
CDU-Bürgermeister spendet 10.000 Euro an AfD und fordert Ende der konservativen Brandmauer
Bernd Prange, ein CDU-Bürgermeister in Sachsen-Anhalt, spendete 10.000 Euro an die AfD und sprach sich vor der Landtagswahl am 6. September für die Partei aus, was zu Rufen nach einem Parteiausschluss und nationalen politischen Verwerfungen führte.
Spende und Forderung nach Einsturz der Brandmauer
Bernd Prange, der 59-jährige ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe im nördlichen Sachsen-Anhalt, kündigte eine persönliche Spende von 10.000 Euro an die Alternative für Deutschland (AfD) an. In einem vor der Landtagswahl verbreiteten offenen Brief erklärte das langjährige Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU) und Transportunternehmer, seine eigene Partei sei zu weit nach links gerückt. Prange forderte die CDU auf, ihre politische Brandmauer gegenüber einer Zusammenarbeit mit der AfD einzureißen, und kündigte an, am Wahltag für die Konkurrenzpartei stimmen zu wollen. Er äußerte zudem die Hoffnung auf eine absolute AfD-Mehrheit im Landtag, um eine konservative Neuausrichtung zu erzwingen. Gegenüber Focus bestätigte der Kommunalpolitiker, dass er bewusst den Ausschluss aus der CDU anstrebe.
Ich möchte, dass sie mich rauswerfen.
Reaktionen in der CDU und Ausschlussverfahren
Die Ankündigung zog sofortige Verurteilung durch führende CDU-Vertreter auf Landesebene nach sich. Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, lehnte die Unterstützung des Bürgermeisters in einem Interview des Podcasts „Berlin Playbook“ ab, deutete jedoch an, dass disziplinarische Maßnahmen erst nach der Wahl ergriffen würden.
Das gefällt mir nicht. Das kann ich ganz klar sagen.
Schulze fügte hinzu, dass er Pranges Haltung für falsch halte und seine Positionen nicht teile. Der CDU-Generalsekretär von Sachsen-Anhalt, Mario Karschunke, bezeichnete die Geldspende als potenziell schwerwiegenden Verstoß gegen die Parteisatzung und merkte an, dass der CDU-Kreisvorstand in Stendal über ein formelles Parteiausschlussverfahren beraten werde. Ulrich Thomas, CDU-Abgeordneter im Magdeburger Landtag, wählte schärfere Worte und bezeichnete das Verhalten des Bürgermeisters schlicht als widerlich.
Bundespolitischer Nachhall und SPD-Reaktion
Pranges öffentlicher Überlauf löste auch jenseits der Landesgrenzen und parteiübergreifend in Berlin scharfe Reaktionen aus. In seinem offenen Brief forderte Prange die Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz an der Spitze der Bundes-CDU und warf ihm vor, die konservativen Grundlagen der Union aufgegeben zu haben. Führende Vertreter der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), darunter der Bundesvorsitzende und Finanzminister Lars Klingbeil, beobachteten die Lage genau. Dirk Wiese, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, betonte, dass der Vorfall überregionale Bedeutung habe.
Wenn ein CDU-Funktionär 10.000 Euro an die AfD spendet und die Aufgabe der Brandmauer fordert, ist das kein unbedeutender lokaler Vorgang.
Der Eklat folgt auf eine turbulente Zeit für die Bundes-CDU, die zuvor den erzwungenen Abgang des Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn erlebte.
Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt
Der Riss trat in der Schlussphase des Wahlkampfs vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 zutage. Landesweite Umfragen sehen die AfD zwischen 41 und 43 Prozent, während die CDU auf 22 bis 24 Prozent kommt. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund führt das Rennen an, sodass Schulze ein breites Bündnis mit kleineren Parteien wie SPD, Grünen und FDP anstrebt, um eine rechtsradikale Mehrheitsregierung zu verhindern. Der Landeswahlkampf eröffnet eine Wahlsaison in Ostdeutschland, gefolgt von Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026.
- Bernd Prange veröffentlicht einen offenen Brief und kündigt eine Spende von 10.000 Euro an die AfD an
- Sachsen-Anhalt hält Landtagswahl ab
- Berlin und Mecklenburg-Vorpommern halten Landtagswahlen ab


