Halbfinal-Ausgang in Berlin
Frankreich hat sich am Samstag durch einen 86-64-Sieg gegen Gastgeber Deutschland einen Platz im Finale der FIBA Frauen-Basketball-Weltmeisterschaft gesichert. 12.650 Zuschauer füllten die ausverkaufte Uber Arena in Berlin, wo der ehemalige NBA-Spieler Dirk Nowitzki und der Kapitän der deutschen Herren-Nationalmannschaft Dennis Schröder am Spielfeldrand saßen. Deutschland erreichte zum ersten Mal in der Teamgeschichte das Halbfinale, nachdem es am Donnerstag Europameister Belgien mit 93-74 besiegt hatte. Trotz des Ergebnisses standen die Heimfans in der letzten Minute auf, um den Lauf der Nationalmannschaft unter die besten Vier zu feiern.
„Ich freue mich riesig für die Mädels. Die Atmosphäre ist unglaublich. Wir haben uns von der Stimmung tragen lassen. Die Arena wird bombastisch sein.“
Defensivdruck und Ballverluste
Frankreich übernahm früh die Kontrolle durch die Perimeterverteidigung und führte nach dem ersten Viertel 25-23. Deutschland versuchte, dem Pressing der Französinnen durch Pässe zu den Innenspielern zu begegnen, doch die französischen Verteidigerinnen erzwangen wiederholt Steals und bestritten Würfe. Deutschland leistete sich in vierzig Minuten 24 Ballverluste, Frankreich dagegen nur sieben. Obwohl Deutschland im zweiten Viertel Fouls zog, verhinderten vergebene Freiwürfe ein Comeback, sodass Frankreich mit 45-38 in die Halbzeit ging. Frankreich zog dann in der zweiten Halbzeit davon, gewann das dritte Viertel 19-12 und das vierte Viertel 22-14, während Deutschland nur 11 Sekunden in Führung lag.
„Wir waren im Spiel, aber irgendwie auch nicht.“
- Deutschland
- 24 Ballverluste
- Frankreich
- 7 Ballverluste
Daten aus dem Artikeltext
Einzelne Punktausbeute und Kaderleistung
Gabby Williams war mit 22 Punkten die beste Werferin für Frankreich und befeuerte eine Offensive, die jedes vorherige Turnierspiel mit mindestens 26 Punkten Differenz gewonnen hatte. Die französische Guard Marine Johannès und die 20-jährige Centerin Dominique Malonga gerieten früh in Foulprobleme und vergaben Torchancen, doch Frankreich bewahrte eine ausgeglichene Punkteverteilung über den gesamten Kader. Bei Deutschland erzielten Nyara Sabally und Teamkapitänin Marie Gülich jeweils 12 Punkte und führten die Heimmannschaft an. Leonie Fiebich steuerte neun Punkte bei, darunter zwei frühe Dreier, während Frieda Bühner innen weniger Offensivmöglichkeiten fand. Centerin Luisa Geiselsöder dribbelte die letzten Sekunden ab, ohne einen Wurf zu nehmen, als die Uhr ablief.
- Gabby Williams (Frankreich)
- 22 Punkte
- Nyara Sabally (Deutschland)
- 12 Punkte
- Marie Gülich (Deutschland)
- 12 Punkte
- Leonie Fiebich (Deutschland)
- 9 Punkte
Daten aus dem Artikeltext
Medaillenspiele und Turnierkontext
Der Sieg bringt Frankreich ins Finale am Sonntag um 20:00 Uhr, wo die Mannschaft auf den Sieger des Halbfinals zwischen den USA und Spanien trifft und ihren ersten Weltmeistertitel anstrebt. Frankreich war mit einem 29-Punkte-Viertelfinalsieg gegen die viertplatzierte China ins Wochenende gestartet und hatte 33 der letzten 42 Begegnungen gegen Deutschland gewonnen, darunter das Olympia-Viertelfinale in Paris. Deutschland wechselt am Sonntag um 16:30 Uhr ins Spiel um Bronze gegen den unterlegenen Halbfinalisten. Ein Duell mit Spanien böte Gelegenheit zur Revanche für die 53-83-Niederlage am Eröffnungstag des Turniers.
„Unsere Entwicklung geht nach oben, und wenn wir in den nächsten zwei, drei Jahren mehr Zeit miteinander haben, können wir Frankreich irgendwann auch schlagen.“