Deutschland schlägt Japan 74:58 und sichert ersten Sieg bei der Frauen-Basketball-WM in Berlin
Deutschland erholte sich von einer Auftaktniederlage gegen Spanien und besiegte Japan in Berlin mit 74:58, sodass alle vier Teams der Gruppe A vor dem entscheidenden Montagsspiel gegen Mali punktgleich sind.
Wende in Berlin
Deutschland holte am Samstagabend den ersten Sieg bei der FIBA-Frauen-Basketball-Weltmeisterschaft 2026 und besiegte Japan vor 8.367 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle in Berlin mit 74:58. Die Leistung kam 24 Stunden nach einer 53:83-Auftaktniederlage gegen den Medaillenkandidaten Spanien. Cheftrainer Olaf Lange stellte die Startaufstellung um, nachdem die Starting-Point-Guard Alexis Peterson aufgrund einer akuten Infektion ausfiel und im Teamhotel blieb. Britta Daub rückte in die Startfünf, um Peterson zu ersetzen, während Torontos Tempo-Stürmerin Nyara Sabally ebenfalls in die Anfangsformation aufrückte. Die deutsche Mannschaftskapitänin Marie Gülich sprach über die psychologische Umstellung nach der schweren Niederlage am Freitag.
Es war auch ein kleiner Weckruf für uns.
Auftaktlauf und Perimeterkontrolle
Die deutsche Mannschaft startete mit sofortigem Schwung, ging mit 7:2 in Führung und kontrollierte das Tempo durch physische Präsenz unter dem Korb. Deutschland legte in den ersten zehn Minuten einen 14:0-Lauf hin, traf fünf von acht Dreipunktversuchen und begrenzte Japans Perimeter-Angriff auf einen Treffer. Gegen Ende des ersten Viertels trafen Sabally und Frieda Bühner drei aufeinanderfolgende Würfe von jenseits der Dreipunktlinie und bauten eine 28:11-Führung aus. Der deutsche Herren-Nationaltrainer Àlex Mumbrú verfolgte das Spiel von der Seitenlinie, während das Gastgeberland seinen GrößenVorteil nutzte, um die Rebounds zu dominieren. Vor dem Spiel hatte Stürmerin Emily Bessoir den taktischen Ansatz zur Erholung vom Turnierauftakt skizziert.
Wir wollen angreifen. Wir wollen mit Energie rauskommen.
- Frieda Bühner
- 19 Punkte
- Nyara Sabally
- 18 Punkte
- Marie Gülich
- 11 Punkte
- Emma Eichmeyer
- 10 Punkte
Zweistellige Punktesammler
Japan konterte den anfänglichen Schwung Deutschlands im zweiten Viertel, setzte aggressive defensive Pressing ein und verkürzte den Rückstand bis zur Halbzeit auf 34:29. Trainer Lange sammelte das Team in der Pause, sodass Deutschland im dritten Viertel wieder einen zweistelligen Vorsprung aufbauen konnte. Bühner führte alle deutschen Scorer mit 19 Punkten an und eröffnete das Schlussviertel mit einem Dreipunktwurf, der den 19-Punkte-Vorsprung wiederherstellte. Sabally erzielte 18 Punkte, Gülich 11 und Emma Eichmeyer 10 Punkte, sodass vier deutsche Spielerinnen zweistellig punkteten. Die Teamleaderin Leonie Fiebich hatte nach dem Auftakt-Rückschlag gegen Spanien auf Disziplin und Vorbereitung gedrängt.
Regenerieren, essen, schlafen und dann volle Konzentration auf Japan.
Tabellenstand Gruppe A und entscheidende Montagspartie
Bereits am Samstag hatte Mali Spanien mit 82:73 besiegt, nachdem es zur Halbzeit mit 32:34 zurückgelegen hatte – erst der zweite WM-Sieg in Malis Geschichte nach einem Platzierungsspiel 2010. Japan hatte sein Turnier am Freitag mit einem 102:97-Sieg über Mali eröffnet und dabei mit 20 Dreipunktwürfen einen Turnierrekord aufgestellt, darunter neun von Saki Hayashi. Die Wochenendergebnisse führen dazu, dass alle vier Nationen in Gruppe A mit identischen 1:1-Bilanzen und je drei Punkten gleichauf liegen. Der Gruppenerste zieht direkt ins Viertelfinale ein, der Zweite und Dritte bestreiten eine Play-in-Qualifikationsrunde, der Vierte scheidet aus. Deutschland spielt am Montag um 17:50 Uhr gegen Mali, nachdem am Sonntag ein Ruhetag eingeplant ist.
- Spanien besiegt Deutschland 83:53 und Japan besiegt Mali 102:97 in der Auftaktrunde
- Mali besiegt Spanien 82:73 und Deutschland besiegt Japan 74:58
- Deutschland spielt gegen Mali in der letzten Vorrunden-Gruppenphase

