
Weltbevölkerungstag: UNO prognostiziert Höchststand von 10,3 Milliarden in den 2080er Jahren, während Deutschland schrumpft
Während die Weltbevölkerung 8,3 Milliarden erreicht, zeigen UN-Prognosen einen Höchststand von 10,3 Milliarden um die 2080er Jahre, während die Bevölkerung Deutschlands bereits zurückgeht.
8,3 Milliarden und weiter steigend
Am Weltbevölkerungstag am 11. Juli schätzen die Vereinten Nationen die Weltbevölkerung auf rund 8,3 Milliarden Menschen – ein Meilenstein, der auf die symbolische Schwelle von 5 Milliarden zurückgeht, die am selben Tag im Jahr 1987 erreicht wurde. Die Zahl steigt weiter, angetrieben durch große Kohorten von Frauen im gebärfähigen Alter. Frank Swiaczny, Forscher am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), merkt an, dass die Geburtenraten zwar stark gesunken sind, der Bevölkerungsimpuls die Gesamtzahl jedoch weiter nach oben treibt.
Eine Trendwende Mitte des Jahrhunderts
Der derzeitige Wachstumstrend wird sich voraussichtlich im späteren Verlauf dieses Jahrhunderts umkehren. UN-Prognosen zufolge wird die Weltbevölkerung um die Mitte der 2080er Jahre mit etwa 10,3 Milliarden Menschen ihren Höchststand erreichen. Danach wird die Gesamtzahl voraussichtlich allmählich zurückgehen. Dieser Wendepunkt markiert eine Trendwende in der demografischen Entwicklung der Menschheit.
- Weltbevölkerung überschreitet 5 Milliarden, was zum ersten Weltbevölkerungstag führt.
- UNO schätzt 8,3 Milliarden Menschen.
- Prognostizierter Höchststand von 10,3 Milliarden.
Deutschlands schrumpfende Bevölkerung
Deutschland hat seinen eigenen Höchststand bereits überschritten. Ende 2025 lag die Einwohnerzahl des Landes bei 83,5 Millionen – ein Rückgang von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, so das Statistische Bundesamt. Die Nettozuwanderung reichte nicht aus, um das Geburtendefizit auszugleichen. Swiaczny betonte, dass die steigende Lebenserwartung ebenfalls die demografische Struktur verändere, aber den Gesamtrückgang nicht aufhalte.
Immer mehr Menschen erreichen heute aufgrund besserer Lebensbedingungen und medizinischer Versorgung ein hohes Alter.
Rückgang der Geburtenrate und Alterung
Die globale Geburtenrate ist von etwa vier Kindern pro Frau Mitte der 1970er Jahre auf etwa 2,2 heute gesunken. Trotz dieses starken Rückgangs wächst die Weltbevölkerung weiter, weil Frauen, die in früheren Zeiten hoher Geburtenraten geboren wurden, sich jetzt im gebärfähigen Alter befinden – ein Phänomen, das als Bevölkerungsimpuls bekannt ist. Swiaczny erklärt, dass die Gesamtzahl der Geburten zu sinken beginne, sobald die Zahl potenzieller Mütter abnehme. In Verbindung mit der steigenden Lebenserwartung, die mehr ältere Menschen hinzufügt, stehen viele Gesellschaften vor einer Zukunft mit weniger jungen Arbeitnehmern und mehr Rentnern.
Wachsende vs. schrumpfende Regionen
Die demografischen Trends weltweit gehen stark auseinander. Nach UN-Angaben haben 63 Länder und Gebiete, darunter Japan, Russland und China, bereits einen Bevölkerungsrückgang verzeichnet. Allein China könnte bis zum Ende des Jahrhunderts mehr als die Hälfte seiner derzeitigen Einwohner verlieren. Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass 126 Länder, vor allem in Subsahara-Afrika und Teilen Asiens, bis mindestens 2054 weiter wachsen. Nationen wie die Demokratische Republik Kongo, Nigeria und Somalia könnten ihre Bevölkerungen zwischen 2024 und 2054 sogar verdoppeln.
- Bereits geschrumpft
- 63
- Wachstum bis 2054
- 126


