
NATO-Verteidigungschefs wählen deutschen General Carsten Breuer zum Vorsitzenden des Militärausschusses
Der Chef der deutschen Bundeswehr, Carsten Breuer, hat in Kopenhagen mindestens 17 von 32 Stimmen erhalten, um ab Juli 2027 das oberste militärische Gremium des Bündnisses zu führen.
Abstimmung in Kopenhagen
Der deutsche Vier-Sterne-General Carsten Breuer hat am Samstag, den 19. September 2026, bei einer nichtöffentlichen Sitzung der Verteidigungschefs des Bündnisses in Kopenhagen die Wahl zum nächsten Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses gewonnen. Breuer, der seit 2023 Generalinspekteur der Bundeswehr ist, erhielt bei einer geheimen Abstimmung die Unterstützung von mindestens 17 der 32 nationalen Generalstabschefs. Bündnisvertreter hielten die restlichen Stimmenzahlen unter Verschluss, um Spaltungen aufgrund der Auswahl zu vermeiden. Breuer setzte sich gegen Generalin Jennie Carignan, die seit 2024 an der Spitze der kanadischen Streitkräfte steht, durch, nachdem bilaterale Spannungen zwischen Washington und Ottawa ihre Unterstützung unter den Mitgliedsstaaten verringert hatten.
Breuer wird den italienischen Admiral Giuseppe Cavo Dragone für eine dreijährige Amtszeit ablösen, die im Juli 2027 beginnt. Nach der Abstimmung in Dänemark gratulierte Admiral Cavo Dragone dem designierten Vorsitzenden.
Herzlichen Glückwunsch an General Carsten Breuer.
Strategische Prioritäten und Abschreckung
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte, dass Breuers Führung einer klaren Linie folgen werde, die auf kollektiver Verteidigung und regionaler Wachsamkeit gegenüber Moskau ausgerichtet sei. Pistorius merkte an, dass die Wahl Vertrauen in Deutschland zeige und die Schritte anerkenne, die Berlin zur Stärkung des Bündnisses unternommen habe.
Eine klare Linie: Die Bedrohung, die vor allem von Russland ausgeht, wächst.
Pistorius betonte, dass die europäischen Verbündeten mehr Verantwortung für ihre konventionelle Abschreckung und Sicherheit übernehmen müssten. Er wies darauf hin, dass diese Verschiebung zu einem Zeitpunkt erfolge, an dem die Vereinigten Staaten ihren strategischen Fokus auf andere Regionen, einschließlich des Wettbewerbs mit China, ausweiteten. Deutschland ist derzeit der größte europäische Anbieter von Finanz- und Militärhilfe für die Ukraine und sieht sich gleichzeitig mit russischen Hybridaktivitäten konfrontiert, darunter Spionage, Sabotage und Cyberangriffe.
Aufgaben des Militärausschusses
Der Vorsitzende des Militärausschusses fungiert als wichtigster militärischer Berater von NATO-Generalsekretär Mark Rutte und des Nordatlantikrates. Der Vorsitzende beaufsichtigt dutzende Arbeitsgruppen innerhalb des NATO-Internationalen Militärstabs und vermittelt Konsens unter den Mitgliedsstaaten zu militärschen Empfehlungen. Darüber hinauus gibt der Vorsitzende Bewertungen zur operationelen Durchführbarkeit, dem Finanzierungsbedarf und den erforderlichen Fähigkeien der Streitkräfte ab.
Die Konventionen des Bündnisses sehen vor, dass die Position von einem europäischen oder kanadischen Offizier bekleidet wird. Der Posten des Obersten Alliierten Befehlshabers Europa wird hingegen einem von US-Präsident nominierten amerikanischen Offizier übertragen, derzeit General Alexus Grynkewich.
- Carsten Breuer übernimmt die Führung der deutschen Bundeswehr
- Jennie Carignan übernimmt das Kommando der kanadischen Streitkräfte
- NATO-Mitgliedster vereinbaren, bis 2035 5% des BIP für Verteidigung aufzuwenden
- NATO-Verteidigungschefs wählen Breuer zum Vorsitzenden des Militärausschusses
- Breuer beginnt dreijährige Amtszeit als Vorsitzender des NATO-Militärausschusses
- Frist für das NATO-Ziel, 5% des BIP für Verteidigung auszugeben
Verteidigungsinvestitionsziele
Der Führungswechsel erfolgt zeitgleich mit breiteren Veränderungen in der Verteidigungsplanung des Bündnisses. Unter dem Druck von US-Präsident Donald Trump, militärische Ressourcen von Europa weg und in andere Einsatzgebiete zu verlagern, haben mehrere europäische Länder, darunter Deuutschland, ihre Militärbudgets erhöht. Im Jahr 2025 haben die NATO-Mitgliedstaaten ein Ziel verabschiedet, das die Verbündeten verpflichtet, 5% des Brutoinandsprodukts für Verteidigung ausuugeben, mit einem Zeitplan für schrittweise Budgeterhöhungen bis 2035. Breuer wird die militärsche Beratung des Bündnisses leiten, während die M itgliedstaaten diese Ausgabenzile umsetzen und ihre Führungsstrukturen anpassen.


