Berlins Bürgermeister schlägt staatlich beaufsichtigten Islamunterricht vor, um Radikalisierung nach tödlichem Anschlag zu verhindern
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner fordert staatlich beaufsichtigten islamischen Religionsunterricht an Schulen und bezeichnet ihn als Schutzschild gegen Radikalisierung, Tage nach einem tödlichen islamistischen Anschlag in der Hauptstadt.
Wegners Vorschlag
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat gefordert, islamischen Religionsunterricht an den Schulen der Stadt unter staatlicher Kontrolle einzuführen, und argumentiert, dass dies zur Verhinderung von Radikalisierung beitragen könne. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa), das am Mittwoch, 29. Juli 2026, veröffentlicht wurde, warnte Wegner, dass einige junge Menschen durch Kontakte in unregulierten Gebetsräumen radikalisiert würden. „Es gibt immer wieder junge Menschen, die durch radikale religiöse Kontakte in sogenannten Hinterhofmoscheen radikalisiert werden“, sagte er. Wegner verwendete den Begriff „Hinterhofmoscheen“, um informelle Gotteshäuser zu beschreiben, die seiner Aussage nach zu Orten der Radikalisierung werden können.
Religionsunterricht an staatlichen Schulen könnte einen großen Beitrag dazu leisten, junge Menschen vor solchen Einflüssen zu schützen. Dazu gehört auch islamischer Unterricht an Schulen, der damit der staatlichen Kontrolle unterliegen würde.
Wegner argumentierte, dass staatlich beaufsichtigter Islamunterricht Radikalisierungstendenzen entgegenwirken könne, die in einer kleinen Anzahl Berliner Moscheen vorhanden seien. Er betonte auch die Notwendigkeit, den Druck und die Kontrolle auf radikale Moscheen zu erhöhen mit dem Ziel, sie zu verbieten. „Gleichzeitig müssen wir den Druck und die Kontrolle auf radikale Moscheen erhöhen, mit dem Ziel, sie zu verbieten“, sagte er.
Der Anschlag
Die Äußerungen des Bürgermeisters erfolgen nach einem islamistisch motivierten Terroranschlag in Berlin am Abend des Samstags, 25. Juli 2026. Ein 21-jähriger Angreifer tötete eine Frau und verletzte 31 weitere, einige schwer. Der Täter floh zunächst, wurde aber am Sonntag, 26. Juli, bei einem Einsatz der Polizei im Bezirk Spandau erschossen. Der Polizeieinsatz beendete die Fahndung weniger als 24 Stunden nach dem Anschlag. Die Behörden bezeichneten die Tat als islamistisch motiviert. Der Anschlag hat eine erneute Debatte über Integration und Radikalisierung in der deutschen Hauptstadt ausgelöst.
- Islamistischer Anschlag tötet eine Frau, verletzt 31
- Angreifer von Polizei in Berlin-Spandau erschossen
- Wegner fordert Islamunterricht unter staatlicher Kontrolle
Politischer Hintergrund
Der Vorschlag greift eine Verpflichtung aus dem Berliner Koalitionsvertrag von 2023 zwischen CDU und SPD wieder auf. CDU und SPD hatten nach der Berliner Landtagswahl 2023 eine Koalitionsregierung gebildet, und ihr gemeinsames Programm enthielt das Versprechen, ein verpflichtendes Wahlpflichtfach namens „Weltanschauungen/Religionen“ einzuführen, das ein Spektrum von Weltanschauungen und Religionen abdecken sollte, nicht nur den Islam. Die Maßnahme wurde nie umgesetzt. Derzeit ist die Teilnahme am Religionsunterricht in Berlin freiwillig. Wegners Vorstoß für islamischen Unterricht unter staatlicher Aufsicht wird sowohl als Sicherheitsreaktion als auch als Schritt zur Erfüllung des früheren Versprechens der Koalition dargestellt.
Wegner, der Berlin seit 2023 regiert, beschrieb den doppelten Ansatz aus Bildung und Durchsetzung als notwendig, um Jugendliche vor radikalen Einflüssen zu schützen. Als Regierender Bürgermeister beaufsichtigt Wegner die Bildungspolitik im Stadtstaat, was seinem Vorschlag erhebliches Gewicht verleiht. Der Ruf nach staatlich kontrolliertem Islamunterricht fügt sich in eine breitere Diskussion in Deutschland über die Rolle öffentlicher Institutionen bei der Bekämpfung islamistischer Radikalisierung ein.


