
Über 100 Häuser bei Norwegens größtem Wohnungsbrand seit dem Zweiten Weltkrieg zerstört
Ein Feuer, das am Freitagnachmittag in einem Reihenhaus in Drammen, Norwegen, ausbrach, breitete sich rasch durch ein Wohnviertel und in Wälder aus, zerstörte mehr als 100 Häuser und zwang über 400 Menschen zur Evakuierung. Feuerwehrleute brachten den Brand am Samstag nach einem Regensturm unter Kontrolle, doch die Ursache bleibt unbekannt.
Ausbruch und schnelle Ausbreitung
Das Feuer brach gegen 15:30 Uhr Ortszeit am Freitag, den 17. Juli, in einem Reihenhaus im Stadtteil Stenseth von Krokstadelva in der Nähe von Drammen, etwa 40 Kilometer westlich von Oslo, aus. Innerhalb weniger Minuten erfassten die Flammen mehrere Reihenhäuser und griffen auf benachbarte Holzbauten über, begünstigt durch 30 Grad Celsius Hitze, starke Winde und extrem trockene Vegetation. Dicker schwarzer Rauch bedeckte das Gebiet, und das Feuer breitete sich schnell auf nahe gelegene Wälder aus. Der Polizeieinsatzleiter Frode Presthus bezeichnete die Szene als Katastrophe und wies darauf hin, dass das steile Gelände und die dichte Holzbauweise den Brand extrem schwer kontrollierbar machten.
Evakuierungen und persönliche Berichte
Die Behörden ordneten sofortige Evakuierungen an, und mehr als 400 Bewohner flohen aus ihren Häusern, viele hatten nur Minuten Zeit. Der polnische Bewohner Grzegorz, der vor zwei Monaten in die Nachbarschaft gezogen war, erzählte der PAP, dass die Polizei an Türen klopfte und den Bewohnern nur wenige Minuten zur Flucht gab. Er und seine Familie verbrachten die Nacht in einem Hotel im Zentrum von Drammen, unsicher, ob ihr Haus überlebt hatte. Ein anderer Bewohner, Finn Roine, sagte gegenüber Sky News, er habe zugesehen, wie das Feuer eine Häuserreihe nach der anderen verschlang, darunter auch das Haus seiner Tochter.
Ich habe das Haus meiner Tochter gesehen. Es ist jetzt niedergebrannt und brennt immer noch. Dort lodern noch Flammen.
Hunderte Evakuierte wurden in ein von der Gemeinde eingerichtetes Notfallzentrum gebracht. Die katholische Pfarrei St. Laurentius in Drammen bot betroffenen Familien Hilfe an.
## Löscharbeiten Mehr als 80 Feuerwehrleute aus mehreren Bezirken, zusammen mit Einheiten des Zivilschutzes und sechs Löschhubschraubern, bekämpften die Flammen durch die Freitagnacht bis in den Samstag hinein. Das kommunale Wassernetz reichte für die benötigten Mengen nicht aus, sodass die Behörden Tankwagen einsetzen mussten, um die Versorgung zu ergänzen, so der Leiter der Notrufzentrale Glenn Espen Kustner. Ein Feuerwehrmann erlitt leichte Verletzungen, und mehrere Polizisten und Bewohner wurden wegen Rauchgasvergiftung behandelt. Es wurden keine Toten oder Vermissten gemeldet.
- Feuer bricht in einem Reihenhaus im Drammener Stadtteil Stenseth aus.
- Flammen greifen auf benachbarte Häuser und nahegelegenen Wald über.
- Polizei ordnet sofortige Evakuierungen an; Hunderte fliehen.
- 80 Feuerwehrleute und sechs Hubschrauber werden eingesetzt.
- Einsatzkräfte arbeiten die ganze Nacht; Feuer breitet sich weiter aus.
- Regensturm hilft, das Feuer in Wohngebieten unter Kontrolle zu bringen.
- Behörden sagen, keine weitere Gefahr für Häuser; Waldglutnester bleiben bestehen.
Nachwirkungen und Reaktionen
Am Samstagmittag erklärten die Behörden, dass sich das Feuer in Wohngebieten nicht mehr ausbreite, begünstigt durch einen Regensturm, der am Morgen über Drammen zog. Allerdings blieben Glutnester im Wald bestehen, und die Feuerwehr erwartete, dass die Löscharbeiten noch viele Stunden andauern würden. Drohnen begutachteten den Schaden, der mehr als 100 Häuser vollständig zerstörte. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sprach denjenigen sein Beileid aus, die ihre Häuser verloren hatten, und dankte den Einsatzkräften.
Meine Gedanken gelten auch den Feuerwehr- und Rettungsmannschaften und Freiwilligen, die jetzt an der äußerst anspruchsvollen Löscharbeit teilnehmen und alles tun, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Bürgermeister Kjell Arne Hermansen bezeichnete das Ereignis als Katastrophe für die Stadt und sagte, die Krisendienste blieben in höchster Alarmbereitschaft.
Ursache unbekannt
Das norwegische Direktorat für Zivilschutz bezeichnete den Brand als den größten seiner Art in der Neuzeit und übertraf damit den Brand von Laerdal 2014, bei dem 17 Häuser und 35 Geschäftsgebäude zerstört wurden. Während das trockene, heiße Wetter die Ausbreitung eindeutig beschleunigte, wird die ursprüngliche Brandursache noch untersucht. Der Rotkreuz-Mitarbeiter Thomas Evjen merkte an, dass die jüngste Hitzewelle das Gebiet extrem trocken gemacht habe, sodass jede Zündquelle verheerend sein könne.
Das sagt einiges über die Hitze, die wir in letzter Zeit hatten. Es war sehr trocken. Sobald das Feuer einmal ausgebrochen war, breitete es sich schnell aus.

