
Italiens Sara Curtis bricht Weltrekord über 50 m Rücken bei den Europameisterschaften in Paris
Die italienische Teenagerin Sara Curtis schwamm im Halbfinale über 50 m Rücken bei den Europameisterschaften in Paris 26,63 Sekunden und unterbot damit Kaylee McKeowns Weltrekord aus dem Jahr 2023 um 0,23 Sekunden.
Weltrekord im Halbfinale
Die italienische Teenagerin Sara Curtis stellte am Mittwoch einen neuen Weltrekord über 50 Meter Rücken der Frauen auf, als sie im Halbfinale der Europameisterschaften in Paris 26,63 Sekunden schwamm. Die 19-Jährige verbesserte die bisherige Bestmarke von 26,86 Sekunden, die die Australierin Kaylee McKeown am 20. Oktober 2023 bei einem Weltcup in Budapest aufgestellt hatte, um 0,23 Sekunden. Curtis, geboren im piemontesischen Städtchen Savigliano als Tochter eines Italieners und einer Nigerianerin, zog mit der schnellsten Qualifikationszeit ins Finale am Donnerstag ein.
- Curtis holt Bronze über 100 m Freistil
- Curtis stellt mit 26,63 s im Halbfinale Weltrekord über 50 m Rücken auf
- Finale über 50 m Rücken angesetzt
Der Halbfinalschwimmen war Curtis' erste große Langbahnleistung (50-Meter-Becken) auf diesem Niveau. Sie ist sechsfache Europameisterin der Junioren und gewann bei den Kurzbahn-Europameisterschaften im vergangenen Jahr drei Goldmedaillen, darunter über 50 m Rücken. Außerdem hält sie den Kurzbahn-Europarekord in dieser Disziplin, aufgestellt in Polen. Im Juni schwamm Curtis 27,07 Sekunden, die neuntbeste je erzielte Zeit. Am Dienstag gewann sie bei diesen Meisterschaften Bronze über 100 m Freistil.
- McKeown WR (Okt. 2023)
- 26.86 s
- Curtis (Jun. 2026)
- 27.07 s
- Curtis WR (Aug. 2026)
- 26.63 s
"Der Traum meines ganzen Lebens"
Curtis sagte dem italienischen Sender RAI, sie sei überwältigt von der Leistung.
Ich weiß nicht, was ich sagen soll, mir fehlen die Worte, es ist verrückt, es ist der Traum meines ganzen Lebens. Ich bin hierhergekommen und habe mich gut gefühlt. Nach dem Unterwasserschwimmen habe ich mir gesagt: Ich werde bis zum letzten Zug pushen, und jetzt kommt es mir nicht real vor.
Sie fügte hinzu, sie sei sprachlos und werde sehen, was im Finale passiert. Zwei französische Schwimmerinnen, Mary-Ambre Moluh und Analia Pigrée, werden ebenfalls am Donnerstagsfinale teilnehmen.
Sjöström und Popovici prägen die weiteren Mittwochsfinals
Die Schwedin Sarah Sjostrom gewann den 50-m-Schmetterling in 25,05 Sekunden und holte damit ihren sechsten Europameistertitel in dieser Disziplin und ihren 18. kontinentalen Titel insgesamt. Die 33-Jährige, die vor einem Jahr ihr erstes Kind zur Welt brachte, hat jetzt 99 internationale Medaillen seit ihrem Debüt mit 14 Jahren bei den Europameisterschaften in Rom. Sie setzte sich vor der Belgierin Roos Vanotterdijk (25,12) und der Schwedin Sara Junevik (25,51) durch.
Der Rumäne David Popovici sicherte sich mit einer Meisterschaftsbestzeit von 46,56 Sekunden seinen dritten EM-Titel in Folge über 100 m Freistil, der drittschnellsten Zeit der Geschichte und 0,16 Sekunden über Pan Zhanles Weltrekord. Der Russe Egor Kornev, der unter neutralem Status antritt, gewann Silber in 46,74 Sekunden, der fünftschnellsten Zeit aller Zeiten. Der Ungar Kristof Milak wurde Dritter.
Weitere Goldmedaillen am Abend
Der 19-jährige Deutsche Johannes Liebmann gewann die 800 m Freistil der Männer mit einem Kontinentalrekord von 7:37,59 Minuten und lag mehr als dreieinhalb Sekunden vor seinem Landsmann Sven Schwarz. Der Ungar Zalan Sarkany holte Bronze. Der amtierende Olympiasieger Daniel Wiffen aus Irland wurde Vierter.
Der Ungar Hubert Kos fügte seinem Olympia- und Weltmeistertitel das Europagold über 200 m Rücken hinzu und siegte in 1:53,08 Minuten. Der 23-Jährige aus Budapest hatte am Dienstag im Halbfinale einen neuen Europarekord aufgestellt. Kos gewann vor zwei Jahren in Paris den Olympiatitel und 2023 und 2025 die Weltmeisterschaften, hatte aber noch nie die kontinentale Trophäe geholt.
Die Britin Angharad Evans holte mit einer Meisterschaftsbestzeit von 1:04,87 Minuten ihren ersten Europameistertitel über 100 m Brust der Frauen und setzte damit ihre Form nach zwei Goldmedaillen bei den jüngsten Commonwealth Games in Glasgow fort.
Ausblick
Das Finale über 50 m Rücken am Donnerstag wird Curtis' nächste Bewährungsprobe sein. Die 50-Meter-Sprintstrecken, darunter Rücken, Schmetterling und Brust, werden bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles ihr Debüt feiern. Die Pan-Pacific-Meisterschaften mit den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien begannen am Mittwoch in Irvine, Kalifornien. Die nächsten Schwimmweltmeisterschaften sind für Juli 2027 geplant.


