
Präsident von Ceuta stellt Spanien 30-Tage-Ultimatum und droht mit rechtlichen Schritten wegen Migrationskrise
Juan Jesús Vivas, Präsident der spanischen autonomen Stadt Ceuta, beschuldigte die Zentralregierung einer „fast absoluten Passivität“, nachdem 70.000 bis 80.000 Menschen aus Marokko eingereist waren, und gab Madrid 30 Tage, um die Normalität wiederherzustellen, andernfalls drohe rechtliche Schritte.
Ceutas Präsident verschärft Rhetorik
Juan Jesús Vivas, Präsident der autonomen Stadt Ceuta und Mitglied der Partido Popular, stellte der spanischen Zentralregierung am 17. August ein 30-Tage-Ultimatum und drohte, die Justizbehörden anzurufen, falls die Migrationskrise nicht gelöst werde. In einer Rede nach einer außerordentlichen Sitzung des Regierungsrates im Palacio de la Asamblea warf Vivas der Regierung von Pedro Sánchez „pasividad casi absoluta“ und vor, die Realität zu beschönigen, indem sie behauptete, Ceuta sei innerhalb von 48 Stunden nach dem Massenzustrom zur Normalität zurückgekehrt. Er erklärte, Ceuta „vive un estado de excepción“ (lebe in einem Ausnahmezustand).
Der Massenzustrom und seine Folgen
Zwischen 70.000 und 80.000 Menschen reisten am 30. und 31. Juli aus Marokko nach Ceuta ein, so die Quellen, wobei die meisten von etwa 70.000 und eine Quelle von 80.000 sprechen. Vivas bezeichnete den Vorfall als „ataque a la integridad territorial de España“ (Angriff auf die territoriale Integrität Spaniens) und sagte, die Stadt „está en peligro“ (sei in Gefahr). Die Zentralregierung gab an, dass 48 Stunden nach der Einreise nur noch 2.500 Menschen geblieben seien, doch Vivas widersprach und schätzte, dass fast 20 Tage später noch zwischen 8.000 und 10.000 Menschen in der Stadt seien. Er hinterfragte das Fehlen präziser Informationen darüber, wie viele Menschen noch blieben und wie viele Rückkehr- oder Ausweisungsverfahren eingeleitet worden seien.
- Angabe der Regierung (48h nach Einreise)
- 2500 Personen
- Schätzung Vivas (niedrig)
- 8000 Personen
- Schätzung Vivas (hoch)
- 10000 Personen
Vorgeschlagene Maßnahmen und Zeitplan
Vivas bestand darauf, dass die Zentralregierung über „capacidades suficientes“ (ausreichende Kapazitäten) verfüge, um die Normalität innerhalb von 30 Tagen wiederherzustellen, wenn der politische Wille vorhanden sei. Er schlug vor, 50 Einwanderungsbeamte zu mobilisieren, um monatlich etwa 15.000 Rückkehr-, Überstellungs- oder Ausweisungsakten zu bearbeiten. Er argumentierte, dass die Normalität die Rückkehr der Erwachsenen, die illegal nach Ceuta eingereist seien, nach Marokko erfordere. Vivas beklagte auch das Fehlen von Informationen über Maßnahmen zur wirtschaftlichen „Reaktivierung“ Ceutas.
- Masseneinreise von 70.000–80.000 Menschen aus Marokko nach Ceuta am 30.–31. Juli
- Gesundheitsministerin Mónica García fordert Ceuta auf, Migrantenunterkünfte bereitzustellen; Vivas und Imbroda geben Interview der ABC
- Vivas stellt 30-Tage-Ultimatum nach außerordentlicher Sitzung des Regierungsrates und droht mit rechtlichem Einspruch
Drei Theorien für die Untätigkeit der Regierung
Vivas stellte drei mögliche Erklärungen für die Passivität der Zentralregierung auf: „ineptitud“ (Inkompetenz), „irresponsabilidad“ (Verantwortungslosigkeit) oder den Wunsch, „no molestar al vecino“ (den Nachbarn nicht zu verärgern) und „pseudo gute Beziehungen“ zu Marokko zu bewahren. Er äußerte die Befürchtung, dass das Fehlen einer entschlossenen Reaktion Teil eines Plans sein könnte, „golpear sucesivamente a Ceuta hasta la caída definitiva“ (Ceuta wiederholt zu schlagen, bis es endgültig fällt).
Appell an andere Staatsinstitutionen
Vivas kündigte an, die Situation dem Präsidenten des Obersten Gerichtshofs und dem Präsidenten des Verfassungsgerichts vortragen zu wollen, falls diese bereit seien, ihn zu empfangen. Er listete eine breite Palette von Institutionen auf, an die er sich wenden wolle, darunter die Cortes Generales, die Judikative, die Autonomen Gemeinschaften, den Verband der Gemeinden und Provinzen, Wirtschaftsorganisationen, Gewerkschaften und Europa.
Wir Ceutíes geben nicht auf; die Regierung ist ein sehr wichtiger Teil des Staates, aber nicht der gesamte Staat.
Zusammenstoß mit Gesundheitsministerin
Vivas warf Gesundheitsministerin Mónica García, die am 16. August von der Stadtregierung die Bereitstellung von Unterkünften für Migranten gefordert hatte, vor, „desviar el foco“ (den Fokus abzulenken) und sich „incorrectly“ (unangemessen) zu verhalten.
Sie kann nicht kommen und Lektionen in Humanität erteilen; wenn es ein Gebiet gibt, in dem die Menschen das Leid anderer wie ihr eigenes empfinden, unabhängig von der Herkunft der Person, dann ist es Ceuta und die Ceutíes. Keine Lektionen.


