
Waldbrand auf munitionsbelastetem ehemaligen Sowjet-Übungsplatz bei Neustrelitz nach vier Tagen unter Kontrolle
Feuerwehrleute haben einen großen Waldbrand auf einem ehemaligen sowjetischen Panzer-Schießplatz im Müritz-Nationalpark unter Kontrolle gebracht, aber hohe Bodentemperaturen und Blindgänger halten das Gebiet gefährlich.
Brand unter Kontrolle
Auf dem ehemaligen sowjetischen Panzerübungsplatz nördlich von Neustrelitz sind keine offenen Flammen mehr sichtbar, teilte das Landesumweltministerium am Sonntagnachmittag mit. Das Feuer war am Mittwoch ausgebrochen und hatte auf rund 130 bis 135 Hektar Wald gebrannt. Trotz der gelöschten sichtbaren Flammen bleibt die Lage angespannt. Die Bodentemperatur in 30 Zentimetern Tiefe erreicht bis zu 180 Grad Celsius, und Glutnester könnten sich wieder entzünden.
Der Boden dort ist sehr, sehr heiß, obwohl wir dort keine Flammen haben.
Eine verkleinerte Besatzung von etwa 100 Feuerwehrleuten blieb am Sonntag vor Ort, mit der Planung, zusätzliches Personal anzufordern, nachdem in einem Waldgebiet Rauch entdeckt wurde. Drohnen mit Wärmebildkameras werden eingesetzt, um Hotspots zu lokalisieren.
Munition verhindert direkten Angriff
Da das Gebiet noch stark mit alter Munition belastet ist, konnten die Feuerwehrleute die brennende Zone nicht betreten. Sie mussten einen Sicherheitsabstand von 1.000 Metern einhalten. Während des Feuers waren Explosionen zu hören, und Panzerminen verhinderten den Einsatz von Feuerwehrpanzern.
Wir konnten nur zusehen, wie der Wald brannte.
Stattdessen setzten die Einsatzkräfte Feuerwehrroboter, Sprinkler, Strahlrohre und wasserführende Fahrzeuge vom Rand des Gebiets aus ein. Der Landesforstminister Till Backhaus lobte die Professionalität der mehr als 400 Einsatzkräfte, die unter extremer Hitze und ständiger Gefahr arbeiteten.
Ausbreitung nach Norden gestoppt
Das Feuer hatte sich nach Norden bewegt, stoppte aber vor einer Stromleitung und einer Bahnstrecke. Der Netzbetreiber Edis schaltete die Stromleitung am Freitag vorsorglich ab, ohne dass Verbraucher betroffen waren. Ein Abwehrring aus Sprinklern nahe der Leitung bleibt bestehen, war aber am Sonntag nicht aktiv.
Das Feuer, das vorgestern noch nach Norden unterwegs war und gestern zum Teil auch, ist ausgelaufen.
Auch die Bewässerung nahe der Bahnböschung wurde eingestellt. Der Vormarsch des Feuers nach Norden wurde gestoppt, bevor es kritische Infrastruktur bedrohen konnte.
Nachwirkungen und Erholung
Ulf Zimmermann, Leiter des Müritz-Nationalparks, sagte, dass rund 135 Hektar wertvoller Naturentwicklungsfläche verloren gegangen seien, aber die Erfahrung zeige, dass sich die Natur von solchen Störungen schnell erhole. Das Gelände werde in den kommenden Tagen engmaschig überwacht, und es werde eine Brandwache gehalten, um erneute Ausbrüche zu erfassen.
- Feuer bricht auf ehemaligem sowjetischen Panzerübungsplatz aus; 3-4 Hektar brennen.
- Stromleitung in der Nähe des Feuers von Edis vorsorglich abgeschaltet.
- Brandausbreitung nach Norden stoppt; Sprinkler-Verteidigungslinie inaktiv.
- Keine offenen Flammen sichtbar; Brand für unter Kontrolle erklärt. Bodentemperatur erreicht 180 °C in 30 cm Tiefe.
Innenminister Christian Pegel dankte den Einsatzkräften und wies darauf hin, dass die hohen Temperaturen im ganzen Land die Feuerwehren durch mehrere gleichzeitige Brände belasten. Die Landesregierung verwies auf Investitionen nach den verheerenden Bränden von Lübtheen, darunter moderne Ausrüstung, Spezialfahrzeuge und eine verbesserte Koordination, die für die Bewältigung dieses Vorfalls entscheidend gewesen seien.


