
CDU-Generalsekretär Frei setzt bundesweites AfD-Kooperationsverbot vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt durch, wo die AfD bei 41% liegt
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, hat den Zeitungen der Funke Mediengruppe mitgeteilt, dass das Verbot der Partei, mit der AfD zusammenzuarbeiten, bundesweit gilt, vor drei Landtagswahlen im September, bei denen die rechtsextreme Partei in Sachsen-Anhalt stark abschneidet.
CDU-Spitze zieht rote Linie gegenüber AfD
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, hat den Zeitungen der Funke Mediengruppe mitgeteilt, dass das Verbot der Partei, mit der AfD zusammenzuarbeiten, eine grundsätzliche Entscheidung ist, die für alle Landesverbände bindend ist, auch für Sachsen-Anhalt, wo die rechtsextreme Partei in Umfragen weit vor der CDU liegt. Frei wurde gefragt, ob die CDU in Sachsen-Anhalt an ihrer Linie festhalten würde, wenn sie nach der Wahl am 6. September gemeinsam mit der AfD regieren könnte. Er antwortete, dass sich die Bundesparteispitze normalerweise aus der Bildung von Landesregierungen heraushält, aber diese Frage die gesamte Partei betreffe.
Das Kooperationsverbot mit der AfD ist eine Grundsatzentscheidung in der CDU. Sie kann nicht je nach Bundesland unterschiedlich beantwortet werden.
Frei merkte an, dass sich die Bundesparteispitze normalerweise nicht in die Bildung von Landesregierungen einmischt, sagte aber, dies sei eine Frage, die die Partei als Ganzes betreffe. Die AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft.
Umfragearithmetik in Sachsen-Anhalt
Eine Infratest-Umfrage für Sachsen-Anhalt sieht die AfD bei 41%, die CDU bei 24%, die Linke bei 13%, die SPD bei 7% und die Grünen bei 5%, wobei die übrigen Parteien unter der 5%-Hürde liegen. Diese Konstellation schafft ein Dilemma für die CDU: Um ohne die AfD eine Mehrheit zu erreichen, bräuchte sie eine Form der Zusammenarbeit mit der Linken, die ebenfalls durch einen Parteitagsbeschluss ausgeschlossen ist. Die Möglichkeit, dass sowohl SPD als auch Grüne unter 5% fallen, birgt zusätzliches Risiko und könnte der AfD eine absolute Sitzmehrheit bescheren.
- AfD
- 41 %
- CDU
- 24 %
- Die Linke
- 13 %
- SPD
- 7 %
- Grüne
- 5 %
Sachsen-Anhalt wird derzeit von einer Kenia-Koalition aus CDU, SPD und FDP unter Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) regiert. In Mecklenburg-Vorpommern ist die amtierende Regierung eine SPD-Linke-Koalition unter Führung der Sozialdemokratin Manuela Schwesig. Frei deutete an, dass die CDU in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, wo am 20. September gewählt wird, weniger wahrscheinlich mit der Frage der Zusammenarbeit mit der AfD oder der Linken konfrontiert sein wird, da Prognosen nahelegen, dass sie nicht Teil dieser Landesregierungen sein wird.
- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
- Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin
Merz bleibt für die gesamte Amtszeit Kanzler
Frei wies Spekulationen zurück, dass Bundeskanzler Friedrich Merz als Parteichef und Kanzler ersetzt werden könnte, falls die Landtagswahlen im September für die CDU schlecht ausgehen.
Friedrich Merz ist der gewählte Bundeskanzler. Er wird für die gesamte Legislaturperiode im Amt bleiben.
Frei sagte, die Autorität des Kanzlers sei intakt. Er räumte ein, dass die Septemberwahlen Auswirkungen auf die Arbeit der Bundesregierung in Berlin haben würden, und sagte, sie wären sicherlich keine Katastrophe, hätten aber in jedem Fall Konsequenzen für das Regieren. Die enormen Reformen, die die Koalition geplant habe, erforderten starke Regierungsparteien und starke Parteiführungen.
Kabinettsumbildung als unvollkommen anerkannt
Frei räumte ein, dass eine kürzlich von Merz vorgenommene Personalumbildung im Kabinett und in der Partei nicht wie gewünscht verlaufen sei. Merz habe in sehr kurzer Zeit Entscheidungen treffen müssen, die wiederum weitere Entscheidungen ausgelöst hätten. Das Bild, das sich nach außen ergeben habe, sei das einer fehlenden übergeordneten Strategie. Die Welt und ZEIT ONLINE berichteten beide, dass Freis Eingreifen als Versuch gesehen wird, die Nerven in der Partei vor den drei Landtagswahlen zu beruhigen und gleichzeitig ein Signal der Disziplin an die Landesverbände zu senden.


