
DAX durchbricht erstmals 26.500 – Oman-Iran-Gespräche drücken Ölpreis
Der deutsche Leitindex DAX ist am 11. August 2026 erstmals über 26.500 Punkte gestiegen und schloss bei 26.391,42 Punkten. Fallende Ölpreise aufgrund von Fortschritten bei den Gesprächen zwischen Oman und Iran befeuerten eine Rekordrally von über 1.600 Punkten seit Mitte Juli.
DAX erstmals über 26.500
Der deutsche Leitindex DAX ist am 11. August 2026 erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 26.500 Punkten gestiegen und erreichte im Tagesverlauf ein Rekordhoch von 26.504,54 Punkten, bevor er mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 26.391,42 Punkten schloss. Dieser Meilenstein folgte auf das erste Überschreiten der 26.000er-Marke Anfang August und krönte eine Rally von mehr als 1.600 Punkten seit Mitte Juli. Auch der EuroStoxx 50 verzeichnete mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 6.559 Punkte einen Rekord, ebenso wie der SMI in Zürich. Der FTSE 100 in London schloss leicht im Minus.
- DAX startet Rally, Gewinn von über 1.600 Punkten ab Mitte Juli
- DAX überschreitet erstmals 26.000 Punkte
- DAX erreicht Tagesrekord von 26.504,54 Punkten, schließt bei 26.391,42
Ölpreis gibt nach – Oman-Iran-Gespräche
Die Rally wurde durch fallende Ölpreise befeuert, nachdem ein Sprecher des katarischen Außenministeriums mitteilte, dass die Gespräche zwischen Oman und Iran über die Zukunft der Schifffahrt durch die Straße von Hormus weit fortgeschritten seien. Die Rohölsorte Brent zur Oktober-Lieferung fiel um knapp ein Prozent auf 87 Dollar pro Barrel, während das US-Leichtöl WTI zur September-Lieferung auf 81,56 Dollar pro Barrel nachgab. Zuvor waren beide Sorten um bis zu drei Prozent gestiegen.
- Brent (Oktober-Lieferung)
- 87 $/bbl
- WTI (September-Lieferung)
- 81.56 $/bbl
Jegliche Anzeichen einer Deeskalation oder einer Einigung sind gute Nachrichten für risikobehaftete Anlagen und schlecht für den Ölpreis.
Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif erklärte, Signale der letzten Tage deuteten darauf hin, dass die Vereinigten Staaten und Iran „einer Art Einigung nahe“ seien.
Analysten zwischen Widerstandsfähigkeit und Risiko
Der Marktanalyst Timo Emden von Captrader sagte, die Marktteilnehmer hätten zwischen Krisenmodus und Rekordstimmung abgewogen und sich derzeit für Letzteres entschieden. Jochen Stanzl von Consorsbank schrieb, dass gutes Gewinnwachstum der DAX-Unternehmen trotz hoher Energiepreise, moderate Bewertungen und zurückhaltende Anlegerstimmung ein konstruktives Umfeld für den Index geschaffen hätten. Er warnte jedoch, dass Widerstandsfähigkeit nicht mit Immunität gleichzusetzen sei.
Der Nahostkonflikt bleibt ein Pulverfass, die Stimmung kann jederzeit blitzartig kippen.
Das Team von UBS-Investmentchef Mark Haefele nannte steigende Unternehmensgewinne als Grund, investiert zu bleiben, verwies aber auf Risiken durch KI-Bewertungen und Zinsen. Die Folgen des Iran-Konflikts stuften sie als beherrschbar ein.
Brenntag-Q2-Zahlen überzeugen
Der Chemikalienhändler Brenntag meldete für das zweite Quartal einen bereinigten Umsatzanstieg von 11,1 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro und ein um 41 Prozent gestiegenes EBITDA auf 463 Millionen Euro. Der Nettogewinn vervierfachte sich auf 182 Millionen Euro. CEO Jens Birgersson sagte, Preisdiziplin, Kostensenkungen und Vertriebsverbesserungen hätten sich mehr als ausgezahlt. Das Unternehmen hob seine EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr auf 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro an – die zweite Anhebung innerhalb weniger Wochen.
Unser Kostensenkungsprogramm hat im zweiten Quartal Einsparungen von 41 Millionen Euro gebracht und liegt für das Gesamtjahr im Plan.
Reisten bestätigte, dass Brenntag auf Kurs sei, bis 2027 Einsparungen von 200 bis 250 Millionen Euro zu erzielen.
Inflationsdaten und Unternehmenszahlen im Fokus
Am 12 August erwarten Anleger die US-Inflationsdaten. Die Juli-Rate soll auf 3,4 Prozent sinken, nach 3,5 Prozent im Juni. In Deutschland wird aufgrund des Auslaufens des staatlichen Tankrabatts ein Anstieg der Inflation auf 2,8 Prozent erwartet, nach 2,3 Prozent im Juni. TUI wird voraussichtlich einen Rückgang des operativen Gewinns im dritten Quartal um 14 Prozent auf rund 275 Millionen Euro bei einem Umsatz von 5,98 Milliarden Euro (minus 3,5 Prozent) melden. Die Thyssenkrupp-Tochter TKMS, die Neunmonatszahlen vorlegt, könnte einen neuen Rekord beim Auftragsbestand verzeichnen. Die Aktie von PNE stürzte um 19,5 Prozent ab – der größte Tagesverlust seit mehr als 17 Jahren – nachdem der Wind- und Solarprojektentwickler mitteilte, dass ein Verkauf des Unternehmens in Frage stehe, da die Preisvorstellungen potenzieller Käufer unter dem Börsenkurs lägen.


