anforderungen an die Kartenabwicklung den Kassenbetrieb erschweren, und forderte gesetzliche Erlaubnis, Transaktionsgebühren an die Verbraucher weiterzugeben.
„Denn eine einzelne Akzeptanz bedeutet immer, dass die gesamte Kartenpalette akzeptiert werden muss. Andernfalls entstehen komplizierte Kundengespräche, die Ärger verursachen und Zeit und Geld kosten.“
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) forderte Übergangsfristen und finanzielle Unterstützung für kleine und mittlere Gastronomiebetriebe. Ramona Pop vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßte hingegen den Vorschlag und betonte, dass Verbraucher die Freiheit haben wollten, selbst zu entscheiden, ob sie per Karte, Smartphone oder Bargeld bezahlen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Bayerischer Rundfunk"Wir nehmen nur Bargeld": Bald nicht mehr erlaubt
- Frankfurter AllgemeineKartenzahlungspflicht in Deutschland: Was Händler wissen müssen
- ZEIT ONLINEKartenzahlung: Geschäfte und Gastronomie sollen künftig Kartenzahlung anbieten müssen
- Wirtschafts WocheFinanzminister plant Änderung: "Cash only" bald Vergangenheit? Wie die Regeln aktuell sind
- Lars Klingbeil
- Bundesfinanzminister
- Ramona Pop
- Vorstandsmitglied des Verbraucherzentrale Bundesverbandes
- Orte
- Berlin
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