Deutschland dreht 0:2-Rückstand gegen Bulgarien und trifft im Viertelfinale auf Polen
Deutschland kämpfte sich nach einem 0:2-Rückstand zurück und eliminierte am Samstag den Co-Gastgeber Bulgarien in Sofia, um ins Viertelfinale der Europameisterschaft gegen die Weltranglistenerste Polen einzuziehen.
Comeback in Sofia
Deutschland überwand einen 0:2-Rückstand und besiegte den Co-Gastgeber Bulgarien im Achtelfinale der Männer-Europameisterschaft 2026 mit 3:2. In der Arena 8888 in Sofia ging das bulgarische Team früh mit 2:0 in Führung, bevor Deutschland sich zurückkämpfte und die letzten drei Sätze sowie den Tie-Break gewann. Der Sieg bringt Deutschland zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder in die Top Acht der Europameisterschaft. Bulgarien war als amtierender Vizeweltmeister in die K.o.-Runde gegangen, nachdem es Polen in der Gruppenphase mit 3:2 besiegt hatte. Das Ausscheiden beendete Bulgariens Turnierlauf vor heimischen Fans, die die Halle während der ersten zwei Wochen gefüllt hatten.
Tie-Break-Diskussionen und Wendepunkte
Die deutsche Mannschaft änderte den Spielverlauf, nachdem sie in den ersten beiden Sätzen starkem Aufschlagdruck ausgesetzt war. Der deutsche Diagonalangreifer Erik Roehrs bemerkte, dass verbesserte Blockarbeit und defensive Übergänge dem Team Selbstvertrauen gaben, während Bulgariens Aufschlageffizienz nachließ. Die Spannung stieg im fünften Satz beim Stand von 4:2, als der bulgarische Trainer Gianlorenzo Blengini eine Auszeit beantragte, nachdem der Schiedsrichter bereits zum Aufschlag gepfiffen hatte. Deutsche Spieler protestierten gegen die zurückgenommene Entscheidung beim Unparteiischen, bevor sie sich wieder konzentrierten und den Entscheidungssatz beendeten. Roehrs schilderte die Frustration auf dem Feld während der umstrittenen Sequenz.
Es war offensichtlich, dass der Schiedsrichter zuerst für mich zum Aufschlag gepfiffen hat. Das bedeutet, dass ich aufschlagen darf, und wenn der Schiedsrichter uns den Aufschlag erlaubt, kann er die Entscheidung nicht rückgängig machen.
- Bulgarien besiegt Polen 3:2 in fünf Sätzen in Sofia
- Deutschland kämpft sich von 0:2 zurück und besiegt Bulgarien 3:2 im Achtelfinale
- Deutschland trifft im Viertelfinale auf die Weltranglistenerste Polen
Nikolov äußert sich zur Gruppenphase-Kontroverse
Nach dem Ausscheiden äußerte sich der 22-jährige bulgarische Diagonalangreifer Aleksandar Nikolov zu körperlicher Erschöpfung und beantwortete Fragen zu Gegenwind von polnischen Fans. Nikolov, der für den italienischen Klub Cucine Lube Civitanova spielt, war wegen einer Kehle-durchschneiden-Geste während des Tie-Breaks der Gruppenphase gegen Polen in die Kritik geraten. Der Angreifer entschuldigte sich und erklärte, dass die Geste eine emotionale Reaktion war und nicht den Versuch, gegnerische Spieler oder Fans herabzuwürdigen. Nikolov räumte ein, dass der Fünf-Satz-Kampf gegen Polen zu einem Nachlassen der bulgarischen Konzentration gegen Deutschland beigetragen habe. Er bekräftigte seine Dankbarkeit gegenüber den heimischen Fans, die in Sofia auch nach der Niederlage weiter skandierten.
Ich möchte nur, dass die Leute wissen, dass dies nichts Persönliches oder Respektloses gegenüber Spielern oder polnischen Fans oder Fans im Allgemeinen war. Solche Reaktionen gehören zum Spiel. Ich entschuldige mich, wenn sich jemand beleidigt gefühlt hat.
Viertelfinal-Begegnung gegen Polen
Der Sieg bringt Deutschland am 22. September ins Viertelfinale gegen Polen. Polen, der Spitzenreiter der Weltrangliste und amtierender Kontinentalmeister, zog durch einen Sieg gegen Lettland im Achtelfinale unter Cheftrainer Nikola Grbić ins Viertelfinale ein. Der deutsche Außenangreifer Moritz Reichert bemerkte, dass das Spiel als Außenseiter ohne feindselige Kulisse dem Team taktische Freiheit geben werde. Mittelblocker Anton Brehme führte das Comeback in Sofia auf kollektive Energie und Familienspirit zurück. Der deutsche Kader plante den Sonntag für die körperliche Erholung, bevor die Vorbereitungen auf das Spiel gegen den Turnierfavoriten beginnen.
Gegen Polen wird es nicht einfacher, sondern noch schwerer. Aber man sieht, dass nichts unmöglich ist.


