
Pariser Verwaltungsgericht bestätigt Ausschluss der Girondins de Bordeaux aus nationalen Ligen
Das Pariser Verwaltungsgericht wies am Freitag eine Berufung der Girondins de Bordeaux ab, stufte den sechsmaligen französischen Meister in die sechste Liga zurück und treibt den Verein damit in die Liquidation.
Gerichtsentscheidung und Liga-Ausschluss
Das Verwaltungsgericht Paris hat am Freitag, den 21. August 2026, einen Dringlichkeitsantrag der Girondins de Bordeaux abgewiesen und damit den Ausschluss des Vereins aus den französischen nationalen Fußballwettbewerben für die Saison 2026/2027 bestätigt. Das Urteil folgt auf finanzielle Sanktionen, die ursprünglich im Juli von der Direction Nationale du Contrôle de Gestion (DNCG) verhängt und anschließend vom Französischen Nationalen Olympischen und Sportkomitee (CNOSF) aufrechterhalten wurden. Indem das Gericht das administrative Verbot bestätigte, hat es den letzten konventionellen Rechtsweg versperrt, um die sechsmaligen französischen Meister in der nationalen Pyramide zu halten. Bordeaux droht nun der administrative Abstieg in die Régional 1, die sechste Spielklasse im französischen Fußball.
- Gérard Lopez übernimmt die Eigentümerschaft an den Girondins de Bordeaux
- DNCG schließt Bordeaux aus den nationalen Ligen aus, bevor Sparta Capital einer Übernahme zustimmt
- Das Pariser Verwaltungsgericht hört die finanziellen Argumente der Anwälte von Sparta Capital
- Das Verwaltungsgericht bestätigt den Ausschluss des Vereins aus den nationalen Wettbewerben
Übernahmebedingungen von Sparta Capital
Die rechtliche Aktion stellte den letzten Versuch des britischen Investmentfonds Sparta Capital dar, der den hochverschuldeten Verein Ende Juli für symbolische einen Euro vom spanisch-luxemburgischen Geschäftsmann Gérard Lopez übernommen hatte. Sparta Capital, im Besitz von drei französischen Finanziers, arbeitete mit dem Investor Park Bench zusammen, um einen Sanierungsplan zu erstellen. Um die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, hinterlegten die Käufer 10,6 Millionen Euro auf einem Treuhandkonto bei der Caisse des Dépôts, um das von der DNCG festgestellte Haushaltsdefizit zu decken. Die Gruppe verfügte über weitere 10 Millionen Euro an Bankreserven für den Betrieb und sagte 20 Millionen Euro zur Begleichung bestehender Verbindlichkeiten zu.
- Treuhandkonto bei der Caisse des Dépôts
- 10.6 Mio. €
- Betriebsmittel bei der Bank
- 10 Mio. €
- Zugesagte Schuldenbegleichung
- 20 Mio. €
Rechtliche Argumente und Liquidationswarnung
Bei einer Anhörung am 20. August 2026 argumentierten die Rechtsvertreter von Sparta Capital, dass ihre neuen finanziellen Garantien die Zahlungsfähigkeit des Vereins belegten und eine Wiedereingliederung in die Championnat National 1 rechtfertigten. Das Verwaltungsgericht wies diese Behauptungen aus Gründen der Sportgleichheit und des Verfahrensrechts zurück. Nach dem Urteil warnten die Anwälte Stéphane Bonichot, Pierre-Olivier Sur und Thomas Clay, dass ein Abstieg von Bordeaux in die sechste Liga den Übernahmeplan zunichte mache und direkt zur gerichtlichen Liquidation führe. Bonichot kritisierte den Französischen Fußballverband für den Widerstand gegen die Sanierung des Vereins.
Wir erleiden leider eine Ablehnung. Die FFF hat gegen die Girondins gespielt!
Reaktionen und Notanträge
Vereinsfunktionäre und Mitarbeiter zeigten sich enttäuscht, als das Urteil wenige Minuten vor einem geplanten Testspiel gegen Stade Bordelais eintraf. Direktor Arnaud Saint-André bestätigte, dass die Geschäftsführung alle verbleibenden formellen Optionen prüfen werde, während er die Haltung der französischen Fußballbehörden zur Kenntnis nahm.
Das ist unweigerlich ein Hammerschlag. Dieser Einspruch war wichtig und wurde von den Fans und Mitarbeitern nach anderthalb Monaten Verfahren erwartet.
Sparta Capital und Park Bench kündigten eine sofortige Aufforderung an das Exekutivkomitee des Französischen Fußballverbandes an, die Unterlagen unverzüglich erneut zu prüfen. Nach den Verbandsstatuten kann ein einzelnes Komiteemitglied eine Notfallprüfung auf der Grundlage der eingereichten Finanzunterlagen beantragen, was das letzte Verfahrensmittel des Vereins vor der Einleitung eines Insolvenzverfahrens darstellt.

