
China testet U-Boot-gestützte ballistische Rakete im Pazifik – USA und Verbündete alarmiert
Ein chinesisches Atom-U-Boot hat am Montag eine Langstrecken-Rakete mit einem Attrappen-Gefechtskopf in den Pazifik abgefeuert. Peking bezeichnete den Test als Routine, doch die USA, Australien, Japan, Neuseeland und die Salomonen verurteilten ihn umgehend.
Der Test
Die chinesische Marine hat nach Angaben staatlicher Medien am Montag einen seltenen Teststart einer U-Boot-gestützten ballistischen Rakete (SLBM) in den Pazifik durchgeführt. Bei der Rakete handelt es sich vermutlich um eine Julang-3 (JL-3), die von einem Atom-U-Boot der Jin-Klasse (Typ 094) abgefeuert wurde und einen Übungsgefechtskopf trug. Chinesische Offizielle bezeichneten den Start als Teil der jährlichen Ausbildung und erklärten, die betroffenen Staaten seien im Voraus informiert worden und der Test entspreche dem Völkerrecht.
Es handelt sich um eine U-Boot-gestützte Interkontinentalrakete der Julang (JL)-3-Serie.
Die JL-3 befindet sich noch in der Entwicklung und soll eine maximale Reichweite von 12.000 Kilometern haben, wobei sie mehrere Atomsprengköpfe tragen kann. Analysten gehen davon aus, dass der Start aus geschützten Gewässern nahe der chinesischen Küste erfolgte – eine „Bastion“-Strategie, bei der U-Boote unter Luft- und Seedeckung bleiben, aber dennoch weit entfernte Ziele angreifen können.
Internationale Reaktionen
Die USA reagierten mit einer scharfen Stellungnahme und bezeichneten Chinas schnellen und undurchsichtigen Atomwaffenausbau als große Besorgnis. Das Außenministerium forderte Peking zu substanziellen Rüstungskontrollgesprächen auf.
Pekings schneller und undurchsichtiger Atomwaffenausbau bereitet der Region und der Welt große Sorgen.
Australiens Außenministerin Penny Wong erklärte, der Test sei destabilisierend für die regionale Sicherheit. Premierminister Anthony Albanese bezeichnete ihn als provokativ und stellte fest, dass ein Test dieses Ausmaßes normalerweise mit einer 48-stündigen Vorankündigung verbunden sei, die China nicht gegeben habe. Japan forderte China auf, sein Handeln zu überdenken, und beklagte, dass die Ankündigung nur 90 Minuten vor dem Start eingegangen sei. Neuseelands Außenminister Winston Peters sagte, Wellington wolle nicht, dass der Südpazifik als Testgelände genutzt werde.
Wir sind zutiefst besorgt über Chinas Tests von atomwaffenfähigen Waffen im Südpazifik.
Selbst die Salomonen, ein enger Partner Pekings, legten formellen Protest ein. Premierminister Matthew Wale, der auch Vorsitzender des Pazifischen Inselforums ist, erklärte, er habe beim chinesischen Botschafter scharfen Protest eingelegt.
Das ist nicht gut für unsere Region. Wir wollen nicht, dass weitere Länder – China, Amerika oder andere – Interkontinentalraketen testen.
Strategische Botschaft
Chinesische Staatsmedien feierten den Test als Meilenstein. Die Global Times, ein Parteiblatt der Kommunistischen Partei, erklärte, die nukleare Triade des Landes habe ein weiteres Upgrade erhalten, und behauptete, die seegestützten Nuklearstreitkräfte könnten nun strategische Gegenschläge von überall im Pazifik durchführen. Experten zufolge war der Start sowohl eine technische Validierung als auch ein politisches Signal.
Im Grunde musste China seine neueste U-Boot-gestützte ballistische Raketenfähigkeit technisch validieren. Aber es gab eine breitere Botschaft an die Welt – China verfügt nun über eine voll funktionsfähige nukleare Triade. China lotet die Grenzen der US-Verteidigungsstrategie aus.
Es war erst das dritte Mal, dass China einen Langstreckenraketentest über den Pazifik durchführte, nach Starts in den Jahren 1980 und 2024. Der Test erfolgt im Zuge eines breiteren chinesischen Militäraufbaus und nach Jahren von Anti-Korruptionssäuberungen innerhalb der Streitkräfte. Er folgt zudem auf das Auslaufen des New-START-Vertrags zwischen den USA und Russland, was die Proliferationsängste verstärkt hat.
- China informiert Pazifik-Staaten über den bevorstehenden Test; Japan erhält die Mitteilung 90 Minuten vor dem Start, Neuseeland zwei Stunden vorher.
- Ein U-Boot der Typ-094-Klasse feuert am Nachmittag des 6. Juli eine JL-3-Rakete mit einem Attrappen-Gefechtskopf in den Pazifik.
- Das US-Außenministerium äußert große Besorgnis und fordert substanzielle Rüstungskontrollgespräche.
- Australien, Japan und Neuseeland geben Erklärungen ab, die den Test als destabilisierend und provokativ kritisieren.
- Premierminister Matthew Wale legt beim chinesischen Botschafter eine formelle Protestnote ein und erklärt, die Region wolle keine Raketentests.
- Die Global Times feiert den Test als Aufwertung der chinesischen Nukleartriade und behauptet, die Seestreitkräfte könnten nun von überall im Pazifik zuschlagen.


