
Britische Militäreinrichtungen Ziel von 340 Drohnen-Sicherheitsvorfällen in 12 Monaten
Vom Verteidigungsministerium im Rahmen von Informationsfreiheitsgesetzen erhaltene Daten zeigen 340 Drohnen-Sicherheitsvorfälle an britischen Militärbasen im Zeitraum bis August 2026, ein Anstieg von 250 im Jahr 2025 und 126 im Jahr 2024.
Anstieg der Drohnenaktivität in der Nähe von Militärstandorten
Standorte des britischen Verteidigungsministeriums verzeichneten in den zwölf Monaten bis August 2026 340 Sicherheitsvorfälle mit Drohnen. Diese Zahl stellt einen Anstieg gegenüber 250 gemeldeten Vorfällen im gesamten Jahr 2025 dar und mehr als verdoppelt die 126 Vorfälle aus dem Jahr 2024. Diese unbemannten Luftfahrzeuge wurden direkt über britischen Militäreinrichtungen oder in deren unmittelbarer Nähe entdeckt. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte die zusammengestellten Vorfallzahlen nach einer Informationsfreiheitsanfrage. Verteidigungsbeamte haben festgestellt, dass die gemeldeten Eindringlinge nahezu täglich auf britischem Territorium auftreten.
- 2024
- 126 Vorfälle
- 2025
- 250 Vorfälle
- 12 Monate bis August 2026
- 340 Vorfälle
Luftraumbeschränkungen und Verteidigungsreaktion
Die britische Regierung führte im Februar 2026 Luftraumbeschränkungszonen über 44 strategischen Militärstandorten ein, um der wachsenden Zahl von Drohnenflügen entgegenzuwirken. Die britischen Verteidigungsbehörden haben eine Ausweitung dieser Schutzmaßnahmen geplant, mit der Absicht, im Herbst 2026 weitere 160 Militärstandorte unter die Regelungen für eingeschränkten Luftraum zu stellen. Die Staatsministerin für die Streitkräfte, Louise Sandher-Jones, erklärte, dass die Regierung feindliche Drohnenaktivitäten in der Nähe von Verteidigungseinrichtungen mit ernster Aufmerksamkeit behandle. Sie erläuterte, dass die höhere Zahl der gemeldeten Vorfälle mit verbesserten Überwachungsprotokollen und einer systematischeren Meldung verdächtiger Luftaktivitäten durch Militärpersonal zusammenhänge. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, dass Großbritannien und seine Verbündeten hinsichtlich potenzieller Bedrohungen wachsam blieben und sich der Abwehr jeglicher Aggression verpflichtet fühlten.
- Einführung von Luftraumbeschränkungen über 44 strategischen britischen Militärstandorten
- Russland bestellt britischen Geschäftsträger wegen Drohnenlieferungen an die Ukraine ein
- Ausweitung der Luftraumbeschränkungen auf 160 weitere britische Militärstandorte geplant
Warnungen vor Beteiligung ausländischer Staaten
Während das Verteidigungsministerium die Verantwortung für bestimmte Flüge nicht offiziell zugewiesen hat, identifizierte der ehemalige Verteidigungsminister Tobias Ellwood feindliche Geheimdienstoperationen als Haupttreiber. Ellwood verwies auf staatliche Akteure in Moskau und Teheran als diejenigen, die Luftüberwachung gegen die britische Militärinfrastruktur organisieren. Er argumentierte, dass ausländische Dienste einheimische Militärstandorte kartierten und lokale Mittelsmänner anwürben, um Aufklärungsoperationen durchzuführen. Ellwood warnte auch, dass die derzeitigen Eindringlinge zwar passiv blieben, feindliche Akteure die unbemannten Plattformen später jedoch anpassen könnten, um tödliche Nutzlasten zu tragen.
Sie sind in Großbritannien absolut aktiv, planen, kartieren und rekrutieren dann nützliche Idioten, um diese Zielerfassung durchzuführen.
Der Chef des Verteidigungsstabs, Air Chief Marshal Sir Richard Knighton, beschrieb die derzeitige Bedrohungslage in Kommentaren gegenüber Sky News ebenfalls als die schwerste seit Jahrzehnten.
Dies ist die gefährlichste Zeit, die ich in meinem Berufsleben gekannt habe. In meiner 35-jährigen Karriere ist dies die gefährlichste Periode, die ich gekannt habe. Und die Risiken und Bedrohungen für dieses Land sind größer als ich sie seit dem Kalten Krieg erlebt habe.
Diplomatische Spannungen und regionale Vorfälle
Die diplomatischen Reibungen zwischen London und Moskau verschärften sich am Freitag, als das russische Außenministerium den britischen Geschäftsträger in Moskau einbestellte. Russische Beamte protestierten förmlich gegen die fortgesetzte Lieferung britischer Drohnen und Waffensysteme an die Ukraine. Moskau gab eine Warnung heraus, dass britisches Militärgerät, das in der Ukraine operiert, als legitimes Ziel behandelt werde, wenn es zur Unterstützung von Langstreckenangriffen auf russisches Territorium eingesetzt werde. Sicherheitsbedenken hinsichtlich unbemannter Systeme erstrecken sich auch auf Osteuropa. Der polnische Premierminister Donald Tusk warnte am Freitag, dass Moskau hybride Operationen mit Drohnen und Raketen gegen NATO-Mitglieder plane, die die Ukraine unterstützen. Im Baltikum fingen unter der NATO-Baltik-Luftpolizei eingesetzte italienische Kampfflugzeuge eine russische Drohne ab und schossen sie ab, die in den litauischen Luftraum eingedrungen war.


