
CDU liegt bei Kommunalwahlen in Niedersachsen vorn, während die AfD auf 15,9 % steigt
Vorläufige Ergebnisse der Kommunalwahlen in Niedersachsen am Sonntag setzen die CDU mit 27 % der Stimmen an die erste Stelle, während die AfD ihren Anteil auf 15,9 % steigerte.
Vorläufige Kommunalergebnisse
Die Christlich Demokratische Union (CDU) belegte bei den Kommunal- und Kreiswahlen am Sonntag in Niedersachsen mit 27 % der Stimmen den ersten Platz, was einem Rückgang von 4,5 Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl 2021 entspricht. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) landete mit 24,6 % auf dem zweiten Platz, ein Minus von 5,4 Prozentpunkten gegenüber vor fünf Jahren. Die Alternative für Deutschland (AfD) sicherte sich mit 15,9 % den dritten Platz, ein Anstieg um 11,3 Prozentpunkte, was mehr als einer Verdreifachung ihres vorherigen Anteils entspricht. Die Grünen erhielten 14,1 %, ein Minus von 1,8 Prozentpunkten, während Die Linke auf 6 % kam, was einem Zugewinn von 3,2 Prozentpunkten und einer Verdopplung ihres vorherigen Ergebnisses entspricht. Die Gesamtwahlbeteiligung erreichte 64,6 % der 6,3 Millionen Wahlberechtigten, verglichen mit 57 % im Kommunalwahlzyklus 2021.
- CDU
- 27 %
- SPD
- 24.6 %
- AfD
- 15.9 %
- Grüne
- 14.1 %
- Die Linke
- 6 %
Eine von Infratest dimap für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk NDR durchgeführte Wählerbefragung zeigte konsistente Zahlen: CDU bei 27,7 %, SPD bei 24,5 %, AfD bei 16,5 %, Grüne bei 13,6 % und Die Linke bei 5,9 %. Die Freie Demokratische Partei (FDP) lag in der Umfrage bei 3,6 % und damit unter den Vertretungshürden in den Regionalgremien. Wahlbeamte gaben an, dass die Wahlbeteiligung am Sonntag um 16:30 Uhr bereits 50,67 % erreicht hatte, vor der höheren Endbeteiligung.
Rechtsextreme Zugewinne und Rechtsstreitigkeiten
Die Wahlergebnisse weiteten die Präsenz der AfD in Westdeutschland aus, wo die Partei von 4,6 % bei der vorherigen Kommunalwahl auf über 15 % kletterte. Die Abstimmung fand in Niedersachsen statt, dem Heimatbundesland des Autobauers Volkswagen, der mit anhaltenden industriellen Schwierigkeiten konfrontiert ist. Der landeseigene Verfassungsschutz, das Amt für Verfassungsschutz Niedersachsen, stuft die regionale Parteiorganisation als mutmaßlich rechtsextremistische Bestrebung ein, die behördlicher Beobachtung unterliegt.
Die Gemeindewahlausschüsse in Niedersachsen schlossen vier AfD-Kandidaten vor der Abstimmung am Sonntag aus, nachdem Zweifel an ihrer Treue zum Grundgesetz aufgekommen waren. Als Reaktion auf die Kandidatenausschlüsse und die Einstufung durch den Verfassungsschutz leitete die AfD rechtliche Schritte gegen Landes- und Kommunalbehörden ein.
Oberbürgermeisterwahlen und bevorstehende Landtagswahlen
In der Landeshauptstadt Hannover baute der amtierende grüne Oberbürgermeister Belit Onay einen klaren Vorsprung gegenüber dem SPD-Herausforderer Axel von der Ohe aus. Da keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichte, wird die Oberbürgermeisterwahl in Hannover in einer Stichwahl am 27. September 2026 entschieden. Wahltrends in den Städten wurden am Sonntagabend erstmals aus Wolfsburg während des Auszählungsprozesses gemeldet.
Die Kommunalwahlen in Niedersachsen fanden eine Woche nach einem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt statt. Die Ergebnisse gehen den für den 20. September 2026 in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern angesetzten Landtagswahlen voraus.
- Niedersachsen hält Kommunal- und Kreiswahlen ab
- Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
- Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Hannover
Reaktionen innerhalb der Christlich Demokratischen Union
Der niedersächsische CDU-Vorsitzende Sebastian Lechner zeigte sich am Sonntagabend optimistisch über den ersten Platz seiner Partei. Lechner stellte fest, dass die Wähler im Bundesland ihre deutliche Unzufriedenheit mit der Bundesregierung in Berlin zum Ausdruck gebracht hätten, und merkte an, dass die CDU ein Glaubwürdigkeitsproblem habe, das in den kommenden Wochen eine ruhige interne Diskussion erfordere. Lechner erklärte, dass möglicherweise politische Anpassungen notwendig seien, um auf die Sorgen der Wähler einzugehen.
Auf die Frage nach der politischen Zukunft von Bundeskanzler Friedrich Merz nach der Niederlage in Sachsen-Anhalt sagte Lechner, die Partei sollte persönliche Führungsdebatten vermeiden, bis die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland vorüber seien.
Danach werden wir in der CDU als Team besprechen, wie wir den Menschen in diesem Land spürbare Entlastung bieten können und eine Politik umsetzen, die den wirtschaftlichen Aufschwung bringt.


