
Früherer UAB-Rektor und katalanischer Universitätsminister Carles Solà stirbt mit 80 Jahren
Der Chemiker, ehemalige Rektor der Universitat Autònoma de Barcelona und frühere katalanische Universitätsminister Carles Solà ist am 12. September 2026 in Sant Cugat del Vallès gestorben.
Akademische Laufbahn und Bioprozessforschung
Carles Solà i Ferrando, Chemiker, Akademiker und ehemaliger Regionalminister, starb am 12. September 2026 in Sant Cugat del Vallès. Solà wurde am 28. November 1945 in Xàtiva in der Provinz Valencia geboren. Quellen zufolge lag sein Alter bei seinem Tod zwischen 79 und 81 Jahren, die Universitat Autònoma de Barcelona bestätigte sein Alter mit 80 Jahren. Solà absolvierte sein Grundstudium und promovierte in Chemie an der Universitat de València. 1977 wechselte er nach Katalonien, um eine Stelle als Professor für technische Chemie an der Universitat Autònoma de Barcelona (UAB) anzutreten, wo er den Großteil seiner akademischen Laufbahn verbrachte. Während seiner Amtszeit förderte Solà die Gründung des Fachbereichs Chemieingenieurwesen (später Fachbereich Chemie-, Bio- und Umwelttechnik) und führte den ersten spanischen Bachelorstudiengang in Biotechnologie ein. Seine Forschung spezialisierte sich auf Zelltechnik und Bioprozesse im Rahmen der Gruppe für Zell- und Bioprozesstechnik, wobei der Schwerpunkt auf der Herstellung von Impfstoffen der nächsten Generation und der biologischen Abscheidung von Kohlendioxid durch Mikroalgensysteme für pharmazeutische und kosmetische Anwendungen lag. Er blieb bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2016 aktives Fakultätsmitglied und wurde anschließend zum Professor emeritus ernannt.
Universitätsleitung und institutioneller Aufbau
1994 wurde Solà zum Rektor der Universitat Autònoma de Barcelona gewählt und führte die Einrichtung zwei Amtszeiten lang bis 2002. Seine achtjährige Amtszeit war geprägt von umfangreichen organisatorischen und infrastrukturellen Veränderungen auf dem Campus. In dieser Zeit gründete die Universität mehrere neue Lehr- und Wissenschaftszentren, darunter die School of Engineering, die Doktorats- und Weiterbildungsschule, das Institut für Umweltwissenschaften und -technologie sowie das Wissenschaftsinformationsportal. Auch die öffentlichen Räume des Campus wurden unter seiner Leitung umgestaltet, mit der Eröffnung der Plaça Cívica und der Errichtung der Säulen der UAB, einem Denkmal des Bildhauers Andreu Alfaro, das zum wichtigsten visuellen Symbol der Universität wurde. Auf nationaler und regionaler Ebene war Solà von 1996 bis 1998 der zweite Präsident der spanischen Rektorenkonferenz (CRUE). Er spielte auch eine führende Rolle bei der Schaffung von Kooperationsnetzwerken zwischen den Hochschulen, sowohl als Organisator der katalanischen Vereinigung öffentlicher Universitäten als auch des Xarxa-Vives-Universitätsnetzwerks.
- Geboren in Xàtiva, Valencia
- Ernennung zum Professor für technische Chemie an der Universitat Autònoma de Barcelona
- Zum Rektor der Universitat Autònoma de Barcelona gewählt
- Präsident der spanischen Rektorenkonferenz CRUE
- Katalanischer Universitätsminister in der Regierung von Pasqual Maragall
- Ende des Ministeramts in der Generalitat de Catalunya
- Emeritierung an der UAB; Ernennung zum Professor emeritus
- Gestorben in Sant Cugat del Vallès
Politischer Werdegang und Ministeramt
Solàs politisches Engagement begann während der Franco-Diktatur, als er der geheimen Sozialistischen Partei des Valencia-Landes beitrat. Später brach er mit der Partei, nachdem sie sich mit der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei zusammengeschlossen hatte. Im Dezember 2003 nahm er ein Angebot des Vorsitzenden der Esquerra Republicana de Catalunya, Josep-Lluís Carod-Rovira, an, in die Regionalregierung einzutreten. Von Präsident Pasqual Maragall zum Minister für Universitäten, Forschung und Informationsgesellschaft ernannt, wurde Solà der erste valencianische Minister in der Generalitat de Catalunya. Er leitete das Ressort bis April 2006 während der ersten Dreierkoalitionsregierung. In dieser Funktion koordinierte Solà die öffentlichen Universitäten und leitete den Übergang zur Annäherung an den Europäischen Hochschulraum. Seine Ministerverwaltung reformierte die Hochschulfinanzierung, indem sie eine garantierte Mindestförderung pro Studenten einführte und einen speziellen Territorialfonds schuf, der die außerhalb des Großraums Barcelona gelegenen öffentlichen Universitäten unterstützen sollte.
Würdigungen und Vermächtnis
Die Universitat Autònoma de Barcelona und regionale politische Parteien bestätigten Solàs Tod am Samstagmorgen und übermittelten seiner Familie und seinen Kollegen ihr Beileid. Der amtierende UAB-Rektor Javier Lafuente bezeichnete die Nachricht als zutiefst traurig und würdigte Solà als Mentor, Führer und Kollegen, der seine Karriere unterstützt habe, als er selbst an die Universität kam. In einer offiziellen Erklärung würdigte die Esquerra Republicana de Catalunya Solàs akademische und politische Laufbahn und stellte fest, dass er Bildung als Instrument der Gleichheit und Gerechtigkeit und als Grundlage für Innovation gefördert habe.


