
CNOSF bestätigt Ausschluss von Bordeaux aus dem nationalen Fußball und treibt den sechsfachen Meister in die Insolvenz
Der CNOSF empfahl am 14. August, den Ausschluss der Girondins de Bordeaux aus allen nationalen Wettbewerben aufrechtzuerhalten, was den sechsfachen französischen Meister trotz 20,6 Millionen Euro an Garantien der neuen Eigentümer von Sparta Capital näher an die Liquidation bringt.
CNOSF bestätigt Ausschluss
Am Freitagabend, den 14. August, teilte der CNOSF-Schlichter den Girondins de Bordeaux gegen 20:30 Uhr mit, dass er empfehle, den Ausschluss des Vereins aus allen nationalen Wettbewerben aufrechtzuerhalten. Diese Sanktion war ursprünglich am 30. Juni von der DNCG verhängt und am 15. Juli im Berufungsverfahren bestätigt worden. Die Empfehlung ist beratend, bringt den sechsfachen französischen Meister jedoch in die Nähe einer möglichen Liquidation. Vizepräsident Arnaud De Carli bestätigte am Freitagabend den Eingang der Mitteilung. Der Verein hatte seinen Fall am 5. August vor dem CNOSF dargelegt, den Schlichter jedoch nicht überzeugt.
Der CNOSF-Schlichter stellte fest, dass die 10,6 Millionen Euro, die der britische Investmentfonds Sparta Capital aufgebracht hatte, ein neues Element darstellten und kein ergänzendes. In der ersten DNCG-Anhörung am 30. Juni war ein anderes Projekt erörtert worden, das die Übertragung von 66 % der Anteile und eine Kapitalerhöhung vorsah. Der Schlichter merkte an, dass zwar während der Berufung ein Darlehen erwähnt worden sei, dieses aber nicht klar dargestellt worden war.
- DNCG schließt Bordeaux von allen nationalen Meisterschaften aus
- DNCG-Berufungskommission bestätigt den Ausschluss
- Gerard Lopez überträgt Anteile für einen symbolischen Euro an Sparta Capital
- Verein legt seinen Fall dem CNOSF-Schlichter dar
- CNOSF empfiehlt Aufrechterhaltung des Ausschlusses; Verein gegen 20:30 Uhr benachrichtigt
- Verein veröffentlicht Kommuniqué mit Überraschung und bittet um FFF-Unterstützung
- Erstes Regional-1-Spiel in Saint-Médard-en-Jalles geplant
Verein reagiert überrascht
Am Samstag, den 15. August, veröffentlichte Bordeaux ein Kommuniqué, in dem es sein Erstaunen über die Empfehlung zum Ausdruck brachte. Der Verein betonte, dass die Entscheidung nun beim FFF-Exekutivkomitee liege, dem einzigen Gremium, das befugt sei, in dieser Angelegenheit zu entscheiden.
Der Verein ist über diese Ausrichtung überrascht, zumal wichtige finanzielle Garantien von den neuen Investoren bereitgestellt wurden, um die Finanzierung der kommenden Saison sowie der folgenden zu sichern.
Die Vereinsführung hob hervor, dass 10,6 Millionen Euro bei der Caisse des Dépôts et Consignations hinterlegt worden seien, um die DNCG-Anforderungen zu erfüllen, und weitere 10 Millionen Euro auf einem speziellen Konto bei JP Morgan eingezahlt worden seien. Die Investoren verpflichteten sich zudem, den vom Handelsgericht bestätigten Fortführungsplan umzusetzen, der die Rückzahlung von 20 Millionen Euro Schulden gegenüber zahlreichen französischen Vereinen und regionalen Gläubigern vorsieht.
- Schulden vor Plan (2025)
- 100 Mio. EUR
- Schulden nach Plan (Juni 2025)
- 26 Mio. EUR
- Sparta Capital Treuhandkonto (Caisse des Dépôts)
- 10.6 Mio. EUR
- JP Morgan Sonderkonto
- 10 Mio. EUR
- Schulden gegenüber Gläubigern
- 20 Mio. EUR
Ein hundertjähriger Verein am Abgrund
Seit ihrem letzten französischen Meistertitel im Jahr 2009 haben die Girondins einen starken sportlichen und finanziellen Niedergang erlebt. Gerard Lopez übernahm den Verein 2021, nachdem er aus finanziellen Gründen von Lille vertrieben worden war. Der Verein stieg in der folgenden Saison in die Ligue 2 ab, fiel 2024 zwei Ligen tiefer und verbrachte etwa ein Jahr unter dem Schutz des Handelsgerichts, bis im Juni 2025 ein Fortführungsplan angenommen wurde, der die Schulden von etwa 100 Millionen Euro auf 26 Millionen Euro reduzierte.
Der Verein verlor dabei seinen Profistatus und seine renommierte Ausbildungsakademie. Am 31. Juli übertrug Lopez seine Anteile für einen symbolischen Euro an Sparta Capital, wobei sich der Fonds verpflichtete, 10,6 Millionen Euro zur Deckung der Schulden der Saison 2025–2026 und zur Finanzierung der Saison 2026–2027 bereitzustellen. Diese Zahlung war jedoch an die Bedingung geknüpft, dass der Verein in nationalen Wettbewerben verbleibt.
Was als Nächstes passiert
Das FFF-Exekutivkomitee wird in den kommenden Tagen zusammentreten, um die CNOSF-Empfehlung zu prüfen und zu entscheiden, ob Bordeaux in dieser Saison in der National 1 antreten darf. Der Verein hat 15 Tage Zeit, die Maßnahme durch Einlegung einer Berufung beim Verwaltungsgericht anzufechten. Bordeaux ist derzeit in der Regional 1, der sechsten Spielklasse des französischen Fußballs, gemeldet; das erste Spiel ist für den 29. August in Saint-Médard-en-Jalles angesetzt.
Sollte die FFF der Empfehlung des CNOSF folgen, warnt der Verein vor verheerenden Konsequenzen.
Sollte der französische Fußballverband dieser Empfehlung folgen, wäre dies das Ende der Geschichte eines großen französischen Fußballvereins, getragen von einer ganzen Stadt und ihrem Umland.
Der Verein zog im Mai 26.000 Zuschauer ins Stade Atlantique, ein Rekord für ein N1- oder N2-Spiel in Frankreich. Wenn das Handelsgericht die Liquidation beantragt, ist selbst eine Teilnahme an der Regional 1 nicht gesichert.


