
Polen leitet Untersuchung wegen ausländischer Spionage nach Brandanschlag auf Drohnenfabrik in Skarżysko-Kamienna ein
Polnische Staatsanwaltschaft und Inlandsgeheimdienst haben nach einem nächtlichen Brandanschlag auf eine Anlage von WB Electronics zur Herstellung von Drohnenkomponenten, der einen Schaden von 15 Millionen Złoty verursachte, ein Ermittlungsverfahren wegen Terrorismus und Spionage eingeleitet.
Nächtlicher Brand in Drohnenanlage
Kurz nach Mitternacht des 31. August 2026 brach in einer Produktions- und Lagerhalle der WB Electronics in der Obuwnicza-Straße in Skarżysko-Kamienna ein Feuer aus. Die Anlage war zu diesem Zeitpunkt geschlossen, es gab keine Verletzten unter den Mitarbeitern. Fünf Löschzüge der Feuerwehr waren im Einsatz, arbeiteten etwa zwei Stunden lang, um die Flammen zu löschen, die Stromversorgung zu trennen und das Gelände abzusichern. In dem Lagerteil löste ein Einbruchalarm aus, woraufhin die beauftragte private Sicherheitsfirma die Notrufzentrale alarmierte. Auf Überwachungsaufnahmen war eine unbekannte Person mit Sturmhaube zu sehen, die den Perimeterzaun überwand, ein Fenster einschlug und einen Rucksack mit einem Brandsatz hineinwarf. Erste offizielle Schätzungen beziffern den Sachschaden auf mindestens 15 Millionen Złoty.
Ermittlungen wegen Terrorismus und Spionage
Die Verfahrenshandlungen begannen bei der Staatsanwaltschaft Skarżysko-Kamienna und der Regionalstaatsanwaltschaft Kielce, bevor sie an die Abteilung für organisierte Kriminalität und Korruption der Nationalen Staatsanwaltschaft in Krakau – Außenstelle Małopolska – übertragen wurden. Die Staatsanwaltschaft stufte die Ermittlungen formal nach Artikel 130 und 163 des polnischen Strafgesetzbuches ein, die die Zusammenarbeit mit einem ausländischen Geheimdienst und terroristische Straftaten betreffen und mit bis zu lebenslanger Haft bestraft werden können.
Die Ermittlungen richten sich gegen die Beteiligung an den Aktivitäten eines ausländischen Geheimdienstes gegen die Republik Polen und die Begehung einer Straftat terroristischer Natur, bestehend in der vorsätzlichen Brandstiftung durch das Platzieren eines Brandsatzes.
Die Ermittlungen werden gemeinsam mit der Agentur für Innere Sicherheit (ABW) und der Polizei der Woiwodschaft Kielce geführt. Zur Bearbeitung von Spuren und Verfolgung von Ermittlungsansätzen richtete die Polizei eine spezielle Task Force unter der Leitung von Inspektor Jacek Cholewa ein, dem stellvertretenden Polizeipräsidenten der Woiwodschaft, der die Kriminalabteilung leitet.
Serie von Vorfällen in der Region im Verteidigungsbereich
Der Vorfall in Skarżysko-Kamienna reiht sich in mehrere ähnliche Sicherheitsstörungen in Mitteleuropa ein. Am 30. August zerstörte ein Brand ein Lagerhaus von JFG Composites in Lublin, einem Unternehmen, das Komponenten für die Luft- und Raumfahrt sowie die Verteidigungsindustrie herstellt. In der Vorwoche vereitelte die slowakische Polizei einen Brandanschlag auf eine Drohnenmontageanlage im Osten der Slowakei, die von der ukrainischen Firma Skyeton betrieben wird. In den letzten Wochen stellten die Behörden zudem auf dem Flughafen Leipzig in Deutschland Drohnen mit Sprengladungen sicher. Der Abgeordnete Przemysław Czarnek erklärte auf TV Republika, dass die Inlandsdienste zudem einen Sabotageversuch an einer Anlage in Chorzów verhindert hätten.
- Slowakische Polizei vereitelt Brandanschlag auf eine Skyeton-Drohnenfabrik in der Ostslowakei.
- Ein Feuer zerstört ein Lagerhaus für Luft- und Raumfahrt- und Drohnenkomponenten von JFG Composites in Lublin.
- Ein Eindringling legt Feuer an eine WB Electronics-Anlage für Drohnenkomponenten in Skarżysko-Kamienna.
Rüstungsproduktion und offizielle Reaktionen
WB Electronics ist der größte private Rüstungshersteller Polens und produziert Verbundstrukturen für Flugzeugzellen sowie elektronische Steuerungssysteme für unbemannte Luftfahrzeuge, die sowohl von den polnischen als auch von den ukrainischen Streitkräften eingesetzt werden. Regierungs- und Sicherheitsbeamte haben operative Vorsicht betont, während die technischen Untersuchungen fortgesetzt werden. Der Sprecher des Ministerkoordinators für die Geheimdienste, Jacek Dobrzyński, bestätigte, dass noch keine Anklage gegen einen Verdächtigen erhoben wurde, während die ABW-Beamten die sichergestellten Materialien analysieren. Die Sprecherin des Innenministeriums, Karolina Gałecka, erklärte, dass voreilige Spekulationen über die Ursachen vermieden werden sollten, solange die Behörden die Maßnahmen vor Ort abschließen. Der Sicherheitsanalyst und Reserveoffizier Jarosław Stelmach riet der Öffentlichkeit auf TOK FM, auf bestätigte Daten aus offiziellen Quellen zu warten, anstatt sich auf unbestätigte Behauptungen aus dem Internet zu verlassen.


