Diplomatie · Kopenhagen und Berlin

NATO wählt deutschen Verteidigungschef Carsten Breuer zum Vorsitzenden des Militärausschusses

Die alliierten Verteidigungschefs wählten in Kopenhagen den Deutschen Carsten Breuer gegen die Kanadierin Jennie Carignan, um im Juli 2027 die Nachfolge des italienischen Admirals Giuseppe Cavo Dragone anzutreten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Süddeutsche Zeitung, Deutsche Welle, N-tv und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Kopenhagen, Berlin · Dänemark, Deutschland
Wie es dazu kam
  1. März 2023Übernimmt das Amt des Generalinspekteurs der Bundeswehr
  2. 19.09.Zum Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses auf der Kopenhagener Konferenz gewählt
  3. Juli 2027Soll das Amt des Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses antreten

Kopenhagener Abstimmung und militärischer Übergang

Die 32 alliierten Verteidigungschefs wählten den deutschen Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, am 19. September 2026 auf ihrer Jahreskonferenz in Kopenhagen zum nächsten Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses. Breuer besiegte die kanadische Verteidigungschefin Jennie Carignan in einer geheimen Abstimmung und verhinderte damit, dass sie die erste Frau an der Spitze des Militärausschusses wird. Der 61-jährige deutsche General wird sein Amt im Juli 2027 für eine dreijährige Amtszeit antreten und die Nachfolge des italienischen Admirals Giuseppe Cavo Dragone antreten, der Anfang 2025 die Position übernommen hatte. Als Vorsitzender wird Breuer als wichtigster militärischer Berater von NATO-Generalsekretär Mark Rutte fungieren und die Empfehlungen zwischen den nationalen Verteidigungschefs und den politischen Entscheidungsträgern koordinieren. Cavo Dragone gratulierte seinem Nachfolger in den sozialen Medien und lobte sein operatives Urteilsvermögen und seine Führung der deutschen Streitkräfte. Breuer dankte den alliierten Militärführern für ihre Unterstützung.

„Die Unterstützung der Verteidigungschefs unserer NATO-Verbündeten bedeutet mir viel. In der Allianz liegen große Aufgaben vor uns, für unsere Sicherheit und den Frieden in Europa und darüber hinaus.“

Carsten Breuer, Generalinspekteur

Abschreckung und Verteidigungsproduktion der Allianz

Die Tagesordnung der Konferenz befasste sich mit der Umsetzung der Beschlüsse des Ankara-Gipfels, wobei der Schwerpunkt auf kollektiver Abschreckung, schneller Technologieeinführung und fortgesetzter Unterstützung für die Ukraine lag. Admiral Cavo Dragone eröffnete die Sitzung gemeinsam mit dem Obersten Alliierten Befehlshaber Europa, General Alexus G. Grynkewich, und dem Obersten Alliierten Befehlshaber Transformation, Admiral Pierre Vandier. Cavo Dragone erklärte, dass die militärische Führung der NATO ihre Aufmerksamkeit von Haushaltsverpflichtungen auf die Verwirklichung operativer Fähigkeiten im gesamten euro-atlantischen Raum verlagere. In den Diskussionen wurden auch russische Luftraumverletzungen, Drohnenvorfälle und hybride Aktivitäten entlang der Grenzen der Alliierten erörtert. In seiner Rede vor den versammelten Verteidigungschefs skizzierte Cavo Dragone die operative Haltung der Allianz.

„Die NATO bleibt wachsam. Die NATO bleibt bereit. Und die NATO wird tun, was nötig ist, um jeden Zentimeter alliierten Territoriums zu verteidigen.“

Giuseppe Cavo Dragone, Vorsitzender des NATO-Militärausschusses und Admiral

Der Militärausschuss sandte auch eine direkte Botschaft an Rüstungsunternehmen und erklärte, dass die Mitgliedsstaaten bereit seien, in großem Umfang zu kaufen, sofern die Hersteller termingerecht und mit vorhersehbaren Stückzahlen liefern.

Innere Auswirkungen und Führungszeitplan

In Berlin begrüßten Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius die Wahl und erklärten, dass Deutschland eine erweiterte Verantwortung für die europäische Sicherheit übernehme. Pistorius lobte Breuers strategische Weitsicht und seine Überwachung der Bundeswehr-Umstrukturierung und wies darauf hin, dass die europäischen Verbündeten die konventionelle Abschreckung verstärken müssten, während die Vereinigten Staaten ihre Aufmerksamkeit auf andere Regionen richteten. Breuer, der eingeschätzt hat, dass Russland bis 2029 über die militärische Fähigkeit verfügen könnte, die NATO-Verteidigung zu testen, trat 1984 in einer Luftverteidigungseinheit in die Bundeswehr ein. Er absolvierte eine Ausbildung am US Army Command and General Staff College in Fort Leavenworth und an der Militärakademie in Hamburg und wurde später 2014 im Rahmen der NATO-ISAF-Mission nach Kabul entsandt.

Vor seiner Ernennung zum Generalinspekteur der Bundeswehr im März 2023 baute Breuer das Territoriale Heimatschutzkommando auf und leitete zwischen 2021 und 2022 den bundesweiten COVID-19-Krisenstab. Nach der Kopenhagener Abstimmung forderten deutsche Abgeordnete, darunter Thomas Röwekamp von der CDU, Agnieszka Brugger von den Grünen und der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes André Wüstner, Pistorius auf, die Ernennung eines Nachfolgers zu beschleunigen, um eine Führungslücke zu vermeiden. Generalleutnant Christian Freuding wird voraussichtlich noch vor Jahresende die Nachfolge von Breuer als Generalinspekteur der Bundeswehr antreten.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen