
Spaniens Wettbewerbsbehörde leitet zwei Hypothekenermittlungen ein, Banken fürchten dritte wegen Versicherungskoppelgeschäften
Die CNMC hat zwei Ermittlungen zum spanischen Hypothekenmarkt eingeleitet, die sich gegen Makler wegen angeblicher Abwerbeverbote und Preisabsprachen sowie gegen Großbanken wegen Signalisierung künftiger Preise richten. Der Sektor sorgt sich nun um eine mögliche dritte Untersuchung zu Koppelversicherungen.
Zwei Ermittlungen im Gange
Die spanische Nationale Kommission für Märkte und Wettbewerb (CNMC) hat ihre Prüfung des Hypothekenmarktes verschärft und zwei förmliche Verfahren in rascher Folge eingeleitet. Das erste, letzte Woche eingeleitet, richtet sich gegen sechs der größten Banken des Landes (Bankinter, Santander, BBVA, Unicaja, CaixaBank und Sabadell) wegen des angeblichen Einsatzes öffentlicher Aussagen zur Signalisierung ihrer Geschäftsstrategien bei Festzinshypotheken. Das zweite, am 1. Juli angekündigt, konzentriert sich auf Hypothekenmakler, die verdächtigt werden, ein Kartell zu betreiben.
- CNMC durchsucht Zentrale des Hypothekenmaklerverbands
- Durchsuchungen beim Maklerverband gehen weiter
- CNMC leitet Ermittlungen gegen sechs Großbanken wegen Signalisierung ein
- CNMC veröffentlicht Wohnungsbericht mit Forderung nach Abbau bürokratischer Hürden
- CNMC kündigt Ermittlungen gegen Hypothekenmakler wegen Kartellpraktiken an
Kartellvorwürfe gegen Makler
Am 23. und 24. Juni durchsuchten CNMC-Inspektoren die Zentrale eines Verbands von Hypothekenvermittlungsfirmen. Die Behörde prüft, ob die Mitgliedsunternehmen vereinbart haben, sich gegenseitig keine Mitarbeiter abzuwerben und ob sie Preise und Geschäftsbedingungen koordiniert haben. Sollte sich dies bestätigen, würden diese Praktiken sowohl das spanische Wettbewerbsrecht als auch Artikel 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union verletzen, was die Firmen Geldstrafen von bis zu 10 % ihres Jahresumsatzes aussetzen würde.
Banksignalisierungsfall
Die frühere Untersuchung gegen die sechs Banken konzentriert sich auf öffentliche Äußerungen von Führungskräften, die es Wettbewerbern nach Angaben der CNMC ermöglichten, das künftige Verhalten der anderen in Bezug auf die Festzinshypothekenpreise vorherzusehen. Die Behörde hat keine weiteren Einzelheiten bekannt gegeben, aber die Untersuchung befindet sich in einem vorläufigen Stadium und greift dem Ergebnis nicht vor.
Hintergrund der Wohnungskrise
Der regulatorische Vorstoß erfolgt, während Spanien mit einer schweren Wohnungsknappheit kämpft. Die Bank von Spanien bezeichnete die Situation kürzlich als
und schätzte ein Defizit von 700.000 bis 750.000 Wohnungen. Ihr Jahresbericht spricht sich sowohl für mittelfristige Angebotsmaßnahmen als auch für kurzfristige nachfrageseitige Eingriffe aus, darunter vorübergehende Beschränkungen von Ferienwohnungen in angespannten Gebieten. Die CNMC selbst veröffentlichte am Montag einen umfassenden Wohnungsbericht, in dem sie die Beseitigung bürokratischer Hürden und schnellere Grundstücksmarktprozesse fordert.nationalen Notstand
- Spanien
- 2.8 %
- Eurozone
- 3.43 %
- Deutschland
- 3.8 %
Potenzielle dritte Front: Koppelgeschäfte
Über die beiden offenen Fälle hinaus ist die Bankenbranche alarmiert über die Aussicht auf eine dritte Untersuchung der gängigen Praxis der Bündelung von Hypotheken mit überteuerten Lebens- und Wohngebäudeversicherungen. Anders als im Signalisierungsfall, bei dem die Banken ein geringes Sanktionsrisiko sehen, räumen Führungskräfte ein, dass eine Untersuchung von Koppelgeschäften Material für ein solides Sanktionsverfahren liefern könnte, das vor Gericht Bestand hätte. Die CNMC hat eine solche Untersuchung noch nicht eingeleitet, aber ihre 360-Grad-Überprüfungen von Sektoren führen oft zu mehreren Verfahren entlang der Wertschöpfungskette.


