Xavier Bertrand bestätigt Kandidatur für die französische Präsidentschaftswahl 2027 als unabhängiger Kandidat
Der Präsident der Region Hauts-de-France, Xavier Bertrand, hat auf der Wirtschaftskonferenz Medef seine Absicht bestätigt, bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 anzutreten, und schloss eine Teilnahme an einer bürgerlichen Vorwahl aus.
Bestätigung auf der Medef-Konferenz
Xavier Bertrand bestätigte am Donnerstag, den 27. August 2026, dass er als Kandidat bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 antreten wird. In einer Rede auf der jährlichen Sommerkonferenz der Arbeitgeberorganisation Medef, die den Titel „Rencontre des entrepreneurs de France“ trägt, gab der Präsident der Region Hauts-de-France eine direkte Antwort auf die Frage, ob er ins Rennen gehen werde. Seine klare Antwort „Ich werde es tun“ bekräftigte politische Ambitionen, die er bereits Anfang August in Medienauftritten skizziert hatte. Bertrand erklärte den Anwesenden, dass seine Entscheidung, für das Präsidentenamt zu kandidieren, zwar gefallen sei, er aber noch keine sofortige offizielle Kandidaturerklärung abgebe. Gegenüber Journalisten unmittelbar nach seinem Podiumsauftritt betonte er, dass einer formellen Kampagneneröffnung eine gründliche Vorbereitung vorausgehen müsse.
Ich habe gesagt, dass ich es tun werde, aber der Moment ist noch nicht gekommen. Man erklärt seine Kandidatur nicht einfach so.
Zeitplan der Kandidatur und unabhängiges Angebot
Bertrand stellte klar, dass sein formeller Einstieg in das Präsidentschaftsrennen eher gegen Ende 2026 als sofort erfolgen wird. Dieser Zeitplan deckt sich mit Äußerungen, die er Anfang des Monats gegenüber der Regionalzeitung Ouest-France gemacht hatte, in denen er erklärte, er werde seine Kandidatur Ende des Jahres und nicht früher bekannt geben. Wenn er seine Kampagne formalisiert, plant Bertrand, außerhalb des Parteirahmens von Les Républicains als unabhängiger Kandidat anzutreten. In früheren, von Le Figaro veröffentlichten Äußerungen erklärte er, dass er die volle Verantwortung für eine unabhängige Kandidatur übernehme, und wies darauf hin, dass Les Républicains mit Bruno Retailleau bereits einen Kandidaten im Rennen habe. Bertrand betonte, dass es sein Ziel sei, ein eigenständiges politisches Programm vorzulegen, anstatt lediglich die Liste der konservativen Hoffnungsträger zu erweitern.
Wenn ich meine Kandidatur erkläre, werde ich das als unabhängiger Kandidat tun, dafür übernehme ich die Verantwortung.
Ablehnung des bürgerlichen Vorwahlsystems
Bertrand schloss eine Teilnahme an einer möglichen Vorwahl der Rechten und der Mitte vor der Wahl 2027 aus. Der Regionalpräsident argumentierte, dass die konservative Bewegung frühere Verfahrensfehler vermeiden sollte, und bezeichnete das Vorwahlformat als wiederkehrenden Fehler. Bei der von Les Républicains organisierten Präsidentschaftsvorwahl 2021 erlitt Bertrand einen Rückschlag, als er unter fünf Kandidaten den vierten Platz belegte. Diese Vorwahl gewann Valérie Pécresse, die die Partei anschließend bei der Präsidentschaftswahl 2022 vertrat. Bertrand sagte dem Medef-Publikum, dass er die innerparteiliche Abstimmung vollständig umgehen werde, um sein Programm direkt den Wählern vorzulegen.
- Tätigkeit als Generalsekretär der Union für eine Volksbewegung (UMP)
- Vierter Platz unter fünf Kandidaten bei der Präsidentschaftsvorwahl von Les Républicains
- Ankündigung der Absicht, als Unabhängiger zu kandidieren, in Interviews mit französischen Zeitungen
- Bestätigung der Präsidentschaftskandidatur 2027 während der Medef-Sommerkonferenz
- Geplante offizielle Erklärung seiner unabhängigen Präsidentschaftskampagne
Ministerielle Vergangenheit und konservative Landschaft
Bertrand bringt umfangreiche Erfahrung in der Exekutive und in der Parteiführung in seine junge Kampagne ein. Er war von 2008 bis 2010 Generalsekretär der Union für eine Volksbewegung (UMP). Unter den Präsidentschaften von Jacques Chirac und Nicolas Sarkozy bekleidete er prominente nationale Kabinettsposten als Gesundheitsminister und Arbeitsminister. Seit seiner ersten Wahl leitet er den Regionalrat von Hauts-de-France und verfügt damit über eine starke regionale Machtbasis in Nordfrankreich. Seine erneuten Präsidentschaftsambitionen folgen auf Äußerungen des früheren Ministers Gérald Darmanin in der Regionalzeitung La Voix du Nord, in denen Darmanin andeutete, dass Bertrand mit dem Gründer von Horizons, Édouard Philippe, ein effektives politisches Duo bilden könnte. Bertrands erklärte Positionierung als unabhängiger Konservativer zeichnet ein fragmentiertes rechtes Feld ab, das neben Retailleau und Philippe auf das Jahr 2027 zusteuert.


