Carrefour hat am Dienstagabend, 20. Oktober, seine Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht und einen Umsatz von knapp 22,7 Milliarden Euro gemeldet, ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr einschließlich Kraftstoff. Der französische Händler senkte dennoch seine Finanzziele für 2026 und verwies auf eine Verschlechterung der sozialen und sicherheitspolitischen Lage in Frankreich, seinem wichtigsten Markt. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll nun stabil bleiben oder leicht wachsen – zuvor war ein hohes einstelliges Wachstum prognostiziert worden. Die Aussicht für die wiederkehrende operative Marge wurde von 25 auf einen Anstieg um null bis 15 Basispunkte zurückgenommen, und der freie Cashflow, der zuvor wachsen sollte, dürfte nun sinken. Zur Begründung sagte Finanzvorstand Matthieu Malige in der Telefonkonferenz zu den Zahlen:
„Auf dieses gute dritte Quartal folgt nun die Verschlechterung der sozialen und sicherheitspolitischen Lage in Frankreich, die uns in eine neue Phase drückt.“
Die Unruhen begannen mit Studentenprotesten gegen die Zustände an den Schulen und weiteten sich zu Wut über steigende Lebenshaltungskosten und schwächere öffentliche Dienstleistungen aus. Die größten Demonstrationen fanden am Samstag, 17. Oktober, statt, als das französische Innenministerium landesweit etwa 550.000 Menschen auf den Straßen zählte; in mehreren Städten folgten Ausschreitungen und Plünderungen. Nach den Ereignissen vom 17. Oktober wurden in ganz Frankreich nach einem Bericht etwa 1.800 Menschen in Gewahrsam genommen, ein anderer nennt etwa 2.400 Festgenommene bei den Ausschreitungen des vergangenen Wochenendes und danach. Die Behörden verhängten in Teilen von Paris und in anderen Städten, darunter Lille, Nizza und Lyon, teilweise Ausgangssperren, um die Ausschreitungen und die Plünderung von Geschäften zu stoppen. Bompard sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, am ersten Tag der Unruhen seien etwa 50 Carrefour-Filialen betroffen gewesen, viele davon geplündert und schwer beschädigt. Laut Bloomberg ist Carrefour der erste Einzelhändler, der die finanziellen Folgen der Ausschreitungen beziffert; die Gruppe dürfte hart getroffen sein, weil viele ihrer Filialen im Zentrum von Paris und in anderen Städten liegen.
Bompard sagte, die Gruppe sehe sich einer hohen Unsicherheit über die Ausgabenentwicklung und über die Bedingungen ausgesetzt, unter denen ihre Filialen weiter betrieben werden könnten. Carrefour rechnet mit weniger Kundenfrequenz in den Innenstadtfilialen, kürzeren Öffnungszeiten wegen der Ausgangssperren sowie höheren Sicherheits- und Logistikkosten. Diese Effekte treffen das Unternehmen kurz vor dem Black Friday und dem Weihnachtsgeschäft, zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiekosten die Haushaltsbudgets ohnehin schon belasteten. Bompard fügte hinzu, der mittelfristige strategische Plan bleibe unverändert. In einer schriftlichen Erklärung beschrieb er die Lage so:
„Unsere Gruppe steht in Frankreich vor einer beispiellosen Situation.“
Die Carrefour-Aktie fiel nach der Ankündigung deutlich, und die amerikanischen Hinterlegungsscheine (ADRs) verloren im US-Handel mehr als 8 Prozent. Die Unruhen belasteten auch die französischen Staatsanleihen: Anleger stoßen Anleihen ab, und steigende Renditen haben den Spread gegenüber anderen Staatsanleihen ausgeweitet. Die New York Times berichtet, Anleger seien unsicher, ob die Regierung ihren Haushalt bei hohen Zinsen und politischer Unsicherheit bewältigen kann. Macron, der sich dem Ende seiner Amtszeit nähert und eine Mitte-Regierung ohne regierende Mehrheit führt, steckt in einem Dilemma: Ein Entgegenkommen wie die rund 11 Milliarden Dollar an Steuersenkungen und Lohnerhöhungen, die er nach den Benzinfpreis-Protesten von 2018 anbot, könnte Anleiheinvestoren weiter verunsichern, während Untätigkeit die Unruhen vertiefen dürfte. Die Forscher Michal Brzozowski und Joanna Siwinska-Gorzelak von der Universität Warschau beschreiben einen sogenannten Teufelskreis, in dem sich Marktturbulenzen und politische Unruhen gegenseitig verstärken.
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Carrefour hat am Dienstag, 20. Oktober, seine Ziele für 2026 gesenkt, weil soziale Unruhen und Plünderungen in Frankreich die Kundenfrequenz in den Filialen und die Konsumausgaben belasten. Der Umsatz im dritten Quartal stieg dennoch um 3,9 Prozent auf knapp 22,7 Milliarden Euro, einschließlich Kraftstoff.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von LesEchos.fr, pb.pl, EL PAÍS und weiteren Medien. Veröffentlicht .