Borkenkäferschäden im Bayerischen Wald auf 25-Jahres-Tief: 4.000 Festmeter im Nationalpark registriert
Das Käferholz im Nationalpark Bayerischer Wald fiel 2026 auf 4.000 Festmeter, nach 144.000 im Jahr 2023, während die Schäden in den Staatswäldern auf 8 % des Fichteneinschlags sanken.
Rückgang des Käferholzes
Die Menge des durch Borkenkäfer geschädigten Holzes im Nationalpark Bayerischer Wald ist bis Ende August 2026 auf rund 4.000 Festmeter gesunken. Nationalparkleiterin Ursula Schuster erklärte, diese Menge stelle den niedrigsten Stand seit einem Vierteljahrhundert dar. Im Schadensspitzenjahr 2023 hatte der Park 144.000 Festmeter Käferholz angehäuft, im gesamten Jahr 2025 waren es rund 7.000 Festmeter. Die Borkenkäfersaison in der Region dauert in der Regel bis November. Ein vergleichbarer Rückgang zeigte sich in den Bayerischen Staatsforsten, wo das Käferholz an Fichte von knapp 1,14 Millionen Festmeter im Jahr 2024 auf bisher rund 164.000 Festmeter im Jahr 2026 fiel.
- 2023
- 144000 Festmeter
- 2025
- 7000 Festmeter
- 2026
- 4000 Festmeter
Pufferzone und Managementtaktiken
Nach den hohen Befallswerten von 2023 äußerten private Waldbesitzer Bedenken, dass sich die Käfer vom Nationalpark auf benachbarte Wälder ausbreiten könnten. Der Nationalpark weist 75 % seiner Gesamtfläche als natürliche Schutzzone aus, in der Borkenkäfer ohne forstwirtschaftliche Eingriffe belassen werden. Die restlichen 25 % der Parkfläche bilden eine umgebende Managementzone, die den Schädling eindämmen und angrenzende Grundstücke schützen soll. Förster in diesem Perimeter verfolgen den Befall, indem sie Baumstämme regelmäßig auf Bohrmehl untersuchen. Arbeiter fällen und entfernen befallene Fichten umgehend, bevor neue Insektengenerationen schlüpfen. Überwachungsfallen der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) deuten ebenfalls auf rückläufige Insektenzahlen in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen hin.
- 2024
- 32.5 %
- 2026
- 8 %
Spezialisierte Entrindungstechniken
Die Forstmanager im Park setzen auf mechanische Entrindungsmethoden, um die Käfervermehrung einzudämmen und gleichzeitig die Nährstoffe des Totholzes vor Ort zu erhalten. Die Parkteams setzen spezielle Entrindungserntemaschinen ein, die Fichten fällen, Äste entfernen und die äußere Rinde in einem Durchgang abziehen. Alternativ entfernen Forstarbeiter Rindenstreifen entlang des Stammes, um zu verhindern, dass Käfer Nistgänge anlegen. Diese Techniken sind nur wirksam, wenn sie angewendet werden, während sich die Käfer im flugunfähigen weißen Stadium als Eier, Larven oder Puppen befinden. Das Abziehen der Rinde in dieser Entwicklungsphase stoppt die Insektenreifung und ermöglicht es den Stämmen, auf dem Waldboden auf natürliche Weise zu verrotten, anstatt zum kommerziellen Verkauf abtransportiert zu werden.
Behördliche Zusammenarbeit und Waldumbau
Die aktualisierten Zahlen wurden bei einem Vor-Ort-Gespräch nahe Spiegelau mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger vorgestellt. An der Diskussion nahmen Vertreter der Bayerischen Staatsforsten, der staatlichen Forstverwaltung, der Nationalparkbehörde und privater Waldbesitzerverbände teil. Das Treffen folgte auf frühere gemeinsame Beratungen in den Jahren 2024 und 2025 zur Koordinierung regionaler Bekämpfungsstrategien. Die Beamten stellten fest, dass die langfristige Widerstandsfähigkeit der Wälder von der Umwandlung regionaler Monokulturen in artenreiche Mischwälder abhängt. Am Ort des Gesprächs nahe Spiegelau ist bereits natürliche Sämlingsverjüngung zwischen den entrindeten Stämmen sichtbar, die während des Befalls 2023 gefällt wurden.

