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Motorsport·vor 2 Std.

MotoGP-Spitzenreiter Bezzecchi nach Schubserei gegen Streckenposten für Brünn-GP gesperrt

MotoGP-WM-Spitzenreiter Marco Bezzecchi wird am Sonntag nicht beim Großen Preis von Tschechien starten, nachdem die FIM-Stewards ihn wegen Schubsens und Schlagen eines Streckenpostens nach einem Sturz im Sprintrennen suspendiert haben.

Sprintsturz und Zwischenfall auf der Strecke

Marco Bezzecchis Samstag beim Großen Preis von Tschechien zerfiel in Sekundenschnelle. Als Fünfter auf der achten von zehn Sprintrunden auf dem Masaryk-Ring verlor der WM-Spitzenreiter in Kurve 3 die Front seiner Aprilia und stürzte ins Kiesbett. Während Streckenposten herbeieilten, um die RS-GP aufzuheben, rappelte sich Bezzecchi auf und sprintete auf die Gruppe zu. Fernsehbilder, die schnell viral gingen, zeigen, wie er einen Marshal zweimal schubst und ihm ins Gesicht schlägt, als er versucht, den Offiziellen vom Motorrad wegzudrängen. Mehrere italienische und spanische Quellen berichteten, der Marshal habe beim Bergen versehentlich am Gasgriff gedreht, die Drehzahl erhöht und den Fahrer vermutlich erschreckt, doch die Bewertung des Videomaterials durch die Stewards ließ keinen Raum für mildernde Umstände.

Entscheidung der Stewards und Einspruch

Innerhalb einer Stunde nach dem Sprint-Podium verhängte das FIM-Stewards-Gremium eine der schwersten Fahrerstrafen der jüngeren MotoGP-Geschichte. In einer kurzen schriftlichen Erklärung hieß es:

Der Fahrer wird wegen unsportlichen Verhaltens vom Großen Preis von Tschechien suspendiert.

FIM-Stewards-Gremium

Die Entscheidung, erlassen nach Artikel 3.3.2.2 des FIM-Reglements, stuft das Schubsen und Schlagen von Offiziellen als „dem Interesse des Sports abträglich“ ein. Aprilia und Bezzecchi hatten 60 Minuten Zeit, durch Zahlung einer Gebühr von 1.300 € Einspruch einzulegen. Am Samstagabend in Brünn war kein Einspruch bekannt gegeben worden, was bedeutet, dass der Mann, der die WM anführt, am Sonntag nicht im Hauptrennen an den Start gehen wird.

WM an einem Wendepunkt

Bezzecchis erzwungene Abwesenheit kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Er hatte bereits wertvolle Samstagspunkte eingebüßt. Sein Aprilia-Stallgefährte Jorge Martín, der im Sprint Fünfter wurde, verkürzte den Rückstand auf 15 Punkte, während Marc Márquez – der hinter Francesco Bagnaias siegreicher Ducati und der Honda von Ai Ogura als Dritter die Ziellinie überquerte – weitere sieben Punkte von seinem Rückstand abknapste, der nun bei 65 Punkten liegt. Das ist eine dramatische Erholung für Márquez, der noch vor zwei Wochenwochenenden über 100 Punkte zurücklag. Da der Vorteil des langen Rennens nun den Rivalen zufällt, könnte sich das Titelbild deutlich zuspitzen. Auch Bagnaia und Ogura können die Abwesenheit des Spitzenreiters nutzen, um Boden gutzumachen.

Frühere Präzedenzfälle

Der Vorfall erinnert an frühere MotoGP-Brennpunkte. Bezzecchi selbst wurde 2022 mit einer Geldstrafe von 1.000 € belegt, nachdem er einen Marshal geschubst hatte, der seine damals brennende Moto2-Maschine löschte – eine Sanktion, die als „aggressives und unprofessionelles Verhalten“ eingestuft wurde. Fabio Quartararo wurde später für die ersten zehn Minuten einer freien Trainingseinheit gesperrt, nachdem es zu einem hitzigen Wortwechsel mit einem Streckenposten gekommen war. Die derzeitige Sperre geht viel weiter. Selbst wenn ein Einspruch technisch noch möglich ist, ist die Botschaft der Stewards unmissverständlich: Körperlicher Kontakt mit Marshals wird mit einer Rennsperre geahndet.

Brünn

5 Quellen

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