
CDU-Bürgermeister Bernd Prange spendet 10.000 Euro an AfD vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Der Bürgermeister von Altmärkische Höhe, Bernd Prange, kündigte zwei Spenden von je 5.000 Euro an die AfD an und sprach sich für die Partei aus, um ein Ende der Brandmauer-Politik der CDU zu erzwingen, was in Stendal ein Ausschlussverfahren auslöste.
Offener Brief und finanzielle Unterstützung
Der CDU-Kommunalpolitiker Bernd Prange gab bekannt, dass er vor der für den 6. September 2026 angesetzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt insgesamt 10.000 Euro an die Alternative für Deutschland (AfD) überwiesen hat. Prange, der seit 2010 ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe ist und seit 2004 im Kreistag Stendal sitzt, bestätigte, dass der finanzielle Beitrag in den letzten Wochen in zwei separaten Raten zu je 5.000 Euro geleistet wurde. In einem offenen Brief erklärte der 59-jährige Kommunalpolitiker, dass er selbst für die AfD stimmen werde, und forderte andere konservative Wähler in der Region auf, es ihm gleichzutun. Prange sagte, der Schritt sei eine bewusste Entscheidung aus tiefer Sorge um das Land und keine spontane Handlung. Er argumentierte, dass Werte wie wirtschaftliche Vernunft, Leistung, Sicherheit, Ordnung, nationale Souveränität und kulturelle Identität in der CDU nicht mehr angemessen vertreten seien.
Kampagne gegen die Parteiführung
Prange forderte ausdrücklich einen Wahlausgang, der es der AfD ermöglicht, in Magdeburg eine Alleinregierung zu bilden. Er behauptete, eine absolute Mehrheit für die AfD würde die CDU schockieren und dazu bringen, ihre Brandmauer-Politik aufzugeben, die eine formelle Zusammenarbeit zwischen den beiden politischen Kräften verbietet. In seinem Brief warf Prange der CDU-Führung vor, sich nach links zu bewegen und Bündnisse mit linken Parteien zu tolerieren. Er forderte die Absetzung von Bundeskanzler Friedrich Merz und bezeichnete ihn als Symbol einer Parteiführung, die ihr konservatives Fundament aufgegeben habe. Prange lobte zudem die tägliche Zusammenarbeit mit der AfD-Fraktion im Kreistag Stendal und argumentierte, dass lokaler Pragmatismus Schaden durch linke Politikinitiativen abgewendet habe. In Interviews zu seiner politischen Zukunft bestätigte Prange, dass er seine formelle Entfernung aus der Partei provozieren wolle.
Ich will, dass sie mich rauswerfen.
- Bernd Prange tritt in den Kreistag Stendal ein.
- Prange tritt sein Amt als Ortsbürgermeister von Altmärkische Höhe an.
- Prange veröffentlicht einen offenen Brief, in dem er Spenden von 10.000 Euro an die AfD bestätigt.
- Prange erklärt öffentlich, dass er seinen Ausschluss aus der CDU provozieren will.
- Sachsen-Anhalt hält Landtagswahlen ab.
Reaktion der Partei und Ausschlussverfahren
Die Reaktion von CDU-Funktionären auf Landes- und Bundesebene ließ nicht lange auf sich warten; Parteivertreter leiteten formelle Disziplinarschritte ein. Der CDU-Generalsekretär von Sachsen-Anhalt, Mario Karschunke, erklärte, dass die öffentliche Spende und die Unterstützungserklärung einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Parteisatzung darstellen. Karschunke kündigte an, dass der Fall dem Kreisvorstand Stendal vorgelegt werde, der vom Landtagsabgeordneten Chris Schulenburg geleitet wird und als zuständiges Gremium für die Einleitung eines Ausschlussverfahrens fungiert.
Niemand ist gezwungen, Mitglied unserer Partei zu bleiben, wenn er ihre grundlegenden politischen Überzeugungen nicht mehr teilt.
Dennis Radtke, der Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse und des Arbeitnehmerflügels, schloss sich der Forderung nach sofortiger Rechenschaft an. Radtke bestand darauf, dass aktive Parteimitglieder, die für die AfD werben, der Union maximalen Schaden zufügen und ausgeschlossen werden müssen, wenn sie nicht freiwillig zurücktreten.
Wer als CDU-Mitglied zur Wahl der AfD aufruft, sollte konsequenterweise die CDU verlassen.
Hintergrund der Landtagswahl
Die Auseinandersetzung ereignet sich etwa zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026, bei der die CDU in regionalen Umfragen hinter der AfD zurückliegt. Der amtierende Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, der den CDU-Landtagswahlkampf anführt, hatte zuvor Andeutungen zurückgewiesen, dass Parteimitglieder zur AfD überlaufen oder ihr zur Machtübernahme verhelfen würden. Schulze lehnte jede politische Zusammenarbeit mit der AfD wiederholt ab und schloss aus, deren Stimmen zur Sicherung des Ministerpräsidentenamtes anzunehmen. Der Streit hat zusätzliche lokale Bedeutung, da der Landkreis Stendal auch der Heimatwahlkreis des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund ist. Nach der Veröffentlichung des Briefes bedankte sich die Bundes-AfD öffentlich bei Prange auf der Social-Media-Plattform X und bemerkte, dass die Spende und die Unterstützung interne Spaltungen innerhalb der Christlich Demokratischen Union offengelegt hätten.


