
China testet von U-Boot abgefeuerte ballistische Rakete im Pazifik – scharfe Proteste aus Australien, Japan und Neuseeland
China hat am 6. Juli eine strategische Rakete von einem Atom-U-Boot aus in den Pazifischen Ozean abgefeuert und damit Kritik von Australien, Japan und Neuseeland auf sich gezogen, während Russland Pekings Recht auf Tests verteidigte.
Der Start
Am 6. Juli um 12:01 Uhr Ortszeit feuerte ein chinesisches Atom-U-Boot mit ballistischen Raketen eine strategische Rakete mit einem Gefechtskopf-Attrappe in internationale Gewässer des Pazifischen Ozeans. Die Rakete landete präzise im vorgesehenen Gebiet, teilte die Marine der Volksbefreiungsarmee in einer Erklärung auf WeChat mit. Sprecher Wang Xuemeng bezeichnete den Test als Teil des routinemäßigen jährlichen Militärtrainings Chinas und erklärte, die betroffenen Länder seien im Vorfeld gemäß internationalem Recht und Praxis informiert worden.
Dieser Teststart ist Teil des routinemäßigen jährlichen Militärtrainings Chinas, und die betroffenen Länder wurden im Voraus gemäß internationalem Recht und Praxis informiert.
Bei dem U-Boot handelt es sich vermutlich um ein Boot der Typ-094-Klasse, das mit JL-2- oder den fortschrittlicheren JL-3-Raketen bestückt werden kann, die von chinesischen Küstengewässern aus das kontinentale US-Gebiet erreichen können. Der Test war nach einem Bericht der erste bekannte Test einer von einem U-Boot abgefeuerten ballistischen Rakete (SLBM) Chinas seit 1982 und der zweite öffentlich bekannt gegebene Pazifik-Raketentest in weniger als zwei Jahren, nach einem ICBM-Start im September 2024.
Reaktionen in der Region
Australien, Japan und Neuseeland reagierten mit scharfer Kritik. Die australische Außenministerin Penny Wong erklärte, Canberra habe Peking deutlich gemacht, dass der Test „destabilisierend“ sei. Der neuseeländische Außenminister Winston Peters nannte den Pazifik „einen Ozean des Friedens“ und äußerte tiefe Besorgnis über Tests mit nuklearfähigen Waffen im Südpazifik. Japan, das im Vorfeld informiert worden war, erklärte, es habe Peking nachdrücklich aufgefordert, den Start zu überdenken, um eine Bedrohung seines Luftraums zu vermeiden, und äußerte ernste Besorgnis über die Intensivierung der chinesischen Militäraktivitäten.
Australien hat Peking gegenüber deutlich gemacht, dass wir dies für einen destabilisierenden Akt in der Region halten.
Der Pazifik ist ein Ozean des Friedens, und wir sind zutiefst besorgt über die von China mit nuklearfähigen Waffen im Südpazifik durchgeführten Tests.
Russlands Rückendeckung
Im Gegensatz dazu verteidigte Russland den Test. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, China habe das souveräne Recht, seine Raketen zu testen, und der Start bedrohe kein Land. Er unterstrich die enge Allianz zwischen Moskau und Peking.
Wir glauben, dass es ein souveränes Recht Chinas ist, seine Raketen zu testen und sich militärisch aufzurüsten. China bedroht kein Land in der Region und niemanden auf der Welt. China ist unser großer Verbündeter und Partner.
Zeitpunkt und strategischer Kontext
Der Start fiel mit dem Beginn der jährlichen gemeinsamen russisch-chinesischen Marineübungen vor der Küste Qingdaos zusammen, einem bedeutenden Militärhafen in Ostchina. Er erfolgte zudem kurz nach der Unterzeichnung des Verteidigungsabkommens „Ocean of Peace Alliance“ zwischen Australien und Fidschi, wobei die chinesische Botschaft in Canberra die australische Regierung innerhalb von 24 Stunden über den Test informierte. Einige von „The Australian“ zitierte Analysten interpretierten den Zeitpunkt als mögliche Reaktion auf die vertiefte strategische Zusammenarbeit Australiens im Pazifik, während Premierminister Anthony Albanese auf einer diplomatischen Mission in der Region unterwegs war. Auch Neuseeland wurde im Voraus informiert.
Die chinesische Außenamtssprecherin Mao Ning rief dazu auf, den Test nicht überzubewerten, und erklärte, er richte sich gegen kein Land; sie forderte Zurückhaltung bei der Interpretation.
Wir hoffen, dass die betroffenen Länder keine übertriebene Interpretation vornehmen.
Taiwanesische Sicherheitsbeamte teilten Reuters mit, sie beobachteten einen „Aufwärtstrend“ bei den chinesischen Marinebewegungen während der Spitzenzeit der Übungen.
- China informiert Australien und Neuseeland innerhalb von 24 Stunden über den bevorstehenden Raketentest.
- Von U-Boot abgefeuerte ballistische Rakete von der Küste Qingdaos aus gestartet.
- Australien, Japan, Neuseeland verurteilen Test; Russland verteidigt Chinas Recht.


