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Kurz gefasst

  • Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde von hohem einstelligem Wachstum auf stabiles oder leichtes Wachstum zurückgenommen, und der freie Cashflow dürfte nun sinken, wie Carrefour am Dienstag, 20. Oktober, mitteilte.

  • Alexandre Bompard sagte gegenüber Analysten, am ersten Tag der Unruhen seien etwa 50 Carrefour-Filialen betroffen gewesen, viele geplündert und schwer beschädigt.

  • Das französische Innenministerium zählte am 17. Oktober etwa 550.000 Menschen auf den Straßen; Berichte nennen etwa 1.800 und etwa 2.400 Festgenommene.

  • Die amerikanischen Hinterlegungsscheine von Carrefour fielen im US-Handel um mehr als 8 Prozent, während Anleger französische Staatsanleihen abstießen.

ParisLilleLyon
Paris, Lille, Nizza, Lyon · Frankreich
Wie es dazu kam
  1. 17.10.Massendemonstrationen in ganz Frankreich mit laut Innenministerium etwa 550.000 Menschen, begleitet von Ausschreitungen und Plünderungen
  2. Erster Tag der UnruhenEtwa 50 Carrefour-Filialen sind betroffen, viele geplündert und schwer beschädigt
  3. 20.10.Carrefour senkt seine Ziele für 2026 mit den am Dienstagabend veröffentlichten Quartalszahlen

Zielsenkung trotz eines stärkeren Quartals

Carrefour hat am Dienstagabend, 20. Oktober, seine Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht und einen Umsatz von knapp 22,7 Milliarden Euro gemeldet, ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr einschließlich Kraftstoff. Der französische Händler senkte dennoch seine Finanzziele für 2026 und verwies auf eine Verschlechterung der sozialen und sicherheitspolitischen Lage in Frankreich, seinem wichtigsten Markt. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll nun stabil bleiben oder leicht wachsen – zuvor war ein hohes einstelliges Wachstum prognostiziert worden. Die Aussicht für die wiederkehrende operative Marge wurde von 25 auf einen Anstieg um null bis 15 Basispunkte zurückgenommen, und der freie Cashflow, der zuvor wachsen sollte, dürfte nun sinken. Zur Begründung sagte Finanzvorstand Matthieu Malige in der Telefonkonferenz zu den Zahlen:

„Auf dieses gute dritte Quartal folgt nun die Verschlechterung der sozialen und sicherheitspolitischen Lage in Frankreich, die uns in eine neue Phase drückt.“

Matthieu Malige

Wie die Unruhen die Filialen trafen

Die Unruhen begannen mit Studentenprotesten gegen die Zustände an den Schulen und weiteten sich zu Wut über steigende Lebenshaltungskosten und schwächere öffentliche Dienstleistungen aus. Die größten Demonstrationen fanden am Samstag, 17. Oktober, statt, als das französische Innenministerium landesweit etwa 550.000 Menschen auf den Straßen zählte; in mehreren Städten folgten Ausschreitungen und Plünderungen. Nach den Ereignissen vom 17. Oktober wurden in ganz Frankreich nach einem Bericht etwa 1.800 Menschen in Gewahrsam genommen, ein anderer nennt etwa 2.400 Festgenommene bei den Ausschreitungen des vergangenen Wochenendes und danach. Die Behörden verhängten in Teilen von Paris und in anderen Städten, darunter Lille, Nizza und Lyon, teilweise Ausgangssperren, um die Ausschreitungen und die Plünderung von Geschäften zu stoppen. Bompard sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, am ersten Tag der Unruhen seien etwa 50 Carrefour-Filialen betroffen gewesen, viele davon geplündert und schwer beschädigt. Laut Bloomberg ist Carrefour der erste Einzelhändler, der die finanziellen Folgen der Ausschreitungen beziffert; die Gruppe dürfte hart getroffen sein, weil viele ihrer Filialen im Zentrum von Paris und in anderen Städten liegen.

Konsumausgaben und das Weihnachtsgeschäft

Bompard sagte, die Gruppe sehe sich einer hohen Unsicherheit über die Ausgabenentwicklung und über die Bedingungen ausgesetzt, unter denen ihre Filialen weiter betrieben werden könnten. Carrefour rechnet mit weniger Kundenfrequenz in den Innenstadtfilialen, kürzeren Öffnungszeiten wegen der Ausgangssperren sowie höheren Sicherheits- und Logistikkosten. Diese Effekte treffen das Unternehmen kurz vor dem Black Friday und dem Weihnachtsgeschäft, zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiekosten die Haushaltsbudgets ohnehin schon belasteten. Bompard fügte hinzu, der mittelfristige strategische Plan bleibe unverändert. In einer schriftlichen Erklärung beschrieb er die Lage so:

„Unsere Gruppe steht in Frankreich vor einer beispiellosen Situation.“

Alexandre Bompard, Vorstandsvorsitzender von Carrefour

Märkte und die Schuldenfrage

Die Carrefour-Aktie fiel nach der Ankündigung deutlich, und die amerikanischen Hinterlegungsscheine (ADRs) verloren im US-Handel mehr als 8 Prozent. Die Unruhen belasteten auch die französischen Staatsanleihen: Anleger stoßen Anleihen ab, und steigende Renditen haben den Spread gegenüber anderen Staatsanleihen ausgeweitet. Die New York Times berichtet, Anleger seien unsicher, ob die Regierung ihren Haushalt bei hohen Zinsen und politischer Unsicherheit bewältigen kann. Macron, der sich dem Ende seiner Amtszeit nähert und eine Mitte-Regierung ohne regierende Mehrheit führt, steckt in einem Dilemma: Ein Entgegenkommen wie die rund 11 Milliarden Dollar an Steuersenkungen und Lohnerhöhungen, die er nach den Benzinfpreis-Protesten von 2018 anbot, könnte Anleiheinvestoren weiter verunsichern, während Untätigkeit die Unruhen vertiefen dürfte. Die Forscher Michal Brzozowski und Joanna Siwinska-Gorzelak von der Universität Warschau beschreiben einen sogenannten Teufelskreis, in dem sich Marktturbulenzen und politische Unruhen gegenseitig verstärken.

Weiter in der heutigen Ausgabe

PSG dreht Spiel gegen Barcelona – 4:2 in der Champions LeagueVitinha und Fabian Ruiz trafen in der 81. und 86. Minute und sicherten PSG am Dienstag, 20. Oktober 2026, einen 4:2-Sieg gegen Barcelona.Fußball · vor 1 Std.
Heutiger Brief · 5 Min. zum AnhörenDrohnenangriff tötet 153 Menschen auf Markt in AbyeiLive · 4 ThemenUkraine-Friedensgespräche in Miami

Quellen und Kontext

  • LesEchos.frvor 4 Std.Die Verschlechterung der sozialen und sicherheitspolitischen Lage in Frankreich zwingt Carrefour dazu, seine Ambitionen für 2026 zu reduzierenLa " dégradation de la situation sociale et sécuritaire " en France oblige Carrefour à réduire ses ambitions pour 2026 · Original auf Französisch
  • pb.plvor 5 Std.Carrefour senkte Prognosen aufgrund von Unruhen und Plünderungen in Frankreich. Aktien fallen starkCarrefour obniżył prognozy z powodu zamieszek i grabieży we Francji. Akcje mocno tanieją · Original auf Polnisch
  • EL PAÍSvor 5 Std.Carrefour verschlechtert seine Jahresprognosen aufgrund der Unruhen in Frankreich: Es ist eine beispiellose SituationCarrefour empeora sus previsiones anuales por los disturbios en Francia: "Es una situación sin precedentes · Original auf Spanisch
  • 20minutesvor 5 Std.Carrefour wird seine Verkaufsziele für 2026 aufgrund von Spannungen reduzierenCarrefour va réduire ses objectifs de vente 2026 en raison des tensions · Original auf Französisch
Alexandre Bompard
Vorstandsvorsitzender von Carrefour, der die gesenkten Ziele bekannt gab und mit Analysten über die Schäden in den Filialen sprach
Emmanuel Macron
Französischer Präsident, der sich dem Ende seiner Amtszeit nähert und eine Regierung ohne regierende Mehrheit führt
Michal Brzozowski
Forscher an der Universität Warschau, Mitautor einer Studie zu Populismus und Fiskalpolitik

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Veröffentlicht gestern um 22:50.

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In diesem Text

  1. 1Zielsenkung trotz eines stärkeren QuartalsZielsenkung trotz eines stärkeren Quartals
  2. 2Wie die Unruhen die Filialen trafenWie die Unruhen die Filialen trafen
  3. 3Konsumausgaben und das WeihnachtsgeschäftKonsumausgaben und das Weihnachtsgeschäft
  4. 4Märkte und die SchuldenfrageMärkte und die Schuldenfrage

Auf Grundlage von Berichten von

LesEchos.fr, pb.pl, EL PAÍS, 20minutes, N-tv, Il Sole 24 ORE, Bloomberg Business, The New York Times

Liste der Quellen

Wirtschaft · Paris, Lille und Nizza

Carrefour senkt Ziele für 2026 – Unruhen und Plünderungen belasten französische Verbraucher

Carrefour hat am Dienstag, 20. Oktober, seine Ziele für 2026 gesenkt, weil soziale Unruhen und Plünderungen in Frankreich die Kundenfrequenz in den Filialen und die Konsumausgaben belasten. Der Umsatz im dritten Quartal stieg dennoch um 3,9 Prozent auf knapp 22,7 Milliarden Euro, einschließlich Kraftstoff.

Paris
Lille
Lyon

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KI-Text auf Grundlage von Berichten von LesEchos.fr, pb.pl, EL PAÍS und weiteren Medien. Veröffentlicht gestern um 22:50.

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