
Deutsche Bank: Q2-Gewinn nähert sich Rekord von 2007 – Investmentbank legt um 60 % zu
Der Vorsteuergewinn der Deutschen Bank belief sich im zweiten Quartal auf 2,68 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenerwartungen. Grund war ein Sprung der Erträge im Investmentbanking um fast 60 %. Vorstandschef Christian Sewing kündigte zusätzliche Aktienrückkäufe in Höhe von 500 Millionen Euro an und setzt auf KI als Hebel für weitere Effizienzsteigerungen.
Q2-Gewinn übertrifft Prognosen
Die Deutsche Bank hat für das zweite Quartal 2026 einen Vorsteuergewinn von 2,68 Milliarden Euro ausgewiesen und lag damit deutlich über den von Analysten erwarteten 2,3 Milliarden Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn erreichte 1,64 Milliarden Euro, ein Anstieg von 10 Prozent gegenüber den 1,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, der damals das höchste Quartalsergebnis seit 2007 darstellte. Nach einem bereits starken ersten Quartal summiert sich der Nettogewinn im ersten Halbjahr auf rund 3,6 Milliarden Euro – das beste Halbjahresergebnis seit fast zwei Jahrzehnten.
Investmentbank als Zugpferd
Die Investmentbank war der wichtigste Treiber: Ihr Vorsteuergewinn stieg im Jahresvergleich um fast 60 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Dazu trugen die Bereiche Corporate Finance, IPO-Mandate und Wertpapieremissionen bei. Die starke Entwicklung der Sparte verhalf der Bank im ersten Halbjahr zu Gesamterträgen von 17,2 Milliarden Euro, womit sie auf Kurs zu ihrem Jahresziel von rund 33 Milliarden Euro bleibt.
Sewing erhöht die Messlatte
Vorstandschef Christian Sewing nutzte die Zahlen, um Zuversicht zu signalisieren, und kündigte für das zweite Halbjahr zusätzliche Aktienrückkäufe in Höhe von 500 Millionen Euro an. Er bekräftigte das Ziel, die Eigenkapitalrendite bis 2028 auf über 13 Prozent zu steigern, nach 11 Prozent im zweiten Quartal. Sewing hob zudem künstliche Intelligenz als Instrument zur Effizienzsteigerung hervor; die Cost-Income-Ratio soll bis 2028 auf unter 60 Prozent gedrückt werden – im ersten Halbjahr lag sie bei knapp 61 Prozent. Bereits auf der Hauptversammlung im Mai hatte er das Ziel ausgegeben, die Deutsche Bank zum „europäischen Champion im Bankgeschäft“ zu machen.
Zusammen mit unseren Rekordergebnissen in diesem Jahr stärken diese Entwicklungen unser Vertrauen, dass wir unsere Ziele für 2028 übertreffen können.
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Rechtliche Schatten
Die Ertragsdynamik wurde durch anhaltende rechtliche Prüfungen getrübt. Im Juli 2026 durchsuchten Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) die Frankfurter Zentrale der Bank nach Beweisen im Zusammenhang mit fragwürdigen Aktiengeschäften aus der Postbank-Ära, deren Rechtsnachfolgerin die Deutsche Bank ist. Eine erste Durchsuchung hatte bereits im Januar 2026 stattgefunden.
Historische Einordnung
Das Vorsteuerergebnis des zweiten Quartals lag nur knapp unter dem des gleichen Zeitraums 2007, dem Rekordjahr der Bank vor der Finanzkrise. Der Nettogewinn des ersten Halbjahres von 3,6 Milliarden Euro steht 3,9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2007 gegenüber. Im Gesamtjahr 2025 erzielte die Deutsche Bank einen Vorsteuergewinn von 9,7 Milliarden Euro – der höchste ihrer Geschichte – und einen Nettogewinn von 6,1 Milliarden Euro, der nur von den 6,5 Milliarden Euro aus dem Jahr 2007 übertroffen wurde. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die Bank Erträge von rund 33 Milliarden Euro, von denen im ersten Halbjahr bereits 17,2 Milliarden Euro verbucht wurden.
- Q2 2025
- 1.5 Mrd. €
- Q2 2026
- 1.64 Mrd. €
- H1 2007
- 3.9 Mrd. €
- H1 2026
- 3.6 Mrd. €
- GJ 2025
- 6.1 Mrd. €
- GJ 2007
- 6.5 Mrd. €

