
Brandanschläge auf Nea-Demokratia-Funktionäre in Thessaloniki: eine Frau getötet, fünf Verletzte; Polizei fahndet nach mindestens drei Verdächtigen
Drei koordinierte Brandanschläge auf Wohnhäuser von Mitgliedern der regierenden Nea Dimokratia in Thessaloniki in den frühen Morgenstunden des Mittwochs forderten eine Tote und fünf Verletzte. Die Anti-Terror-Einheit wertet Videoaufnahmen, DNA-Spuren und Telefonverbindungsdaten aus, um mindestens drei Täter zu identifizieren.
Die Anschläge
In den frühen Morgenstunden des Mittwochs, 1. Juli 2026, wurden drei improvisierte Brandsätze an Mehrfamilienhäusern von Nea-Dimokratia-Funktionären in Thessaloniki platziert. Die aus Gasflaschen, mit brennbarer Flüssigkeit gefüllten Plastikflaschen, Paraffin und Isolierband gefertigten Vorrichtungen verursachten Explosionen und Brände. Die zweite Detonation am Haus des ehemaligen Abgeordneten Savvas Anastasiadis wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet: Ein Vermummter in Schwarz legte um 03:57 Uhr eine Tüte am Eingang ab, der Sprengsatz detonierte um 04:24 Uhr.
Opfer und Schäden
Die schwerwiegendsten Folgen gab es an dem Gebäude, in dem Vagia Nestora mit ihrer Tochter Afroditi und ihrem Ehemann lebte. Der Sprengsatz war unter einem Fahrzeug platziert worden, und das daraus entstandene Feuer erfasste das Auto. Vagia Nestora erlitt schwere innere Verbrennungen und starb. Ihre Tochter, ihr Ehemann und zwei weitere Bewohner wurden verletzt. Polizeisprecherin Konstantia Dimoglidou erklärte, die von den Bewohnern gehörte zweite Explosion sei vermutlich durch die Entzündung des Fahrzeugtreibstoffs verursacht worden.
- Vermummter Verdächtiger platziert Tüte mit Brandsatz am Eingang des Mehrfamilienhauses in der Tsiapanou-Straße.
- Sprengsatz explodiert; die Detonation ist die zweite von drei Anschlägen an diesem Morgen.
Ermittlungsfortschritt
Die Anti-Terror-Einheit, unterstützt von den Polizeidiensten Thessalonikis und der Zentrale, kartiert die Route der Täter. Die Ermittler werten Videoaufnahmen aus einem weiten Umkreis der Tatorte aus, um den Ausgangspunkt und mögliche Verstecke zu ermitteln. Telefonverbindungsdaten sollen in Kürze angefordert werden, um verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit bestimmten Personen zu überprüfen. Der Chef der Anti-Terror-Einheit und Minister für Bürgerschutz Michalis Chrysochoidis besuchte den Tatort und leitete eine Koordinierungssitzung.
Forensische Beweise
Überreste der Vorrichtungen – Stücke von Isolierband, Gasflaschen und Plastikbehälter – wurden zur DNA- und Fingerabdruckanalyse an forensische Labore geschickt. Erste Untersuchungen auf genetisches Material und Fingerabdrücke verliefen negativ, aber einige Bandfragmente blieben nach den Explosionen intakt, was die Hoffnung auf eine DNA-Sicherung nährt. Der einfache Aufbau der Vorrichtungen bietet keine ermittlungstechnischen Anhaltspunkte.
Im Wesentlichen ist die Konstruktion die einfachste, die uns begegnet, sodass wir daraus keine Hinweise ableiten können. Die Polizei erwartet keine Bekennerschreiben, da es einen Toten und Verletzte gibt.
Verdächtige und Motiv
Die Behörden gehen davon aus, dass mindestens drei Personen auf zwei Motorrädern die Anschläge verübt haben, möglicherweise mit einer vierten Person in unterstützender Funktion. Die Entfernung zwischen den letzten beiden Gebäuden – etwa 15 Minuten – hat die Ermittler zu der Überlegung veranlasst, ob zwei separate Teams beteiligt waren. Die Wahl nicht prominenter Parteifunktionäre deutet auf einen erfahreneren Organisator hin, der die Ziele auswählte, um das Risiko zu minimieren und gleichzeitig eine Botschaft gegen die Regierungspartei zu senden. Die Polizei ist optimistisch, die Verdächtigen bald zu identifizieren, und konzentriert sich auf die Motorräder, die wahrscheinlich in Privatbesitz und nicht gestohlen sind.
Wir haben nur Figuren aus dem Videomaterial. Sicherlich glaubt die Polizei nicht, dass nur die mindestens drei Personen, die definitiv an den Anschlägen beteiligt waren, involviert sind, wenn wir von denselben Individuen sprechen.
Weiterer Kontext
Zwischen 2024 und 2026 wurden allein in der Region Attika 191 Ermittlungsakten zu ähnlichen Anschlägen mit improvisierten Brand- oder Sprengvorrichtungen registriert, mit 159 Festnahmen. Der Fall Thessaloniki habe das tödliche Potenzial selbst einfacher Vorrichtungen verdeutlicht, so die Polizei.


