
Polnische Cybercrime-Polizei beschlagnahmt Geräte eines ehemaligen CBA-Agenten im Zondacrypto-Ermittlungsverfahren
Beamte des polnischen Zentralbüros zur Bekämpfung von Cyberkriminalität durchsuchten am 11. September 2026 Grundstücke in Breslau und beschlagnahmten Hardware, die mit dem ehemaligen Antikorruptionsbeamten Artur Chodziński in Verbindung steht, im Rahmen einer breiteren Untersuchung der Kryptobörse Zondacrypto.
Cybercrime-Durchsuchungen in Breslau
Beamte des Zentralbüros zur Bekämpfung von Cyberkriminalität (CBZC) führten am 11. September 2026 mehrere Durchsuchungen in Breslau im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Kryptowährungsbörse Zondacrypto durch. Die Maßnahmen erfolgten im Auftrag der Schlesischen Abteilung der Abteilung für organisierte Kriminalität und Korruption der Nationalen Staatsanwaltschaft. Der polnische Justizminister und Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek gab bekannt, dass die Beamten elektronische Geräte sicherstellten, die möglicherweise von Artur Chodziński, einem ehemaligen Beamten des Zentralen Antikorruptionsamts (CBA), genutzt wurden. Przemysław Nowak, Pressesprecher der Nationalen Staatsanwaltschaft, bestätigte die Maßnahmen und erklärte, dass die beschlagnahmte Hardware möglicherweise Beweise für das Strafverfahren enthalte. Die Aktion folgt auf frühere Medienberichte, die Verbindungen zwischen ehemaligen Sicherheitsbeamten und der Führung der Kryptoplattform aufzeigten.
Widersprüchliche Darstellungen zu beschlagnahmten Geräten
Minister Żurek berichtete öffentlich über die Verfahrensschritte auf der Social-Media-Plattform X.
Im Ermittlungsverfahren zu Zondacrypto haben Beamte des CBZC auf Anweisung eines Staatsanwalts der Schlesischen Abteilung der Nationalen Staatsanwaltschaft Durchsuchungen in Breslau durchgeführt. Dabei wurden elektronische Geräte sichergestellt, die von Artur Ch. genutzt worden sein könnten und möglicherweise für das laufende Verfahren relevante Daten enthalten.
Chodziński bestritt die offizielle Darstellung der Polizeiaktion und schrieb auf Social Media, er habe den Strafverfolgungsbehörden freiwillig Materialien übergeben, anstatt einer unerwarteten Durchsuchung ausgesetzt zu sein.
Vorsicht vor Desinformation. Heute habe ich der Polizei Dokumente, Datenträger und andere von mir vorbereitete Gegenstände übergeben, die für die vollständige Aufklärung des Falls Przemysław K. relevant sein könnten. Die Aktion dauerte etwa 20 Minuten. Alle Medienlecks über angebliche laufende Durchsuchungen sind natürlich eine Lüge.
Chodziński behauptete zudem, der Investigativjournalist Szymon Jadczak habe zuvor versucht, ihn als Informanten anzuwerben und ihn bedrängt, interne Materialien zur Pegasus-Software und zu E-Mail-Konten zu beschaffen, die im Polnord-Ermittlungsverfahren beschlagnahmt wurden. Chodziński erklärte, er habe solche Materialien nie besessen, und wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.
Rechnungen und angebliche Weitergabe von Informationen
Medienberichte vom Juni und September deuten darauf hin, dass Chodziński direkt für Przemysław Kral, den Chef von Zondacrypto, arbeitete. Eine Chodziński gehörende Firma stellte am 30. Juni 2025 ihre erste Rechnung über 7.000 € an Krals tschechische Gesellschaft aus. Weitere Rechnungen wurden bis März 2026 monatlich über 15.000 € ausgestellt, insgesamt über 500.000 PLN. Ermittlungsberichte der Medien TVN24 und Wirtualna Polska behaupteten, Chodziński habe Kral im Gegenzug für diese Beratungszahlungen sensible personenbezogene Daten über einen Journalisten, der über die Börse berichtete, zur Verfügung gestellt und behauptet, Einfluss auf rechte Amtsträger zu haben. Chodziński bestreitet alle Feststellungen zu rechtswidrigen Datenweitergaben oder politischer Lobbyarbeit im Namen des Unternehmens.
- BitBay-Gründer Sylwester Suszek verschwindet.
- Artur Chodzińskis Firma stellt ihre erste Rechnung über 7.000 € an Przemysławs Krals tschechische Gesellschaft aus.
- Letzte monatliche Rechnung über 15.000 € an Krals Firma ausgestellt, Gesamtrechnungssumme übersteigt 500.000 PLN.
- Regionalstaatsanwaltschaft Kattowitz leitet Betrugs- und Geldwäscheermittlungen gegen Zondacrypto ein.
- Staatsanwaltschaft legt Zondacrypto-Betrugsermittlungen mit Ermittlungen zum Verschwinden von Sylwester Suszek zusammen.
- CBZC-Beamte führen Durchsuchungen in Breslau durch und beschlagnahmen elektronische Geräte, die von Artur Chodziński genutzt wurden.
Ausweitung des Betrugsermittlungsverfahrens
Die Regionalstaatsanwaltschaft in Kattowitz leitete im April 2026 das formelle Ermittlungsverfahren gegen Zondacrypto ein, das sich auf massiven Finanzbetrug und Geldwäscheoperationen konzentriert. Die Behörde hat mehrere tausend Strafanzeigen von betroffenen Kunden erhalten. Im August 2026 legten die Staatsanwälte die Betrugsermittlungen mit dem separaten Verfahren zum Verschwinden von Sylwester Suszek, dem Gründer der Vorgängerbörse BitBay, zusammen, der im März 2022 verschwand. Die zusammengelegten Ermittlungen werden nun von der Zweigstelle Kattowitz der Nationalen Staatsanwaltschaft koordiniert. Mehrere prominente Verdächtige wurden im Zusammenhang mit dem weiteren Fall festgenommen, darunter der Präsident des Polnischen Olympischen Komitees, Radosław Piesiewicz, sowie drei weitere Personen, die als Anna P., Jaromira W. und Rafał Z. identifiziert wurden.


