
Staatsanwaltschaft Mailand prüft Bürgerstreifen in Rozzano nach Rassenhass-Paragraf
Die Carabinieri haben der Staatsanwaltschaft Mailand einen Ermittlungsbericht über nicht genehmigte Bürgerstreifen in Rozzano vorgelegt und zwei Tatverdächtige identifiziert, die beschuldigt werden, einen marokkanischen Staatsangehörigen mit dem Erschwerungsgrund des Rassenhasses angegriffen zu haben.
Angriffe lösen Bürgerstreifen aus
Die Spannungen in Rozzano begannen am Morgen des 16. September 2026, als ein 24-jähriger marokkanischer Staatsangehöriger auf der Straße angeblich eine 40-jährige Frau ergriff. Passanten schlugen auf den Mann ein, bevor die Polizei eingriff, was zu seiner Überführung in ein örtliches Krankenhaus führte. Am selben Abend versammelten sich Gruppen von Anwohnern in der Stadt zu nicht genehmigten Sicherheitsstreifen, erkannten denselben 24-Jährigen wieder und griffen ihn ein zweites Mal an, gemeinsam mit einem betrunkenen 40-jährigen Marokkaner. In der Nacht zum Donnerstag, dem 17. September 2026, marschierte eine auf etwa 300 Personen geschätzte Menschenmenge durch örtliche Straßen, darunter die Via Liguria, Via Lombardia und Via Lillà. Während des Marsches wurde hinter Geschäftsarkaden in der Via Liguria in der Nähe einer für Drogengeschäfte bekannten städtischen Baustelle Müll angezündet, was einen Einsatz von Feuerwehr und Polizei auslöste.
- Ein marokkanischer Staatsangehöriger wird von Passanten angegriffen und später während einer nicht genehmigten Patrouille erneut attackiert.
- Rund 300 Anwohner marschieren durch Wohngebiete, während entlang der Via Liguria Brände gelegt werden.
- Anwohner veranstalten einen friedlichen Marsch, während die Carabinieri verstärkte Kontrollen in der Stadt durchführen.
- Die Carabinieri übersenden der Staatsanwaltschaft Mailand einen Ermittlungsbericht wegen tätlichen Angriffs mit dem Erschwerungsgrund des Rassenhasses.
Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen wegen Hasskriminalität ein
Die Ermittlungseinheit des Provinzkommandos der Carabinieri von Mailand legte am 19. September 2026 dem Mailänder Chefstaatsanwalt Marcello Viola ein formelles Dossier vor. Die Ermittler identifizierten zwei Männer, die verdächtigt werden, den tätlichen Angriff auf den 24-jährigen Ausländer verübt zu haben. Der vorläufige Bericht nennt mögliche Anklagepunkte wegen Körperverletzung mit dem Erschwerungsgrund des Rassenhasses, wobei Justizbeamte anmerkten, dass sich die rechtliche Einordnung im Laufe der Ermittlungen noch erweitern könnte. Das Ratsmitglied Domenico Anselmo besuchte den Ort des Donnerstag-Brandes und erklärte, dass er die Frustration der Anwohner verstehe, während er gleichzeitig anmerkte, dass er kürzlich selbst Opfer eines versuchten Angriffs geworden sei. Die örtlichen Behörden betonten, dass von Bürgern organisierte Straßenpatrouillen erhebliche rechtliche Risiken bergen und keine offiziellen Polizeimaßnahmen ersetzen können.
Sicherheitsrazzien der Strafverfolgungsbehörden
Nach den nicht genehmigten nächtlichen Zusammenkünften ordnete das Provinzkomitee für öffentliche Ordnung und Sicherheit von Mailand verstärkte territoriale Kontrollen in heruntergekommenen Zonen von Rozzano an. Am Abend des 18. September 2026 überprüften die Carabinieri 57 Personen, 21 Fahrzeuge und ein Geschäft in der Gemeinde. Der Einsatz führte zur Festnahme einer Person wegen Drogenhandels, während vier Personen mit polizeilichen Vorerkenntnissen Strafanzeigen wegen Betäubungsmitteln, Eigentumsdelikten und illegalem Waffenbesitz erhielten. Gleichzeitige Einsätze in Mailänder Stadtteilen, darunter Lambrate und die Darsena, identifizierten 492 Personen und kontrollierten 111 Fahrzeuge. Ein separates nächtliches Vorfall in Rozzano in der Via Volta führte zur Festnahme einer 18-jährigen Frau, die einen Mülleimer nach einem Krankenwagen warf – ein Ereignis, von dem die Carabinieri anmerkten, dass es nichts mit den Straßenmärschen zu tun habe.
- Identifizierte Personen
- 57
- Kontrollierte Fahrzeuge
- 21
- Angezeigte Personen
- 4
- Festgenommene Personen
- 1
Reaktion der Gemeinde und städtischer Kontext
Am Abend des 18. September 2026 veranstalteten örtliche Anwohner eine genehmigte und friedliche interkulturelle Versammlung durch die Stadt, um ein Zeichen gegen das Bild der Bürgerwehren zu setzen. Rozzano hat 40.000 Einwohner und umfasst 5.500 Sozialwohnungen, Faktoren, die dazu führten, dass die nationale Regierung die Gemeinde im Rahmen des Caivano-Dekrets in die Förderung einbezog. Präfekt Claudio Sgaraglia verlängerte kürzlich den ausgewiesenen Sicherheitsstatus der „Roten Zone“ der Stadt um sechs Monate, um Maßnahmen zur Kriminalitätsprävention zu unterstützen. Bürgermeister Mattia Ferretti bekräftigte, dass die öffentliche Sicherheit ausschließlich in der Verantwortung des Staates liege, und lehnte die Praxis der Bürgerstreifen entschieden ab.
Das Recht zu demonstrieren ist unantastbar, aber es muss auf friedliche und genehmigte Weise geschehen.


